let’s dance!

gesellschaftstanz ist ja nicht wirklich hip. angestaubte verhaltensregeln, verkrampfte teenies in der tanzschule und dann dieses zusammengetanze! cool ist anders. dass es auch anders geht, beweist RTL seit vier jahren mit der show „let’s dance“. promis tanzen mit profitänzern mal mehr, mal weniger auf turnierniveau. einige spaßige überraschungen gab es schon. in der staffel vom letzten jahr war es für mich rolfe scheider mit motsi mabuse, ihres zeichens deutsche meisterin, beim quickstep in froschgrün. rolfe, für mich bis dahin eher nur der schwammige, obertuntige juror aus germany’s next topmodel, entwickelte sich bei let’s dance in wenigen wochen zum mann. sein gesicht bekam deutlich kontur, sein körper ebenso. der spaß am tanzen sprang ihm förmlich aus dem gesicht und auch, wenn er weit entfernt vom turnierniveau war, so machte es doch spaß ihm zuzuschauen.

warum gucke ich let’s dance? ganz einfach: es ist die einzige dieser ganzen promishows, bei der ich mitreden kann. ich habe selbst jahrelang aktiv getanzt und dabei das glück gehabt, schülerin sehr guter lehrer gewesen sein zu dürfen. ich kann mit den bewertungen von joachim llambi, der turnierpunktrichter ist, meistens mitgehen, weil er aus der jury der einzige ist, der sich auch vom sympathiefaktor nicht bestechen lässt.

die jury, bestehend aus joachim llambi, motsi mabuse, harald glööckler und roman frieling, kabbelt sich meist auf sehr hohem niveau untereinander und gern auch mit moderator daniel hartwich. (der seit der letzten staffel ordentlich abgespeckt hat.) allein die entscheidung für die radebrechende sylvie van der vaart ist mir unverständlich. bisher fand sich nazan eckes als kompetenter und angenehmer weiblicher part des moderatorenteams. sei es wie es sei.

tanzen, pffft. kann ja jeder. denken viele. dachte wohl auch der checker. der anfangs auch dementsprechend rumhampelte und mit seinen kommentaren nervte. in den einspielern vor den tänzen war zu sehen, wie sehr seine tanzpartnerin unter dem möchtegernmacho gelitten haben muss. doch plötzlich kam die wende. der checker verstand, dass tanzen etwas ist, was man nicht nebenbei macht, sondern wofür man willen, kondition, konzentration und spaß braucht. von diesem tag an verbesserte sich der kleine zusehends, begann, sich seiner partnerin anzuvertrauen, gab sich mühe. sein verhalten wurde erträglicher und seine sprüche verschwanden. fürs finale hat es letztlich nicht gereicht. und das war auch gut so.

sonst wäre uns am mittwoch abend ein fest entgangen. moritz a. sachs und maite kelly tanzten um den titel „dancing star 2011“. was? klausi beimer aus der lindenstraße und eines von diesen schmuddeligen, rotbackigen moppelkindern aus der kelly-family tanzen? im finale? wie schlecht muss dann der rest gewesen sein? falsch gedacht. von der ersten show an zeigten moritz und maite, was für ein potenzial in ihnen schlummert. moritz begann bei null und 120 kg lebendgewicht. maite, die zwar ihr leben auf der bühne verbracht hat, begann tanztechnisch ebenfalls bei null und einem lebendgewicht von…das geht Sie gar nichts an.

von woche zu woche steigerten die beiden ihre leistung ebenso kontinuierlich wie sie gewicht verloren. tanzen ist hochleistungssport. wer schon einmal eine stunde am stück in einem warmen raum getanzt hat, weiß, wovon ich rede. in einer stunde tanzen werden bis zu 1000 kalorien verbraucht. da kommt kaum ein anderer sport mit. das hochgerechnet auf etwa 360 trainingsstunden in dieser staffel – da kommt einiges zusammen. bzw. weg. an pfunden. war maite anfangs noch sehr kelly, mit den familientypischen rundungen im gesicht, hatte sie im finale deutlich an kontur gewonnen. war moritz anfangs noch der sehr fett gewordene klausi beimer, hatte er sich bis zum finale zu moritz emanzipiert und eine deutlich bessere haltung und ein körpergefühl, um das ihn einige beneiden dürften.

für mich war maite spätestens ab der hälfte der staffel die absolute favoritin und ungefähr genau so lange wünschte ich mir ein finale mit diesen beiden „moppeln“. mein wunsch erfüllte sich. und WOW! was für eine show. von allen staffeln let’s dance, die es bisher gab, mit abstand das beste finale und vom niveau der tänze das anspruchvollste.

hier die tänze in der reihenfolge aus der show. glaubts mir oder nicht, haltet mich für sentimental: ich hab immer noch pipi inne augen, wenn ich das sehe. schaut mal in die gesichter der beiden. spätestens in diesem finale haben sich maite und moritz freigetanzt.

moritz a. sachs und melissa ortiz-gomez mit der samba

maite kelly und christian polanc mit dem quickstep

moritz a. sachs und melissa ortiz-gomez mit dem wiener walzer

maite kelly und christian polanc mit dem paso doble

moritz a. sachs und melissa ortiz-gomez freestyle

maite kelly und chriatian polanc freestyle

(ich hätte gern die originalvideos eingebunden, aber clipfish benahm sich wie sony…)

achja: falls hier ein berliner mann mitliest, der ab 1,75 m groß ist, schon mal einen kurs gemacht hat und gern weitertanzen würde, kann er sich gern bei mir melden unter rachel@rachellindenbaum.de.

One Response

  1. Frau Margritli Says:

    Du sprichst mir aus der Seele! Okay, tanzen kann ich leider nicht, aber jedes Mal, wenn Let’s Dance läuft, bekomme ich wahnsinnige Lust, es endlich zu lernen! Das Finale mit Moritz und Maite war unglaublich schön!

    Die Jury empfand ich in diesem Jahr wieder als sehr kompetent. Als da im letzten Jahr Peter Kraus drin war, waren es immer zwei, die alles wunderbar fanden. In diesem Jahr dann immerhin mit Herrn Glöökler nur einer. 😉 Warum in diesem Jahr Frau van der Vaart moderieren durfte, ist mir auch ein Rätsel. Aber immerhin war Daniel Hartwig in diesem Jahr weniger unverschämt und das war eine Wohltat!

    Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Staffel!

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