peter fox mit starallüren

hallo, ihre lieben. gestern war es endlich soweit: peter fox in der berliner wuhlheide und wir mitten drin. monatelang hatten wir diesem termin entgegen gefiebert, uns darauf gefreut und einen großartigen abend erwartet. wie das aber so mit großen erwartungen manchmal ist: die realität bleibt hinter ihnen zurück. zuerst einmal habe ich keine bilder, weil ich so blöd war, dem hinweis auf der eintrittskarte zu folgen. denn im letzten jahr beim ärzte-konzert wurde bei der kontrolle meine gesamte tasche auseinandergenommen. diesmal hätte ich eine spiegelreflexkamera dabei haben können und keiner hätte es gemerkt.

einlass war ab 17.00, also waren wir so gegen 18.00 da. zu diesem zeitpunkt war es denn auch noch recht übersichtlich gefüllt, so dass man sich einen schicken platz aussuchen konnte. so saßen wir also in der dritten reihe mit fast geradem blick auf die bühne.

konzertbeginn sollte um 19.30 sein. also um diese zeit wurde der voract erwartet. dieser voract machte rund eine halbe stunde lang soundcheck, wie die ganz großen. und was kam dann? zwei männer mit ner klampfe, einer sang dazu. kein echter rhythmus, keine stimmung. die musik vom tape zwischendurch war auch eher chillig, nett für nen cocktailabend, aber nicht partytauglich.

um 20.30 etwa kam dann wieder bewegung auf der verwaisten bühne auf. es wurden instrumente aufgebaut und alle dachten: jetzt aba! es kam auch eine band, allerdings nicht die von peter fox, sondern die von james hunter. unser running gag des abends hätte auch hier schon gezogen: er spielte immer das lied unter dem hit, nicht den hit selbst. es war nette rockabilly-reggea-musik, aber nix dickes und vor allem nicht wirklich partytauglich.

james hunter trat dann gegen 21.00 ab. bis dahin hatten wir schon zwei von drei stunden ohne echte musik dagesessen, die stimmung war nicht besonders und ich langsam ziemlich angep…t. 2006 war ich beim seeed-konzert, da ging das alles wesentlich zügiger, die vorband war damals miss platnum mit ihrer truppe und die haben schon richtig eingeheizt, die leute waren heiß, als seeed damals gegen 21.00 die bühne betrat. die vorbands bei peter gestern hatten mit seiner musik kaum was zu tun und einheizen konnten sie auch nicht.

um 21.30 sagte die frau vor uns, die mit ihrem sohn (es waren übrigens unglaublich viele kinder am start!) vor uns saß, dass ihr der bierverkäufer gesagt habe, am freitag hätte peter fox erst mit einbruch der dunkelheit begonnen. na toll, dachte ich, kurz vor der sommersonnenwende dauert das ja nur noch bis gegen 23.00.

dann wieder bewegung auf der bühne, leute mit kameras und affenmasken betraten selbige, aber nix passierte. die menge fing an sich selbst zu beschäftigen mit laolas und wasserbällen. und die ersten pfiffe und buhrufe ertönten. das muss man sich mal reinziehen. in die wuhlheide passen so etwa 30.000 leute, wenn nicht noch mehr. alle haben mindestens 32,50 euro für die karte bezahlt, dazu sehr viele mit merchandising-shirts und taschen. dazu das geld, das allein in die gastronomie geflossen ist. und peter fox gibt den superstar. das hat weder seine band seeed gebracht noch irgendeine andere band, die ich je auf konzerten gesehen habe.

um 21.50 bequemte sich der herr fox dann endlich mal, tatsächlich anzufangen. und in einem recht straffen ablauf, der kaum raum für interaktionen mit dem publikum ließ, ratterte er das konzert runter. eingebaut waren noch ein paar sachen von seeed, ein paar remixe seiner songs. alles sehr durchchoreographiert, alles recht steril, ohne liebe zum detail. unbestritten ist, dass peter auch live großartig klingt und er hatte auch spaß dabei, hat sich bewegt und ist viel rumgesprungen, aber alles im rahmen der gesamt-choreographie. unbestritten großartig auch der fakt, dass miss platnum und vanessa maeson seine background-sängerinnen waren und er mit ersterer noch „marry me“ sang. mit vanessa hatte er ja „zucker“ auf der platte, einer der besten songs, wie ich finde.

dann der beginn des üblichen zugaben-eiertanzes. okay, seine scheibe hat zwölf songs. davon hatte er bis auf drei alle gespielt, erste zugabe dementsprechend die großen hits „schwarz zu blau“ und „alles neu“, dazu eine eigene version von „dickes b“, die auch ziemlich cool war. die zweite zugabe begann mit einer coolen jamsession von coldsteel, seiner band und ihm, alle mit trommeln. da wurde dann auch mal das publikum einbezogen, mit klatschen usw. das war schon mal was. tja, und nach der zweiten zugabe, der vorstellung der band und ohne „zucker“ gespielt zu haben, sagte peter dann: danke, kommt gut nach hause.

öhm….nö? nun hätte eigentlich vom publikum der ruf nach der nächsten zugabe erfolgen müssen, denn ein konzert ist erst vorbei, wenn das licht und die musik vom tape wieder angehen. aber warum auch immer: die leute strömten gen ausgang. bitte???? es mag daran gelegen haben, dass so viele familien da waren oder auch daran, dass alle vom ewigen warten schon müde waren. warum auch immer: sie gingen.

und so hinterließ dieses konzert bei mir ein flaues gefühl der enttäuschung. ich habe gern geld für die karte bezahlt und mich wirklich darauf gefreut, aber die starallüren des herrn fox, der alle ewig warten ließ, die sehr sterile choreo und der sehr straffe ablauf haben einen konzertabend, der das potential zum ereignis des jahres hatte, zu einem naja-abend werden lassen. bleibt zu hoffen, dass er das bis august noch lernt und seinen berliner fans gerechter wird, dass er im august die zwei stunden vollmacht und die starallüren ablegt. denn dann bin ich wieder da. und diesmal nehme ich dann auch ne kamera mit. so.

und bei euch so?

2 Responses

  1. Uwe Says:

    das ist wie mit pink. eine hammerfrau mit (obacht! für mich als rocker) hammermusik. geile sau, witzig, energiebündel. und dann… konzert. 90 minuten. die show nur für sich selbst. keine interaktion mit dem publikum. eine einzige enttäuschung.

    eigentlich darf man sich seine lieblinge nicht live antun. meist ist zum einen die enttäuschung danach gross und und zum anderen die frage da, was zum henker eigentlich an denen so toll sein soll.

    nachdem ich von der lippe mal live erlebt habe, frage ich mich echt, warum ich über den mal lachen konnte. eine einzige vulgäre katastrophe.

    aber gabi-und-dem-herrn-sei-dank gibt es ausnahmen.
    herpes ferkeling. oder keimzeit. oder dream theater. da müssen die jungs von coldsteel schon saumässig wirbeln, um nur in die nähe des drummers von dream theater zu gelangen. nächsten dienstag in müchen. dream theater. ich muss los…

  2. dedicated to @_buck: mein schönstes ferienerlebnis | Rachel Lindenbaum Says:

    […] platnum und vanessa maeson als background-unterstützung: kurz – peter fox hat alle meine wünsche vom letzten konzert […]

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