gedanken zum sonntag

wenn man abends unterwegs war und es mehr blau als schwarz draußen war, als man ins bett ging, man dann vielleicht noch einen drink zuviel hatte – dann ist der sonntag im a…rgen. zumindest bei mir. andererseits befinde ich mich an solchen tagen in einer art meditativem dämmerzustand, in dem mir viele gedanken durch den kopf gehen, rennen, kriechen – je nachdem.

zum einen ist mir heute sauer aufgestoßen (während der wiederholung meiner geliebten „schillerstraße“), dass im deutschen fernsehen gute bis sehr gute formate immer nach kurzer zeit in pausen geschickt werden. im gegensatz dazu gibt es ewige konstanten wie frauentausch oder die nachmittägliche fernsehlandschaft der privaten mit talk im gericht. man kann im fernsehen einen bauern finden, der mit 45 noch bei mutti wohnt und noch nie ne frau hatte. welche frau will so einen?

wenn einem der bauer nicht reicht, kann man jetzt stattdessen auch einen landadeligen bekommen. ja, auch der verarmte deutsche adel sucht jetzt seine frauen im fernsehen. so weit isses schon. und wenn alles nichts hilft, gibts ja noch nur die liebe quält oder papa gesucht, für jede gruppe was dabei. nur nicht für anspruchsvolle menschen mit einem iq über zimmertemperatur.

nebenbei läuft gerade „königreich der himmel“, von dem mir eben erst aufgefallen ist, dass ich den schon kenne. aber ein schönes beispiel dafür, was dabei herauskommt, wenn sich hollywood großer ungerechtigkeiten annimmt. dann muss es immer einen helden geben (in diesem fall legolas…äh…orlando bloom), der den wahrscheinlich einzigen kreuzritter spielt, der „nathan der weise“ zu kennen scheint. die kreuzzüge, die in ihrer grausamkeit kaum zu überbieten sind, wurden angezettelt im namen gottes. und der allein weiß, wie viele menschen schon in seinem namen sterben mussten. weil irgendwer gesagt hat „gott will diesen krieg“ oder „gott will, dass wir das tun“. faszinierend für mich ist immer, dass nie einer gewagt hat mal nachzufragen, woher denn der, der sowas sagt, das weiß. ich würd ja mal fragen, wo denn die telefonzelle mit dem direkten draht nach oben steht. mir würden da spontan auch mal ein paar fragen einkommen.

letztens unterhielt ich mich mit einem katholischen fundamentalisten. einem, der wie der papst demut und enthaltsamkeit für die bessere lösung des aids-problems in afrika hält als kondome (natürlich gilt das nicht für ihn, er darf kondome benutzen, is ja was anderes). und der sagte den schönen satz: „nur der zweifler braucht beweise, der wahre glauben kennt keinen zweifel“. aha.

in der bibel steht, dass gott uns nach seinem abbild erschuf. wer ist dann der mensch, an dieser schöpfung zu zweifeln? wieso bestimmt der mensch, dass gott den menschen rein heterosexuell geschaffen hat? dass er ihn nicht als triebgesteuertes wesen geschaffen hat? dass er ihn nicht als denkendes und damit fragen stellen könnendes wesen erschaffen hat? gott gab uns das gehirn zum denken. und ich werde mir doch gedanken machen dürfen, wenn mir gesagt wird, dass die bibel wörtlich zu nehmen sei.

und bei euch so?

2 Responses

  1. Uwe Says:

    Zum Thema „Die Bibel wörtlich nehmen“:
    http://www.hh.fh-stralsund.de/phorum/read.php?5,15

    Sehr nett! :o)

    Bei meinen Diskussionen hilft immer die Frage an den Gegenüber, ob Gott seiner Meinung nach allmächtig sei. Das wird natürlich bejaht.
    Dann bräuchte Gott also nur mit dem metaphorischen Daumen schnippen, und die Welt sollte so sein, wie er sie will. Macht er aber nicht. Also in die Welt in Ordnung…
    Gotteskrieger beweisen durch ihre Taten nur, dass sie Gott für nicht allmächtig halten.

    Aber ich rege mich schon wieder auf…

  2. admin Says:

    sehr sehr geiler link!

    das würde voraussetzen, dass er die von uns als missstände definierten situationen ebenfalls als solche sieht und einen grund zum eingreifen sieht. meiner meinung nach haben wir (gehen wir mal von der bibel aus) schon einige knaller vor den bug bekommen (sodom und gomorrha, sintflut…) und haben trotzdem nix geändert. und jetzt lehnt er sich zurück und schaut eben zu was passiert. die, die seine hilfe suchen, werden sie finden, da bin ich sicher. die, die seine hilfe erzwingen wollen, sind zum scheitern verurteilt.

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