48 stunden neukölln? ui, toll…

die jährlich stattfindenden 48 stunden neukölln haben noch gar nicht richtig angefangen, da bin ich schon massiv genervt. warum? weil einer der festorte sich unter (jaja, richtig gelesen) der brücke in meiner unmittelbaren nähe befindet. bisher sind diese großartigen tage der kleinsten bis größeren modernen kunst ja an mir vorbeigegangen. aber nun wohne ich quasi mitten im festival. super. und langsam beschleicht mich das gefühl, dass mein vormieter deswegen ausgezogen ist.

unter besagter brücke befindet sich das sogenannte toiletten 27 und hier wiederum die ausstellung stadtlandfluss, die heute eröffnet wird von (zitat):

Eröffnungsprogramm mit anything MARIA und Cihangir

Fr 20:30 – 21:30

Ort: toiletten 27

Mit den sinnlich-rohen Gitarren- und Electrosounds ihres Soloprojektes anything Maria versetzt die stimmgewaltige Sophie Gonthier aus Marseille jede Welle des Kanals in Schwingung.
In seiner Performance wandelt der Bauch- und Traumtänzer Cihangir Gümüstürkmen als schwarzer Vogel umher zwischen hier und einer anderen Welt, um dabei mit seinen Federn die Spitzen unserer Fantasie zu streifen.

in echt hört sich das an wie björk für hartz4-empfänger. experimentelle gitarre trifft experimentelle stimme. aua. zum glück seh ich von hier aus den komischen türkischen vogel nicht. und das alles an nem öffentlichen klo. kann man ein kunstfestival in neukölln besser in ein bild fassen? aber ich kann mir lebhaft vorstellen, was für menschen sich da gerade rumtreiben:

hardcore-geisteswissenschafts-studenten mit bunten tüchern um die köpfe, dreadlocks, batikshirts, alle ein bisschen schmuddelig und mit seligen blicken versehen. in den augen glitzern die tränen der rührung ob so viel schöner moderner klangentfaltung. eben weinten sie noch um michael jackson, jetzt weinen sie mit maria. und bauen sich dazu ne tüte.

fazit 1: memo an mich: nächstes jahr um diese zeit habe ich was vor, und zwar außerhalb neuköllns

fazit 2: warum werde ich als anwohner darüber eigentlich nicht informiert?

fazit 3: da müsst ihr nicht hin. ehrlich. wenn euch eure ohren lieb sind.

nachtrag: jetzt ist die anlage kaputt. offenbar hat sie die soviel klangschönheit nicht verkraftet. bleibt zu hoffen, dass es so bleibt.

nachtrag 2: das „konzert“ ist noch viel schlimmer, als die proben vermuten ließen. langgezogene aaaaaaiiii-rufe und ekstatisches kieksen lösen ein geräusch ab, als würde gleich die box platzen. so klingt also sinnlich-roh. aha. ich vermute, dass die frau eine granate im bett ist, anders ist dieser auftritt nicht zu rechtfertigen. und der veranstalter war nach dem sinnlich-rohen beischlaf nicht mehr fähig, ihren klängen zu lauschen. glück hatte er. nur wir müssen den scheiß jetzt ausbaden.

7 Responses

  1. Oliver Says:

    .. und ich hab gestern morgen um 6 Uhr das Fenster aufgemacht um uns dann von dem Vogelgezwitscher wecken zu lassen 🙂

  2. rachel Says:

    um diese zeit war es hier auch ruhig. nach dem schrecklichen eröffnungskonzert wars übrigens erträglich. 😀

  3. Oliver Says:

    .. oder warst Du danach taub?

  4. rachel Says:

    *gg* nee, aber viel hat nicht gefehlt und meine ohren hätten aus lauter empörung den dienst versagt. 😀

  5. Berliner Sommer und seine Stra�enfeste | Die Kiezreporter Says:

    […] letzterer Kategorie gehört definitiv 48 Stunden Neukölln, darum soll es hier auch nicht weiter besprochen werden. Zur ersten Kategorie hingegen gehört das […]

  6. Anna Says:

    Scheinbar hast du dir den falschen Kiez ausgesucht?

  7. Berlinermax Says:

    Schade! Wärst Du mal nach HH-Wilhelmsburg gekommen. Hier ist genug Platz und die Musik war oft sehr, sehr gut. http://bit.ly/MCYQkx

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