die ereignisse überschlagen sich – überall

also ihr lieben, ich versuche mal die ereignisse der letzten tage chronologisch zu ordnen. denn es ist sooo viel passiert! wer mich bei twitter verfolgt, weiß das, aber für die zurückgebliebenen unter euch ohne twitter dann hier die quasi-analoge zusammenfassung. 🙂 fangen wir mal am donnerstag an. in der twitterwelt schlagen seit tagen/wochen zwei themen wellen: zum einen die wahlen im iran und zum anderen das „zugangserschwerungsgesetz“ von familienministerin ursula von der leyen. letzteres gab es schon, als ich bei twitter anfing, immer mit dem hashtag #zensursula. nein, ich erkläre hier jetzt nicht nochmal, was twitter ist und was hashtag bedeutet. ich bin mir sicher, inzwischen gibts bei wikipedia ne seite dazu. oder kommt zu twitter und findet es selbst raus! 😀

um gegen zensursula zu protestieren haben sich inzwischen viele twitterer ein „zensiert“-schild auf ihr profilbild appliziert. hier mal kurz zum anliegen: also frau von der leyen will kinderporno-seiten sperren und mit einem lustigen stoppschild versehen lassen. die piratenpartei und andere haben eine e-petition verfasst, in der gefordert wird, solche seiten gleich zu löschen statt nur zu sperren. dummerweise haben sie das so nicht kommuniziert, sondern erst jetzt wird das „löschen statt sperren“-motto publik. vorher klang es einfach so, als wäre die idee von frau von der leyen zensur am kinderporno. dieses missverständnis in der kampagne könnte dazu geführt haben, dass viele den durchaus logischen argumenten gegenüber skeptisch waren. ist aber auch egal, das gesetz ist durch und die zensiert-schilder verschwinden langsam.

die wahl im iran war wie gesagt ein zweites thema. um sich mit den menschen dort zu sozialisieren, begannen nun einige, ihre profilbilder grün einzufärben. die ganz coolen waren grün zensiert. ui, toll. was ich mich die ganze zeit über gefragt habe: hat mal einer darüber nachgedacht, wen er da unterstützt? die menschen, deren stimme nicht gezählt oder unter den tisch fallen gelassen wurde oder den verlierer mousavi? bei ersterem: okay, nichts einzuwenden, auch wenn das grüne icon niemanden interessieren wird, erst recht nicht die, die es angehen sollte. bei letzterem: herr mousavi will mitnichten den iran neu erfinden, sondern lediglich das system reformieren. er bleibt beim mullah-system, bei der sharia, die immer noch die steinigung für ehebrecherinnen vorsieht, selbst wenn der ehebruch eine vergewaltigung war und auch er will die atombombe. und so jemanden soll ich unterstützen? die leute, die in tehran auf die straße gehen, tun dies gar nicht vordergründig gegen ahmadinejad, sondern für veränderungen, nicht für mousavi, sondern gegen wahlbetrug.

es bildete sich dann angeführt von twitterin frau elise eine kleine, aber feine gegenbewegung, denn sie färbte auf wunsch profilicons pink ein. sah dann sehr lustig aus. lauter grüne und pinke icons…. war aber auch schön, als langsam wieder normalität einzog und alle wieder normalfarben annahmen.

dann der freitag. ein brüllerknaller begann. abends saß ich mit einer lieben freundin bei wein und sekt mit drei acht im turm im wohnzimmer, als mich eine sms ereilte. „nimm den mist aus dem netz. das ist nicht witzig.“ ach was, der verursacher des vogel-strauß-artikels. öhm…also ich fand den witzig, an eurer reaktion, liebe leser, konnte ich sehen, dass er euch auch gefiel. aber wir probieren mal das „uschi-prinzip“, also schön frauchen tun. „oh, sorry, war einfach total verwirrt und verletzt, weil du dich nicht mehr gemeldet hast. wenn du willst, nehm ich ihn morgen raus. kuss.“ seine antwort war dann irgendwas mit könne er ja sogar verstehen, aber selbst eine bloggerin würde das nicht machen usw. naja, ich kam morgens um vier reichlich angeschickert nach hause und las den stuss und antwortete ihm mit einem freundlichen, aber bestimmten: „am arsch. der text bleibt wo er ist.“ naja, daraufhin drohte er mir die antwort an. und ich fürchtete mich, muaha!

als ich gegen mittag aus dem koma erwachte, hatte ich schon wieder sms-en von ihm, dass er ja nicht gedacht hätte, dass ich ihm jetzt das maul verbieten würde. ich schaltete daraufhin gemächlich compi ein und guck: monsieur hatte schon drei kommentare geschrieben. zu dem „vorfall“ sage ich nur noch soviel: es ist schon interessant, dass ich nicht interessant genug zum zweiten date war, aber mein blog immerhin interessant genug zum nochmal reinschauen. denn der beitrag ist ja schon gut zwei wochen alt. und ich hätte nie gedacht, dass sich ein mann freiwillig sooo zum löffel macht, denn das war ein klassisches eigentor, mein lieber. aber ich danke dir demütig dafür, denn es wäre mir viel spaß entgangen. den gesamten samstag über bei twitter zu dem thema und immer noch hier.

und bei euch so?

One Response

  1. Steffi Says:

    Ich danke dir wirklich für die Zusammenfassung der letzten Tage – denn mein kleines Hirnchen kann bei den vielen Verstrickungen schon mal den Durchstieg verlieren.

    Aber richtig an mir vorbei gegangen ist der Samstag – da war ich so gut wie nicht online. Super der Typ und ich hab mich hier echt gekugelt als ich das grad gelesen habe! Männer soll frau verstehen – sag ich da nur.

    Liebe Grüße,
    Steffi

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