sind alle frauen masochisten?

immer wieder lese ich die immer gleiche story: frauen, die ihr herz unwiederbringlich an einen mann hängen, der dann nicht anruft, sie schlecht behandelt, sie offen betrügt oder einfach spielchen spielt. auch ich kann mich davon nicht lossprechen, denn auch ich habe mir das schon einmal fünf verdammt lange jahre lang angetan. fünf jahre, in denen ich mir jedes wort ihm gegenüber überlegte, weil jedes wort ihn verschrecken könnte. fünf jahre lang den wunsch verdrängt, mit ihm mehr als nur eine nacht im monat zusammenzusein, sondern offiziell. fünf jahre lang der wunsch, mit ihm hand in hand durch die straßen zu gehen und es allen zu zeigen. fünf jahre lang ertragen, dass er mir immer wieder weh getan hat, denn ich liebte ihn ja. fünf jahre lang jede sms wohl dosiert und am boden zerstört, wenn keine antwort kam. fünf jahre lang allen freundinnen erzählt, es geht mir gut dabei, es stört mich nicht, wenn er vor meinen augen mit anderen frauen flirtet oder gar mit ihnen zusammen geht. fünf jahre lang mir eingeredet, dass da mehr sein MUSS, denn sonst wäre er nicht so zu mir. fünf jahre lang mit dem gedanken an ihn aufgewacht und eingeschlafen. fünf jahre lang seligkeit, wenn er mal wieder mich für die nacht erkoren hatte.  fünf jahre verschwendet an einen typen, der inzwischen mit einer frau zusammen ist, weil sie ihm emotional nicht gefährlich werden kann und ihn anschmachtet. fünf jahre verschwendet an einen typen, der mich nicht verdient hat und mir das wasser nicht reichen kann. fünf jahre lang dafür andere abgeblockt, weil ich doch ihn liebte und kein platz für etwas anderes war.

und ich höre solche geschichten immer wieder. und stelle mir immer wieder die frage: warum tun sich frauen das an? fakt ist: ein mann kann mir nur so wehtun, wie ich es zulasse. mit anderen worten: wenn er sich wochenlang nicht meldet, mich mit nichtachtung straft, untreu ist, spielchen mit mir spielt, kann er das immer nur in dem umfang, den ich zulasse. sage ich nach zwei wochen spielchen zu ihm: entscheide dich und er geht, muss ich damit leben, habe aber gewissheit, dass er es nicht war.und kann weitermachen.

doch an diesen punkt kommen wir frauen oft nicht oder wir ignorieren ihn. wir hängen an der hoffnung wie ein süchtiger an der spritze und verlieren über die hoffnung den blick für die realität. denn die ist oft so schrecklich banal: es gibt arschkrampen, die gern spielen. es gibt singlemänner, die einfach nicht mehr wollen als das eine. und es gibt männer, die einfach nicht uns wollen, aber den spaß gern mitnehmen.

was wir dabei nicht sehen ist: es gibt männer, die traurig daneben stehen und sich darüber wundern, dass frauen offenbar lieber den arschkrampen nachlaufen als sich mit den lieben kerlen zu beschäftigen. das sind dann die männer, die sich unsere stories und das geheule über die arschkrampen geduldig anhören, uns trösten und im tiefsten inneren hoffen, dass wir sie eines tages bemerken.

und es gibt männer, die aus unserem verhalten nicht schlau werden und deshalb ein seltsames verhalten an den tag legen. die nicht wissen, wo sie uns einordnen sollen, wo wir doch immer so kühl und beherrscht und erwachsen sind und ihm das gefühl geben, ihn nicht zu brauchen. nur um zu verschleiern, wie es wirklich in uns aussieht. weil wir der überzeugung sind, dass, wenn wir es offenbaren, er sofort verschwunden sein wird und wir nicht einmal mehr das bisschen haben, das wir zu besitzen glauben.

warum können wir frauen so schlecht mit männern umgehen, die uns die welt zu füßen legen wollen? warum laufen wir lieber den arschkrampen nach? und warum tun wir oft so, als wollten wir ihn gar nicht, wenn sich doch unser herz nach ihm allein verzehrt? warum glauben wir immer, dass dieses „besser als nichts“ die einzige wahrheit ist und sind uns so sicher, dass eine offenbarung unsererseits das besser als nichts zerstören wird? warum sagen wir so oft einfach nicht, was wir wirklich empfinden, auch auf die gefahr hin, dass es schiefgeht, aber der gewissheit zuliebe?

und ich sage gleich: ich habe keine antwort darauf. auch ich finde männer genau ab dem moment absolut uninteressant, ab dem ich weiß, dass ich sie haben kann. auch ich finde männer, um deren aufmerksamkeit und zuneigung ich kämpfen muss, viel interessanter.

also, meine lieben leserinnen: warum sind wir so? ideen?

und bei euch so?

12 Responses

  1. Mariechen Says:

    keine antwort..mir ging es ja sogar 7jahre lang so (mit beziehungsunterbrechung meinerseits). nun bin ich drüber weg und hoffe auf einen lieben mann. wobei ich da auch nicht jeden will..
    frauen sind bekloppt und männer noch viel mehr :-))

  2. Jessica Says:

    Kenne ich nur zu gut… bei mir waren es auch Jahre. Ich glaube, es hängt sehr viel mit dem Selbstbewußtsein einer Frau zusammen. Wenn wir denken, wir sind es nicht wert, können wir natürlich auch keinen Mann annehmen, der uns die Welt zu Füßen legen will. Natürlich kann frau nicht von heute auf morgen diese Tatsache ändern, aber ich glaube irgendwann macht es „klick“ , und du wunderst dich, warum du das hast mit dir machen lassen. In diesem Sinne, Mädels, it´s our time to shine!

  3. @Belgier Says:

    Das hat wahrscheinlich mit kognitiver Dissonanz (nach Festinger) und der Rechtfertigung des Aufwands zu tun.

    Es gibt psychologische Experimente (z.B. von Aronson & Mills), die in die Richtung deuten, dass man – knapp formuliert – sich die Dinge gern schön redet bzw. entsprechende Annahmen macht, um das Verhalten und die Gedanken/Gefühle in Einklang zu bringen. Einstellungen lassen sich leichter anpassen als das Verhalten…

    Gerade wenn der Partner besonders wenig Zuwendung bietet, dann steigt sein (angenommener) Wert und wird besonders begehrenswert.
    Eigentlich verrückt – aber total „normal“…

    Ob es was nützt, wenn man von diesen Mechanismen weiß, ist allerdings eine andere Frage…

  4. Läscher Says:

    Isch abe gar kein Antwort, Senorina, aber ich weiß, dass wir Kerle „ich finde männer ab dem moment absolut uninteressant, ab dem ich weiß, dass ich sie haben kann.“ in Hinblick auf Frauen auch unterschreiben müssen. Was irgendwie eine sehr ungüngstige Dynamik ergibt, wenn sie ihm und er ihr nicht sein wahres Interesse zeigen kann. Also ungünstig für die Nicht-Arschkrampen (beider Geschlechter).
    Das Gegenstück für Männer ist übrigens die „Beste-Freund-Falle“, du hast sie oben schon sehr gut beschrieben. Wenn da mal jemand eine gute Lösung für findet, bitte melden.

  5. _infinity_ Says:

    Dieser Post spricht mir aus der Seele, da ich, wie du weißt, im Moment auch in dieser Situation bin und ich auch jemandem „hinterherlaufe“, von dem ich nicht sicher weiß, ob sich mehr draus entwickeln wird, oder nicht. Doch genau der letzte Absatz, den du geschildert hast, nämlich das man die Dinge die man nicht haben kann viel interessanter findet, als alles andere, kann ich besonders verstehen. Mir geht es genauso. Aber da ich schon von so vielen Geschichten gehört habe, in denen Frauen einem Kerl jahrelang hinterherrennen, werde ich auf jedenfall versuchen, dieses Spielchen nicht so lange mitzuspielen.. Schließlich bringt es ja nichts.. ich bin noch jung und es gibt noch tausend andere interessante Männer auf der Welt.. insofern wird sich wohl noch zeigen, was passieren wird 🙂

    Aber manchmal glaube ich, dass dieses masochistische Gen wohl tatsächlich mehr bei Frauen vorhanden ist, als man glaubt.

  6. rachel Says:

    @läscher: ach, ihr auch?

  7. Happy Male Single Says:

    Das erste Alarmsignal ist, wenn er sich mehrere Wochen nicht meldet oder gar nicht antwortet. Ab dann ist jeder weitere Gedanke an „da muss doch …“ sinnlos.

    Mir drängt sich die Frage auf, ob Du Ihn jemals wissen hast lassen, was Du für Ihn empfindest – oder warst Du einfach nur da? Im letzten Fall bist Du in die Kumpel-Lade gerutscht. Wenns mit Sex war, dann eben Kumpel mit Sex Lade.

    Warum Frau die Männer nicht will, die Ihr die Welt zu füßen legen? Keine Ahnung 😉 Wahrscheinlich, weil es ihr zu langweilig wird. Und weil das, was man nicht haben kann, eben interessant ist – wie Du selbst geschrieben hast.

    Wie kann nun Frau das einem Mann klarmachen, dass Sie mehr will? Auch keine Ahnung 😉 Aber ein Beispiel: Hatte mal eine Freundschaft mit Sex. Eines Abends sah sie mich an, legte Ihre Hand auf meine Wange, sah mir tief in die Augen und sagte: „Auch wenn ich es bereue, weißt Du, dass ich mich sehr, sehr wohl in Deiner Gegenwart fühle?“. Genau in diesem Moment schlug meine Sympathie, die ich für Sie hatte, in Verliebheit um. Warum? Weil es das erste Mal war, dass Sie mir gegenüber eine Emotion gezeigt hatte, die sich auf mich bezogen hat. Und was mich daran überzeugt hat, war nicht das, was Sie gesagt hat, sondern WIE sie es gesagt hat.

  8. rachel Says:

    @happymalesingle: ich habs ihm gesagt und er tat so (meine interpretation!) als wäre er völlig überrascht. aber es stimmt schon, in diese schublade bin ich gerutscht und bin auch selbst „schuld“ dran. weil ich da war, unemotional, überlegt und überlegen, kontrolliert, obwohl mein inneres in aufruhr war, wenn er den raum betrat.

  9. evo Says:

    So nachdem Du mich schon schuldig gesprochen hast 😉 – hier mein Kommentar.

    Mein Verhalten versetzt mich Rückblickend in Staunen. Ich mache genau das, was ich bei anderen Männern und Frauen nie wirklich nachvollziehen konnte und ich hatte gedacht, ich wäre imun dagegen. Stolz, kontrolliert und über den Dingen stehend. Seiner Meinung nach bin ich auch genau das – sprich so gern ich auch wollte, ich konnte nicht aus meiner Haut – eben weil er so ist, wie er ist. Habe ich einen Schritt vorgemacht, machte er einen zurück – Kräftezerrend.
    Ich habe sowas noch nie erlebt, es ist wirklich wie eine Abhängigkeit. Erklären kann ich’s mir auch nur so, dass man genau das haben will, was nur schwer zu kriegen ist. Obwohl das meiner Meinung nach wahrscheinlich eh nicht viel Bestand hat, da es eine reine Egosache ist – sonst würden wir uns das alles wohl kaum antun.

    Deine zweite Frage, warum Frau nicht den Netten nimmt, beschäftigt mich schon länger. Ich sass neulich neben einem sehr guten Freund auf einem Fest, schaute ihn an und dachte plötzlich „Eigentlich ist genau er der Mann. Er war IMMER da. Er hat mit mir geduldig Bikinis gekauft. Bei ihm muss ich nicht reden….“ – nur fehlt da das Kribbeln. Und ansonsten ist es, wie Du schreibst, bei 98% ist der Reiz weg sobald man weiss, dass man sie haben kann.

    Wie war das denn früher als man jünger war, da war das irgendwie nie so kompliziert?!

  10. rachel Says:

    @evo: hmmm, das habe ich mich auch schon oft gefragt. früher sind wir vorbehaltslos in beziehungen gerannt und wenns vorbei war, wars eben vorbei. und mit jeder beendeten beziehung bleibt etwas. auch eine narbe vielleicht. eine offene wunde vielleicht. eine angst. könnte es das sein?

  11. evo Says:

    Richtig in jungen Jahren war man unbeschwerter und das machte das mit dem Verlieben irgendwie einfacher. Man traf sich, ging ins Kino, ins Museum oder Essen, küsste sich und war ein Paar. Es gab keine Überlegungen, ob man denn seine Freiheit aufgibt, ob die Freunde mit dem Neuen zurechtkommen, ihn mögen, ob man selbst zurechtkommt. Man fackelte nicht lang, schrieb keine mentalen Pro und Contra-Listen sondern machte einfach.
    Ja, ich für mich kann sagen, dass ich ziemlich vorbelastet bin und Angst habe. Angst, dass der Andere feststellen könnte, dass ich gar nicht sooo toll bin, wie er denkt. Angst, nicht liebenswert zu sein, nicht gut genug zu sein. Angst, davor das mir irgendwann nochmal jemand mein Herz rausreißt und es mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Ziemlich schlechte Voraussetzungen.

  12. Diana Says:

    Mädels poliert mal euer Selbstbewußtsein auf.. das ist total wichtig… nicht immer alles hinterfragen oder dieses immer negativ denken..betrügt er mich , belügt er mich.. er hat wieder keine Zeit… wo ist er..??? Das ist keine „Liebe“ das ist Abhängigkeit… und auf Dauer eh nix! „eine Beziehung (die Liebe) sollte etwas besonderes sein und keine Last“ Es ist wichtig das man lernt einen gesunden Egoismus zu leben… lieber sich solche Fragen stellen “ Will ich das überhaupt“ tut mir das gut… was bringt es mir, wenn es eh immer weh tut?— dann kommt man ganz schnell zu dem Entschluss das man Ihn eigentlich nicht braucht..denn ich kann auch ohne ihn Leben! Und für die hier geplagten mal ein kleiner Tipp-dreht den Spies doch einfach mal um… seit nicht „Allzeitbereit“ macht mal was euch gefällt.. ob es ne neue Frisur oder ein Style ist.. eine Reise.. seid nicht ereichbar.. Männer wollen jagen… !!!!!!! Ist ein Urinstinkt der lieben Männerwelt…und wenn die liebe „kleine “ auf auf einmal nicht mehr permanent zur Verfügung steht..die Frau nicht leicht zu haben ist…. dann läuft die Schaltzentrale ganz schnell auf Hochtouren… das wirkt wahre Wunder! Seit dem ich so lebe ,wo Mann sich seiner nie 100 % sicher sein kann, stellte sich diese Frage garnicht mehr…
    und das nächste ist… „Angst“ vor allem und jeden… Angst ist in unserem Hirn eigentlich so hinterlegt das es uns vor Gefahren schützen sollte.. und warnen! Aber Angst kann uns auch der Lebensqualität berauben..und krank machen.. ist ja statistisch zu lesen das jeder 3 schon an Depressionen leidet.. es ist wichtig sich selber zu mögen..in sich selbst zu hören .. Dinge zu tun die man mag und die einen glücklich machen…auch mal was zu riskieren wenn ich auch nicht weiß was am ende drauß wird…oder an die Folgen zu denken:-)) Ihr werdet sehen das Ihr mehr drauf habt als Ihr dachtet..zum Schluss mal noch ein schlauer Spruch“ Wir glauben immer das andere uns glücklich machen können, dabei liegt das Glück bei uns selbst !
    Das weiß nur keiner !

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