schweigen.

da liegt sie. mit geschlossenen augen. auf dem rücken. jeder, der sie so sehen würde, würde denken, sie schläft ganz ruhig. doch halt. war da nicht eben ein zucken um die augen? ein flattern der lider? und wenn man ganz genau hinsieht, kann man dann nicht sehen, wie ihr herz gegen die rippen springt, als wollte es den körper verlassen?

in ihrem kopf drehen sich die gedanken. immer schneller. immer weiter. rauf und runter. hin und her. um ihn herum. karussell. achterbahn. ach was, space shuttle.

sie denkt nach. über sein schweigen. über seine abweisung. über seine schönen augen. über seine weichen lippen. sie riecht ihn. spürt ihn. und doch wieder nicht. das schweigen hängt dumpf im raum und lässt alles andere klein und zwergenhaft erscheinen. das schweigen bringt sie um.

langsam wird ihr herz zu einem pulsierenden wesen, das in einem käfig wohnt. die gitter schneiden schon in die haut dieses wesens, weil es immer schlagen will. immer mehr. weil es sich aufplustert. sichtbar sein will. weil es sich dem schweigen entgegensetzen will.

das schweigen jedoch interessiert sich nicht für das herz. das schweigen interessiert sich nur für sich selbst. es sieht nicht den schaden, den es anrichtet, wenn es immer größer wird und durch die zimmer rollt. es sieht nicht, was es alles unter sich begräbt, denn es ist das schweigen.

sie weiß, dass man ein schweigen brechen kann, aber sie hat vergessen, wie das geht.

2 Responses

  1. Chrisi Says:

    Wow, ein wirklich schöner Text!!!

  2. reden ist… | Rachel Lindenbaum Says:

    […] ist das mein credo. schweigen ist mir unerträglich. was nicht bedeutet, dass ich ununterbrochen plappern muss. natürlich kenne […]

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