ich werde alt

liebe leser, es ist offiziell, ich werde alt. nicht nur, dass ich inzwischen eine brille UND antifaltencreme benutze und auch brauche. nein. in berlin merkt man, dass man alt wird, an kleinen, subtilen hinweisen im alltag.

die pfeifenden bauarbeiter sind es nicht, die pfeifen immer noch. es sind auch nicht die blicke der männer insgesamt auf der straße. schließlich bin ich eine der wenigen frauen in neukölln ohne kopftuch und/oder kinder. es sind nicht mal die grauen härchen, die sich langsam aber hartnäckig in meinen schopf schmuggeln. bei denen übrigens bitte immer bedenken: wenn man eines ausreißt, kommen mindestens sechs zur beerdigung! aber wozu gibt es haarfärbemittel.

nein, das erste mal fühlte ich mich alt, als ich in einem café gesiezt wurde. in berlin! für alle nichtberliner, die das nicht verstehen können: hier wird in cafés eigentlich nur die kriegsgeneration gesiezt. nun gut, das habe ich noch nicht sooo ernst genommen, es gibt ja hier auch viele studenten aus ganz deutschland, die das system einfach nicht kennen.

aber heute wurde ich beim friseur gesiezt. zum zweiten mal. das geht gar nicht. vom friseur gesiezt werden ist ein eindeutiges zeichen dafür, dass man weit jenseits der 20 ist. gut, bin ich ja auch, schließlich habe ich eine 3 am anfang meiner lebenslenze stehen, aber dahinter steht eine 0, keine 9!

die einzig mögliche lösung? ich gehe wieder zu meinem schwulen griechen am nollendorfplatz. der duzt jeden und sagt so schöne sachen wie: du hast soo viele haare – viel mehr, als nötig sind! und sieht zum niederknien dabei aus. ach ja….

und bei euch so?

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