wie hund und katze

ich bin ein klischee: demnächst über 30, akademikerin, single, kinderlos, katzenbesitzerin. allein mit dieser aussage werde ich in eine schublade gesteckt: intellektueller katzenmensch, unabhängig, freiheitsliebend, schwierig. das sagen die leute, die meine katze nicht kennen. doch was macht katzenmenschen und hundemenschen aus? gibt es überhaupt den reinen katzen- und den reinen hundemenschen? um das herauszufinden, muss man die hervorstechendsten eigenschaften der katzen und hunde analysieren.

hunde sind beim menschen, weil sie ihn lieben und ihn brauchen. der mensch gibt ihm futter, ein dach überm kopf, idealerweise spielzeug und beschäftigung. die katze ist beim menschen, weil sie die annehmlichkeiten schätzt, die damit einher gehen. futter, ohne jagen zu müssen, nachts immer warm schlafen können und ab und zu, je nachdem, wann sie es will, ein paar streicheleinheiten. katzen brauchen keinen menschen, um leben zu können. und das lassen sie ihn spüren. freigänger kommen und gehen, wann sie wollen. wohnungskatzen suchen sich eine ecke, in die sie sich zurückziehen und kommen nur, wenn sie einen wunsch erfüllt haben wollen, und zwar pronto, bitte.

hunde lieben bedingungslos, leider. das macht sie viel öfter als katzen zu opfern von gewalt und selbst, wenn sie geschlagen werden, lieben sie ihren herren trotzdem. für hunde sind die menschen das größte, egal, wie sie von ihnen behandelt werden. katzen sehen den menschen als personal.

menschen, die mit der unabhängigkeit und erziehungsresistenz von katzen nichts anfangen können, haben auch ihren eigenen artgenossen gegenüber meist probleme mit freigeistern und querdenkern. wer die unterordnung des hundes schätzt, liebt es auch im leben mit menschen geordnet und in klaren hierarchien.

so ist es relativ selten, dass ein schäferhundbesitzer, der diesen für seine eigenschaften liebt, eine katze als gleichberechtigtes wesen betrachtet. denn unter den hundemenschen gibt es auch wieder unterschiede. wer einen schäferhund oder retriever hat, holt sich einen hund, dessen erziehung auch von einem sechsjährigen mit links erledigt werden könnte. der schäferhund hat entsprechend seiner herkunft (toitsch!) einen stahlhelm auf, salutiert und fragt nur: „was kann ich für dich tun?“. der retriever (labrador, golden retriever…) würde für futter auch ein musical aufführen.

beaglebesitzer hingegen erscheinen mir manchmal ähnlich beschränkt wie ihre hunde. der beagle ist eher doof, er muss auch nicht schlau sein, denn sein job ist es, in der meute den fuchs zu hetzen. dafür braucht es eine gute nase, mehr nicht. die einzelhaltung von beaglen ist meiner meinung nach tierquälerei, aber mit zwei beaglen hat man eine minimeute, die absolut erziehungsresistent ist und sich in ihrer einfältigkeit zu potenzieren scheint.

terrierbesitzer sind entweder menschen, die die herausforderung bewusst suchen (und beim terrier dann scheitern) oder menschen, die hunde wegen ihres aussehens kaufen. der westi und der yorki sind ja klassische oma-hunde, die bei selbigen in der regel ohne jede erziehung aufwachsen. der is ja soo klein, der kann ja nix tun. dass sich omma damit eine ein-hund-terrorzelle anschafft, merkt sie meist erst, wenn hundchen nach 15 jahren das zeitliche segnet und plötzlich das leben viel friedlicher ist. der terrier hat das arschlochgen. jeder terrier. vom yorki bis zum staffordshire. ein terrier braucht jeden tag mindestens einmal die ansage: ich chef, du nix. und er wird sie jeden tag aufs neue in frage stellen.

tja, und dann gibt es so verrückte menschen wie mich, die auf hunde stehen, die aussehen, als wären sie direkt nach der geburt einmal kräftig mit der nase gegen die wand geschlagen worden. die mögen dann den boxer oder die bulldoggen und alles, was knautschgesicht hat. ich mag boxer. nein, ich liebe boxer, denn sie haben einen charme und eine fröhlichkeit, die man bei vielen hunden vergeblich sucht. der boxer ist nicht ungehorsam, er versucht nur, alternativen anzubieten, wenn er nicht tut, was man von ihm will. nützt das alles nichts und der mensch versteht ihn nicht, wirft sich der boxer auch schon mal auf den rücken und spielt toter hund. einen boxer zu erziehen bedeutet unglaublich viel geduld, sehr viel spaß und noch mehr liebe. denn mit schreien oder schlägen erreicht man bei keinem hund etwas, erst recht nicht beim boxer: toter hund.

warum habe ich dann eine katze? nun, sie kam zu mir, ich nicht zu ihr. sie suchte mich aus und erkor mich zu ihrer mama. ich habe sie hochgepäppelt und nur in meiner gegenwart traut sie sich bestimmte dinge zu. sie vertraut mir blind und kommt sofort, wenn ich sie rufe. meine katze hat definitiv hundegene. wir sind schlaftechnisch ein eingespieltes team und im alltag wie ein altes ehepaar. und auch, wenn ich sie oft zum mond schießen könnte, weil sie mich mal wieder geweckt hat, weil sie der meinung ist, dass man dieses trockenfutter auf keinen fall fressen kann und jetzt gaaaanz dringend neues dosenfutter her muss, sie dieses dann kurz beschnuppert und mich mit einem „hast du nix besseres?“-blick beschenkt, auch dann möchte ich sie nicht mehr hergeben und kann in nächten ohne sie wirklich schlechter schlafen.

und bei euch so?

7 Responses

  1. Oliver Says:

    Na, wast Du denn für eine Theorie zu Familien die Wellensittiche haben?

    Grüße

  2. rachel Says:

    sie mögen vögel? 😀

  3. meine-Katze.info Says:

    wie wahr, wie wahr…

  4. hühnerschreck Says:

    *lach mich scheckig* ohhhh ja, genau! so ist die welt! (manchmal sind schubladen echt praktisch, ne?)
    die ein-hund-terrorzelle find ich absolut grandios :oD und schlabbrador und co sind ebenfalls soooo schön treffend beschrieben. ich könnt dieses kästchen komplett mit grinsenden smilies füllen, weil mir selber das grinsen nicht aus dem gesicht weicht :o)))
    ich hab ja auch zwei hundekatzen: die beiden hören besser als mancher yorki, kommen (meist) (also immerhin oft) (also öfter als nicht), wenn man sie ruft, und sie mögen wasser. und au0erdem haben wir eine gaaaaaaaanz alte boxerdame. die anhänglich und eigensinnig ist wie eine katze. und die die kater liebt.
    hmmm. (und ein kerl bin ich eigentlich auch, wie ich in einem deiner letzten posts erfahren hab.) seelenschwester? 😉

    schönen tach noch!

  5. -buck Says:

    Ja. Ja ja ja. Absolut. (Wir haben drei Katzen, aber ich mag Hunde sehr.)

    Der Hund denkt: „Der Mensch sorgt für mich. Er gibt mir ein warmes Heim, Zuneigung und Futter.
    Er muss ein Gott sein.“

    Die Katze denkt: „Der Mensch sorgt für mich. Er gibt mir ein warmes Heim, Zuneigung und Futter.
    Ich muss ein Gott sein.“

    😉

  6. Oliver Says:

    Also ich mag lieber Hunde, die jagen i.d.R. nicht unsere Vögel. 😉

  7. rachel Says:

    dann kannst du das „leise lied für eine boxerin“ ja besonders gut verstehen, seelenschwester… 🙂

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