rachels kubarundreise, teil 2: camagüey

eins vorweg: es ist möglich, dass dieser reisebericht von meinem desolaten gesundheitszustand und meinem allgemeinen angeschlagensein beeinflusst ist. er wird verfasst, um meinen eindruck zu vermitteln und stellt keine verallgemeinerung dar. andere rundreisen unter anderen voraussetzungen mögen völlig anders verlaufen.

als ich die reise im september plante, hatte ich die eingebung, dass ich camagüey sehen möchte. die stadt liegt an der alten eisenbahnstrecke im inland ein gutes stück von der küste entfernt. die weit populärere lösung einer solchen rundreise wäre santa lucia an der küste gewesen, aber ich wollte kubanische geschichte erkunden. während der planung kam auch die frage nach den transfers von einem ort zum nächsten auf. angesichts der einzelpreise bei vorabbuchung über das reisebüro las ich also diverse kuba-blogs nach und fand überall die gleiche info: kein problem! mit viazul kommste überall bequem hin! keinen stress machen! gehste einfach zur station, kaufst ticket und los gehts. alles total easy! also wollte ich an meinem vorletzten tag in santiago eben dies in angriff nehmen. auf nachfrage an der hotelrezeption, wie weit (also in cuc) denn die station entfernt wäre, hieß es 10 cuc (natürlich. jede taxifahrt kostet mindestens 10 cuc). hmm, antwortete ich und erzählte, warum ich dorthin wolle. daraufhin sagte mir die nette dame an der rezeption (tatsächlich eine der wenigen netten rezeptionskräfte, die ich in drei wochen und vier hotels kennengelernt habe), dass ich mal ins cubanacan-büro im hotel gehen sollte, es gäbe einen bus, der täglich vom hotel nach camagüey fährt. also tat ich das und siehe da: für 17 cuc konnte ich zwei tage später morgens um sechs direkt vor dem hotel in einen modernen, klimatisierten reisebus steigen. viazul wäre zwar sieben cuc billiger gewesen, allerdings hätte ich 30 cuc für die taxifahrten hinzurechnen müssen.

touristen waren in diesem bus in der absoluten unterzahl, ich glaube außer mir gab es noch zwei weitere nichtkubaner im bus. man kann also angesichts des preises nicht behaupten, dass alle kubaner bettelarm wären. die schere öffnet sich auch in kuba langsam. wir fuhren an endlosen zuckerrohrplantagen vorbei, überholten dutzende eselskarren und stinkende klapperkisten auf der straße und irgendwann so rund vier stunden später stand ich auf dem parkplatz des hotels camagüey. dort stand ein quietschgrünes auto, dessen fahrer mir seine taxidienste anbot. also los zum nächsten hotel. kosten fürs taxi? richtig. zehn cuc.

das hotel liegt mitten im leben der stadt und ist ein nachbau des alten bahnhofsgebäudes. in der stadt finden sich überall teile der alten schienen. diese sind (glaube ich) weltkulturerbe und dürfen daher nicht entfernt werden. ich kam also an und wollte einchecken. an der rezeption eine dame mit dem charme einer gouvernante, die dazu kaum englisch sprach (ein drittel der touristen in kuba sind kanadier und amerikaner). das zimmermädchen konnte allerdings helfen. sie zeigte mir auch mein zimmer. im ersten stock. keiner der angestellten fühlte sich animiert, etwa beim gepäck behilflich zu sein. also rammelte ich keuchend meinen 20 kg-koffer die steile treppe hoch, während ich sweatjacke, rucksack, handtasche und sonnenhut auf diversen gliedmaßen balancierte. fast oben angekommen nahm mir das zimmermädchen immerhin die sweatjacke ab. tusch. da sie aber die einzige war, die offenbar mehr als einen satz auf englisch verstehen und sprechen konnte, lächelte ich gequält und rammelte weiter die treppe rauf.

das zimmer war im kolonialstil eingerichtet, schlicht aber hübsch und sauber. es lag an der außenseite mit blick auf einen platz und eine der zahlreichen kirchen der stadt. auf dem platz stand ein kiosk. aus diesem schall das schon wohlbekannte dum dudumm dumm, dum dudumm dumm. fenster hat das hotel nicht, nur fast deckenhohe fensterläden aus holz. ist zwar urig, hilft aber nicht gegen geräusche von außen. egal, ich war todmüde und wollte nur auspacken … was sich angesichts des minischranks, der zu einem drittel noch vom tresor eingenommen wurde als schwierig erwies. also packte ich nur aus, was ich für die drei tage brauchen könnte, ging duschen und versuchte, ein nickerchen zu machen. nach knapp 40 minuten gab ich das unterfangen auf, zog mir was an und machte mich auf den weg, um wasser und internet zu jagen. letzteres gabs im dazugehörigen hotel auf der anderen straßenseite, wasser musste ich finden. ich ging durch die sehr saubere und gepflegte fußgängerzone an vielen geschäften vorbei und ein blick in die schaufenster verriet: es gibt alles, in ausreichenden mengen. markenware, turnschuhe, elektronik, alles. aber zu preisen, die selbst einen europäer zuweilen schlucken lassen. wenn kuba eines nicht ist, dann günstig. wasser allerdings ist vergleichsweise günstig. in einem supermarkt kaufte ich zwei flaschen und ging zurück. alles ins zimmer und wieder runter, internet kaufen.

praktischerweise war der gesamte platz ums hotel herum ein einziger wlan-hotspot. ich setzte mich in das zum hotel gehörende und fast leere café vor der tür. der kellner, der mich beim einchecken gesehen hatte, registrierte das und tat erstmal nichts. das tat er lange. bestimmt 20 minuten lang glitten alle kontaktanbahnungen meinerseits an ihm ab wie an teflon. in dieser zeit hatte schon ein findiger teenager versucht, mir meine internetkarte abzuluchsen oder zumindest die zugangsdaten zu fotografieren, um sie dann selbst zu nutzen. dabei hatte er sich aber so doof angestellt, dass es selbst mir naivem schaf aufgefallen war, so dass ich ihn wegscheuchte. der platz war neben dem ewigen reggaeton-dumdudummdumm erfüllt vom permanenten werben der taxianbieter „taxitaxi! taxi machina! taxi!“ und dem singsang diverser weiterer verkäufer (popcorn scheint ne echte nummer zu sein in kuba). plötzlich sprach mich der nächste von halb hinten an. leicht genervt erwiderte ich, dass ich kaum spanisch kann. wo ich denn herkomme? deutschland. und plötzlich leuchtete das gesicht des älteren mannes und er erzählte mir auf deutsch, dass er ja in jena fünf jahre lang gelernt und gearbeitet habe. was ich denn hier machen würde? zurzeit würde ich gern was trinken, der kellner würde mich aber nicht bedienen. er rief wortreich den kellner ran (vielleicht hätte ich einfach die preußische erziehung vergessen und auch rabatz machen sollen?) und siehe da, ich durfte bestellen. meinen „neuen freund“ lud ich auf ein getränk ein (ja ich weiß, nach santiago immer noch? ach, ich hab urlaub und die zwei cuc … kannste doch mal machen. ja. mal.)

wir saßen dort eine ganze weile und er bot mir an, am nächsten tag die stadt mit dem bici-taxi zu erkunden. 30 cuc für zwei stunden (innerlich seufzte ich auf und sagte laut: „aber nur die. nix mit am ende plötzlich 20 mehr!“). außerdem verabredeten wir uns, abends noch was trinken und vielleicht tanzen zu gehen. wohoo! tanzen! in kuba! endlich! in meiner unendlichen naivität war ich davon ausgegangen, dass „was trinken gehen“ auch in kuba bedeutet, dass man was bestellt und am ende jeder seins bezahlt. nein. in kuba läuft das so: die bestellung gibt der kubaner auf. beim bezahlen senken sich alle blicke auf den touristen. dieser bezahlt und der kubaner registriert das mit einem nicken. ein dankeschön gibt es dafür nicht, das wird als selbstverständlich angesehen. wir gingen also weiter zur casa de la trova, die es in jeder größeren stadt gibt. hier gibt es abends erst live-musik und danach musik vom band. meistens sind es offene innenhöfe, sodass man drinnen draußen ist. mein begleiter fragte an der kasse nach dem eintrittspreis. zwei cuc für mich, ein cuc für kubaner. klar. wer zahlt? klar. ich sagte daraufhin, dass ich nicht den ganzen abend für zwei finanzieren kann (und will). wir setzten uns hin und ich holte mir demonstrativ nichts zu trinken. er daraufhin auch nicht. na gut, dachte ich, dann eben ohne drink. es war studentenabend und das etablissement füllte sich langsam mit lauter gefühlt gerade volljährigen, die so ziemlich jede hipster-modesünde, die man hier gottlob nicht mehr sehen muss, präsentierten. nach einer knappen stunde gab es immer noch keine musik, aber immer mehr mädchen, die ständig an sich rumzuppelten und ihre offenen haare für selfies von links nach rechts und wieder zurück warfen, immer mehr bubis mit rumflaschen und macho-attitüde und in hosen, als hätten sie die verdauung nicht halten können … ich wollte gehen. der tag war ja auch lang gewesen.

stadttour camagüey. nach einem für den preis, den ich für halbpension im hotel bezahlt habe, übersichtlichen frühstück (kein büffet, keine karte, „kaffee?“ und „wie möchten Sie die eier?“) begaben wir uns im bici-taxi auf stadttour. camagüey ist eine sehr gepflegte und saubere stadt – zumindest die innenstadt ist es. aber auch hier liegen mal aus dem nichts vollgeschissene windeln am wegesrand. die stadt ist bekannt für kultur, kunst und kirchen. von letzteren habe ich mindestens fünf gesehen, es können auch mehr gewesen sein. in allen standen liebevoll aufgebaute und zum teil irre detailreiche krippenszenen, es war ja eine woche vor weihnachten (auch wenn mir das bis auf wenige anzeichen fast entgangen wäre. kein vergleich zum hiesigen brimborium. herrlich.). das theater und sein ballett sind weltbekannt und für kubaner sehr günstig. darüber hinaus kennt man camagüey für seine kunstszene. unzählige kleine galerien mit bildern, skulpturen aus holz, leder oder metall oder schmuck gibt es hier. wir besuchte einige davon, aber die beeindruckendste war für mich die galerie von martha jiménez, einer kubanischen künstlerin. ihre bilder und skulpturen sind einfach wunderschön. zum atelier gehört ein kleiner verwunschener garten mit einem brunnen, der von der martha-version des männeken piss besprudelt wird. ich kaufte ein kleines bild von ihr mit dem typischen motiv der tratschenden frauen. übrigens: das thema des tratsches findet sich immer im bild. als muster auf ihren kleidern oder um sie herum. meistens sind es hähne …

nach kirchen und kunst war es zeit für kultur. esskultur. ich hatte den wunsch geäußert, „richtig kubanisch“ essen zu gehen. auch wenn sich das in den letzten 14 jahren gebessert hat, ist kubanische küche das, was man in kubanischen restaurants eher selten bekommt. wir betraten also ein schickes restaurant und waren die einzigen gäste. anders als sonst stand sofort ein kellner bereit und brachte die karten. meinen begleiter hatte ich schon ausgezahlt, er hatte also 30 cuc in der tasche. angesichts der preise äußerte ich, dass ich erstmal mein geld checken müsse, ob es denn für zwei reicht (durchaus mit unterton und blick in seine richtung). er meinte, das wäre doch kein problem. ah, er zahlt für sich, dachte ich. nein. wenn es nicht reichen würde, könne ich den rest jederzeit herbringen, er kenne den chef gut, das wäre kein problem. und ließ sich ungerührt selbstverständlich und ohne jeden dank zum essen einladen.

am hotel erzählte ich ihm, dass ich noch meinen transfer am übernächsten tag nach trinidad organisieren müsste. wir gingen in eine post und er rief bei der viazul-station an. die auskunft: der bus nach trinidad fährt um halb drei. morgens. man muss eine stunde vorher da sein. dafuq? für den notfall hatte ich zum glück die handynummer vom kubanischen repräsentanten meines reisebüros vor ort. das war immer die back-up-lösung. aber mein kubaner lief zu hochtouren auf, setzte mich ins café und verschwand. 20 minuten später stand er vor mir, im kaufhaus um die ecke wäre ein cubanacan-büro, da könne ich auch viazul kaufen. die dame dort war sehr hilfsbereit und sprach hervorragendes englisch. sie checkte den bus nach trinidad und: keine plätze mehr. jo. und wie komm ich jetzt nach trinidad? ich könnte mit dem viazul nach sancti spiritus fahren und von dort mit dem taxi nach trinidad. das wären nur 66 km. ich sah mich schon in sengender mittagshitze mit meinem koffer und restlichen kram am straßenrand stehen und den anhalter geben … aber was solls, irgendwie musste ich ja dahin und in kuba ist improvisation eben alles. (wenn ich in diesem urlaub eins gelernt habe, dann, dass ich kein mensch für unvorhergesehene improvisation bin. ich will im urlaub wissen, wie ich wann wohin komme und zwar vorher. nicht auf gut glück und „das klappt bestimmt!“.) ich kaufte also dieses ticket und einer eingebung folgend auch gleich das von trinidad nach havanna (ich hätte das von havanna zum flughafen varadero auch gleich kaufen sollen, aber dazu später mehr).

zurück zum hotel. ich bedankte mich bei „meinem“ kubaner für seine hilfe und wimmelte ihn dann ab mit der ausrede, ich hätte so lecker gegessen und soviel gesehen, ich müsse erstmal duschen und ausruhen. wenn er mag, könne er ja später nochmal vorbeikommen? eigentlich wollte ich nur duschen und dann unten in ruhe internetzen und dazu was trinken, ohne jemand anderem auch was bezahlen zu müssen. als ich gerade mitten in der umsetzung des plans gefangen war (drink und internet) standen plötzlich zwei männer ende 40/mitte 50 neben meinem tisch und diskutierten wild auf französisch. einer der beiden fragte mich auf englisch, ob sie sich setzen dürften. ja, klar. es war gegen 17 uhr, in deutschland sechs stunden später, meine timelines waren nur noch teilweise wach. der frager stellte sich als pierre vor, kanadier aus quebec. er hätte ein date und müsse nun die zeit bis dahin rumkriegen. das date sollte um 20.30 uhr sein. ich fands ein bisschen niedlich, anfangs. bis er mir dann sehr offen erzählte, er hätte ja außerdem noch eine „freundin“ hier, sie sei 24 (er selbst 57, seine tochter 22). ich könne das übrigens auch haben, ja? als frau einen kubanischen „freund“ für meinen aufenthalt in kuba. ääh what?

in santiago war mir dieses „geschäftsmodell“ zum ersten mal begegnet. in form eines seltsamen paares. er italiener typ briatore, also alt, bleich, faltig. sie bestenfalls gerade volljährig und afrokubanische schönheit. jedesmal, wenn er sie angrabbelte, wollte ich dazwischen gehen. und nun saß hier pierre und erklärte mir, dass er fünf bis sieben monate des jahres in camagüey verbringe und dafür gern eine gefährtin hat. er bezahle ja nicht fürs f**ken, sondern er würde sie und ihre familie unterstützen. dazu bediente er sich psychologischer kriegsführung, anders kann man es nicht nennen. wenn sie versuchte, mehr aus der beziehung rauszuholen mittels „sonst geh ich“, dann schickte er sie weg, bis sie wieder zurückkam, um ihr dann großmütig zu vergeben. so band er sie an sich, denn sie hatte ein kind und ihre alte mutter zu versorgen und mit diesem ballast war sie für andere touristen seines geldbeutels schon ausschuss. mit 24 jahren. natürlich nahm er sich das recht raus, andere frauen zu treffen, während sie das zur schlampe degradiert und zum ende der „beziehung“ geführt hätte. was sollte man diesen frauen wünschen? sich lösen können und weiter im elend vegetieren? kein kubaner kann mit halbwegs ehrlicher arbeit die finanziellen mittel eines pierre aufbringen. das system quasiprostitution ist aber auch zeitlich begrenzt, da kann man nur hoffen, dass ihr kind kein mädchen ist, dem das gleiche schicksal blüht. davon abgesehen war pierre aber ein recht amüsanter gesprächspartner auch für tiefergehende gespräche und bezahlte seine drinks selbst. und er war hilfsbereit und half mir am nächsten tag, in der bank an frisches geld zu kommen. wo nur das ganze geld hingekommen ist, dass ich in santiago umgetauscht hatte?

irgendwann an diesem abend kam auch mein kubanischer begleiter wieder ins hotel. für den nächsten tag hatte er ideen von wir könnten ja in die natur fahren, da gäbe es einen see und … auf die frage wie, meinte er „na mit bici-taxi!“ und ich dachte ja klar. der steht dann stundenlang da und guckt uns beim baden zu und am ende muss ich ewig geld dafür bezahlen, für alles. für den fahrer und den begleiter. ich hatte keinen bock mehr. die aussicht auf sechs tage all-inclusive-hotel als nächste station wurde immer verlockender. wir verabredeten uns für den nächsten vormittag und als es soweit war, sagte ich, dass ich keinen bock auf diese tour habe. ob es nicht hotels mit pool in der stadt gäbe, wo man rumlümmeln kann? die wahl fiel aufs gran hotel (da wo das bild zuende ist, ist es auch der pool). hier zahlt man (also ich) zwei cuc pro person plus vier cuc pro person für den inklusiv-verzehr. also wasser, essen, cubata … zu meinem großen erstaunen hatte mein kubanischer freund eine flasche rum mitgebracht. mulata, weil ich den mag. und zwei plastikbecher. wir sind also nicht auf verzehr angewiesen. oder nur marginal. ich hole wasser, später essen wir davon. bei den preisen fürs „essen“ kann man das bauchgrummeln, das es verursachen wird, schon hören. egal. in den stunden am pool lernten wir einen mann kennen, der seit 1985 immer wieder in kuba war. er kommt aus der nähe von halle und ich nenne ihn mal klaus. als wir gehen wollen, werden wir aufgehalten. mein begleiter geht noch mal mit und kommt nach zehn minuten freudestrahlend mit einer dose bier zurück. vom verzehr wäre noch was übrig gewesen. auf die idee, dass die, die das alles bezahlt hat, etwas hätte haben wollen, ist er gar nicht erst gekommen.

ich gehe ins hotel, dusche und begebe mich in die einkaufsmeile. da der supermarkt schon geschlossen ist, muss ich woanders nach wasser fahnden. plötzlich stehe ich vor einem kiosk, der in der ddr wohl sowas wie ein intershop gewesen wäre. im schaufenster sehe ich: eine dose pepsi (hier sonnenaufgangsgeräusch einfügen). nach mehr als einer woche mit der süßplörre, die die kubaner cola nennen, eine erleuchtung. ich betrete ehrfürchtig den laden. kaufe wasser, zigaretten und: eine dose pepsi. im hotel habe ich mini-mulata-flaschen, der abendplan ist also rum-pepsi. aber es sollte anders kommen.

schon auf dem weg treffe ich meinen kubanischen begleiter. er meint (noch stark angeschallert vom rum am pool), er käme später zum hotel, er müsse mit mir reden. ich frage mich, worüber? über seine idee, dass er doch zu mir nach deutschland kommen und wir zusammen sein könnten, haben wir schon gesprochen (nö!), nachdem er mir am pool erstmal ans knie ging. es stellt sich raus, er lehrt kinder schach und sie hätten keine schachuhren und darum würde es oft ewig dauern zwischen den zügen … diese uhren bekäme man so schwer in kuba, ob ich nicht mal gucken (also schenken) könnte? ich gucke später bei amazon. eine mechanische schachuhr ohne batterie und einfachste ausführung kostet 53 euro. der transport via dhl nach kuba 16 euro. er (also ich) müsste zudem noch einen betrag ab 20 cuc aufwärts beibringen, um das paket auszulösen. sorry, aber nicht mal meine besten freunde bekommen geschenke im wert von 90 euro.

im café lerne ich, als er gegangen ist, eine lustige truppe kennen, zwei kubaner (bruder und schwester), einen kanadier und einen amerikaner. der kanadier ist ein idiot marke trump-wähler. stumpf-doof. die beiden kubaner sprechen kaum englisch. den amerikaner hätte ich hier mit dem allerwertesten nicht angeguckt, aber ich bin im urlaub. long story short: wenn zwei nicht-kubaner in das zimmer des einen nicht-kubaners gehen wollen, das dieser als einzelzimmer gebucht hat, verstößt das gegen die politik des hauses, weil man schlechte erfahrungen mit kanadiern gemacht hätte. alle erklärungen, dass es sich nicht um kanadier handelt, sind sinnlos. wenn es in kuba eine regel gibt, wird sie befolgt. da kann nicht mal geld helfen. wie es ausgegangen ist, erzähle ich gern mal privat.

ich bin froh, dass der viazul nach trinidad um halb drei schon voll war und ich erst um 9 an der station sein muss.

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