vermummte gestalten kämpfen sich durch vereiste straßenschluchten. dicke stiefel an den füßen, mollige mäntel an den körpern, breite schals um die hälse und mal mehr, mal weniger schöne mützen auf den köpfen rutschen sie über die rutschbahnen, die die stadt berlin ihren bewohnern großzügig zur verfügung gestellt hat. die ganze stadt ist eine eisbahn – wer kann das schon von seiner stadt behaupten?
wow, was für ein abend. ein rauschendes fest. der stress hat sich voll gelohnt und das ergebnis übertraf die erwartungen um längen. was ist passiert?
twitter kann wunderbar sein. twitter kann grausam sein. twitter kann überfordern. aber vor allem kann twitter eines: süchtig machen. wenn man nun bemerkt, dass man sich abhängig macht von diesem internet-dings – was dann?
dieses leben 2.0 – für einige ein mysterium, das sie nie verstehen werden, für andere der fehlende teil, der ihr leben erst lebenswert macht. oft habe ich im letzten halben jahr gehört, dass man sich um mich sorge, weil ich soviel online bin, weil ich soviel twittere. aber ich sage euch: ihr wisst gar nicht, was ihr verpasst, ihr 1.0er.
…werde ich jetzt die maschinen. entschleunigen. entspannen. ruhig machen. seele streicheln lassen. mich verwöhnen lassen. mit meinem hund im schnee toben. unterm weihnachtsbaum sitzen.
ruhe. einfach nur ruhe. akkus aufladen. die sind leer jetzt. das war ein aufregendes jahr. es war viel los, viel gutes, viel schlechtes, noch mehr schönes. ich habe tolle menschen kennengelernt, viel erlebt, ich ziehe eine sehr positive bilanz dieses jahres. und doch: jetzt sind die akkus leer.
darum: runterfahren.
ich wünsche euch allen da draußen schöne feiertage, ruhe, entspannung und liebe.

so wie männer der meinung sind, dass es dinge gibt, die ein mann unbedingt mal gemacht haben muss, um ein echter kerl zu sein, gibt es auch solche dinge für frauen. das sind so sachen wie das erste mal einen mann ansprechen, mit einem verheirateten mann schlafen oder auch das erste drei-gänge-menü kochen. und: der erste besuch im waxing-studio.
das jahr neigt sich in riesenschritten dem ende zu und irgendwie machen alle jetzt ein resümé des jahres, ziehen bilanz und planen für das neue jahr. nun, mir geht es ähnlich, war dies doch ein sehr bewegtes und aufregendes jahr mit vielen bergen und tälern.
auch, wenn ich berlin immer als meine innere heimat angesehen habe, so gibt es doch diese region, in der ich aufgewachsen bin: greifswald in vorpommern. in der nähe von greifswald befindet sich lubmin. bekannt wurde dieses dorf vor allem dadurch, dass sich dort ein kernkraftwerk (kkw genannt) befand.
ein aufschrei geht durch die welt. der messias will krieg. huch? barack obama, für viele vor nicht einmal einem jahr als messias der neuen weltordnung gewählt, heiland und retter aus der krise, bricht seine versprechen. tut er das? nein. er tut genau das, was er angekündigt hat. nur haben viele damals vor lauter stoßseufzern und händeklatschen und den sprechchören mit “yes we can” wohl nicht genau zugehört.
das revival der tweschichte mit drei altbewährten und drei neuen gesichtern. ein experiment. aber: alle haben sich wacker geschlagen. und herausgekommen ist eine tweschichte um brillen, eulen und ..äh…männer? dank an @scoottery für das schnelle protokoll!
es gibt auf dieser welt wahrscheinlich kaum jemanden, der sport noch weniger abgewinnen kann als ich. vor allem ausdauersportarten, die wetterabhängig sind, sind mir zuwider. das ist kein großes wunder, bin ich doch rheumatikerin. wenn ich es mir leisten könnte, wäre ich turniertänzerin. und ich gehe gern schwimmen. beides recht kosten- und vor allem zeitintensiv.
in nicht so guten zeiten sollten die guten erinnerungen hervor geholt werden. und wenn entspannung fern liegt, was liegt dann näher, als sich ihrer zu erinnern und zu hoffen, dass dies ein wenig davon zurückkehren lässt?
es ist wohl einer der am häufigsten angeblich gesagten sätze in beziehungen: “du verstehst mich einfach nicht.” bezeichnender weise kommt dieser satz meist von frauen. denn wir fühlen uns oft unverstanden, übergangen, nicht ernst genommen oder sonstiges in dieser richtung. und das kommt so.
robert enke ist tot. dienstag abend verbreitete es sich wie ein lauffeuer über twitter, facebook, selbst google war diesmal langsamer als die medien 2.0. enke hat selbstmord begangen. litt seit jahren unter depressionen. und jetzt kriechen sie alle wieder aus den löchern, alle die heuchler. und sagen mit betroffener miene, dass er ja immer schon sehr still gewesen sei, aber immer so stark wirkte.
soeben komme ich vom brandenburger tor, die feier zum 20. jahrestag des mauerfalls ist vorbei. für viele war dieser tag nur ein tag im november, für andere war er ein tag, um schlechte witze zu machen. für mich ist dieser tag ein tag voller bedeutungen. es ist schwer, alle gefühle, die gerade in mir toben, in worte zu fassen, aber ich werde es versuchen.
seit drei wochen gab es keine tweschichte mehr. und ich weiß, dass sie einigen wirklich fehlt. mir fehlen die tweschichten auch. es ist ein spaßiger zeitvertreib am montag abend. langsam stelle ich mir aber die frage: ist die tweschichte geschichte?
so langsam platzt mir ja die hutschnur. ich bin ein sehr geduldiger mensch und höre mir auch blödsinn ne ganze weile an, bevor ich was sage. aber was da so momentan abgeht, kann nur noch unter kollektive verarsche fallen.
manchmal muss man mal raus. muss man mal den herbst reinlassen, auch wenn man ihn wie ich nicht ausstehen kann. manchmal braucht es tageslicht, sonne und ein wenig aufmerksamkeit, mit der man durch die welt geht. und siehe da, selbst ein ort wie neukölln wird zu einem verwunschenen. zu einem mit geheimnissen jenseits von polizeimeldungen und wahrheiten weit ab von den medien. einfach ein schönes viertel von berlin. nicht mehr, aber auch nicht weniger. mit ecken und kanten, mit fehlern und macken. und doch: lebens- und liebenswert. seht selbst:

