familie 2.0

dieses leben 2.0 – für einige ein mysterium, das sie nie verstehen werden, für andere der fehlende teil, der ihr leben erst lebenswert macht. oft habe ich im letzten halben jahr gehört, dass man sich um mich sorge, weil ich soviel online bin, weil ich soviel twittere. aber ich sage euch: ihr wisst gar nicht, was ihr verpasst, ihr 1.0er.

bei twitter habe ich menschen gefunden, die ich im wahren leben so wahrscheinlich nie getroffen hätte. ich habe kontakte geknüpft, die mir beruflich weiterhelfen werden. ich habe echte freunde gefunden, amüsante menschen, menschen, die mich rühren und berühren, die mich zum lachen oder zum weinen bringen. ich habe echte menschen gefunden. und auch, wenn wir uns bei twitter alle mehr oder weniger hinter einem avatar verbergen, so wird doch schnell klar, dass dahinter sehr echte menschen stecken. oft echter, als die, die man auf der straße oder auf parties trifft.

ich habe oft darüber nachgedacht, warum das so ist. und ich denke, dass das prinzip twitter es einfach nicht anders zulässt. man hat seine 160-zeichen biographie, in denen man sich kurz beschreiben kann. man hat seinen link, zum blog oder sonstwohin. und man hat sein bild. that’s it. den rest muss die timeline beweisen.

klar gibt es spammer, linkschleudern und die allseits beliebten britneys. aber dank der freien wahl des follow-buttons bestimme ich, wer in meiner timeline auftaucht und wer nicht. und wenn ich jemanden nicht mehr lesen mag, dann klicke ich unfollow. klingt grausam? ist es nicht. ich folge mittlerweile fast 250 avataren. von sehr vielen kenne ich das wahre gesicht, habe mit ihnen gesprochen, telefoniert, gemailt, getanzt, getrunken, gelacht und sogar geweint. die, die ich nicht persönlich kenne, möchte ich gern kennenlernen. zugunsten meiner lieben follower habe ich info-dienste rausgeschmissen. 🙂

ich gebe zu, es gab zeiten, in denen habe ich mich in diese onlinewelt begeben, weil ich dort etwas sein konnte, was ich zu dieser zeit im wahren leben nicht war. aber ich habe letztens auf einem spontanen twitterabend auch gesagt: meine twitterfreunde haben das geschafft, was meine „echten“ freunde nicht geschafft haben: sie haben mich aus dem haus geholt. ich war neugierig, ich wollte mehr wissen, wollte mehr als 140 zeichen austauschen. und die twitterszene in berlin ist eine extrem lustige und feierwütige. es ist eine große freude und auch eine ehre, dazu zu gehören. ich freue mich über jeden neuen, den ich „enttarnen“ kann. nicht immer passen avatar, timeline und der mensch dahinter zusammen, aber auf ihre weise sind sie alle wundervoll. nicht umsonst habe ich mit „meinen followern“ silvester gefeiert. und nicht umsonst sind viele von ihnen inzwischen bei facebook mit mir verbandelt. da bin ich übrigens noch wählerischer als bei twitter.

ich danke euch für die wundervolle zeit bis hierher und freue mich, viele von euch am 16.1.2010 bei „meiner“ twitterparty zum ersten mal real sehen zu können. ich stehe hinter jedem meiner followings, sie sind die beste empfehlung, die ich geben kann. folgt diesen tollen menschen.

und ich möchte euch außerdem die liebeserklärungen an twitter von der textzicke und von Agent Dexter ans herz legen.

13 Responses

  1. uberVU - social comments Says:

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by rachelzwitscher: frisch gebloggt: familie 2.0 http://rachellindenbaum.de/1024/familie-2-0

  2. lana74 Says:

    … ihr seit der nicht erwartete bonus in meinem leben 1.0

  3. bunki (alias bunkinho) Says:

    Woll! Vollste Zustimmung.

  4. Dagger Says:

    So schaut es doch aus!

    Klar kann man im Netz jemand anderes vorgeben, darstellen. Viel interessanter sind aber doch immer die Menschen dahinter. Und da fällt es spätestens im realen Leben 1.0 schnell auf wenn der Mensch so gar nicht dem Onliner entspricht. Diese kommunikativen Twitterer sind jedoch meist so wie sie sich darstellen. Und das ist auch gut so.

    Schön Dich kennnegelernt zu haben! Und Du warst bisher schon so wie man sich Dich vorstellen kann 😉

  5. frau sabu Says:

    wunderschöner text. wunderschöneer text, der einem aus der eigenen seele zu entstammen scheint. für menschen, die sich hier nicht aufhalten schwierig bis gar nicht zu verstehen, für alle anderen ein post, bei dem man begeistert in die hände klatscht! vielen dank dafür 🙂

  6. erstfrau Says:

    schön rachel! drück dich aus wien und freu mich schon sooooo sehr viel auf berlin 🙂

  7. Erik Abele Says:

    Schön, dass das auch im Jahr 2010 noch erkannt wird, dank Twitter… ich habe das ganze schon vor einigen Monden (gasp!) im Usenet erfahren dürfen… toll!

  8. Yps Says:

    Ich konnte mich Twitter noch entziehen. Bin aber schon so weit, dass ich Tweets lese. Bin aber trotzdem ein Internet-Junkie. Gibt es sowas wie Web 1.5 😛

  9. abschied und beweihräucherung | Rachel Lindenbaum Says:

    […] ist es nicht genau das, was twitter menschlicher und echter macht? die menschen hinter den […]

  10. Litteratur Says:

    Ich danke dir, für diesen schönen Beitrag!! 🙂

    Ich habe bis jetzt nur interessante Menschen über Twitter kennenlernen dürfen und irgendwie scheint jeder so seine Macke zu haben. Was eine tolle Sache ist… Sobald du bei Twitter bist, gehörst du dazu. Das ist das lose Band, was alle zusammenhält und verbindet. Es klingt vielleicht ein wenig oberflächlich, aber es ist genau das, was den Kontakt so einfach und unkompliziert macht und die Menschen zusammenbringt, die sich ohne Twitter nie gefunden hätten.

  11. #tpb2010, klappe die erste | Rachel Lindenbaum Says:

    […] viele bekannte gesichter, noch mehr neue gesichter. alle gut gelaunt, alle feierwütig. meine familie 2.0. sie haben diesen abend zu einem unvergesslichen erlebnis gemacht und ich danke jedem, der da war. […]

  12. beziehungsregeln? | Rachel Lindenbaum Says:

    […] seine nischen für den rückzug. für den einen ist das arbeit oder sport, für mich ist es meine familie 2.0. es wird nicht mehr zwingend jeder abend gemeinsam verbracht, sondern man geht auch wieder allein […]

  13. spree:geflüster | Letzte Ausfahrt Berlin Says:

    […] Erklärung der technischen Möglichkeiten dieses Netzwerkes mit all seinen Facetten inklusive der Erwähnung der tollen Menschen dort und wie super das alles ist. Dafür erntet man in der Regel das bereits erwähnte „Aha.“ […]

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