rachel geht auf reisen

im juli gab es eine recht alberne miss-twitter-wahl. albern darum, weil es diese wahl jeden monat gibt. aber im juli war es noch neu und so machten alle mit. natürlich hat rachel die deutsche wahl nicht gewonnen, dafür eine ihrer followerinnen den zweiten platz bei der österreichischen wahl. also lud sie zur party ein, um ihren titel zu feiern. kurzfristig wäre es sehr teuer für alle nicht-wiener geworden, daher wurde der termin in den oktober gelegt. und darum war rachel unterwegs.

erste frage bezüglich des transportes war wie immer: wie hinkommen. zug? mitfahrgelegenheit? flugzeug? das schlagendste argument hatte das flugzeug: innerhalb von einer stunde ist man da. dazu ist es stressfrei und man ist nicht auf glück angewiesen, was die abteilmitsitzer angeht. von berlin bis wien mit jemandem, der seine füße nicht gewaschen hat und die schuhe auszieht…brrr. und bei jemandem mitfahren? dauert lange, man kennt denjenigen und damit seinen fahrstil in der regel nicht und muss sein leben ergo für sehr lange zeit in fremde hände legen. nichts für kontrollfreaks. also nichts für mich.

so begab ich mich am donnerstag vormittag mit penibel gepacktem handgepäck (5 kg, obwohl 6 kg erlaubt sind, man weiß ja nie, was dazu kommt unterwegs) und recht winterlich gewandet gen tegel. longsleeve, kuscheljacke und übergangsmantel, tuch um den hals. in berlin waren 9 °C und es goss wie aus eimern. schon am flughafen waren meine hosenbeine schön nass und ich dachte mir: na super, jetzt musste als erstes shoppen gehen. aber erstmal rein in den flieger. die neuen sicherheitskontrollen sind ja irgendwie niedlich. da wird man von oben bis unten begrabbelt und selbst die miniminischnallen an meinen schuhen machten „pöiö“. ohne, dass irgendwer einen blick auf meinen ausweis oder gar mein ticket geworfen hätte, dafür aber mit komplett durchleuchtetem körper durfte ich gen gate schlurfen. schnell noch den duty free abchecken…nö. nix.

ich hatte mir per online-check-in einen hübschen platz hinter dem flügel der tragfläche gesichert, weil ich ja gucken wollte. und das tat ich dann auch. wegen des sehr bewölkten himmels war jedoch nicht viel zu sehen, das olympiastadion von oben immerhin und dann lange nur wolke wolke wolke. über den wolken muss die freiheit usw., ihr wisst schon. vor allem möchte ich über den wolken immer aussteigen. denn die hübschen cumulus-wolken sehen immer aus wie große, weiche, warme watteberge, in die man sich einkuscheln möchte. die schleierwolken sind bestimmt aus zuckerwatte. ich bin mir sicher, wenn man da mit einem stäbchen durchgeht, hat man einen leckeren snack.

irgendwann waren die wolken unter uns weg und dank der anzeige konnte ich sehen, dass wir nahe dresden waren. also mussten die häuserkleckshaufen da unten sächsische dörfer sein. nicht böhmische. da kommen auch schon die saftschubsen flugbegleiter mit den getränken. und einem schokoriegel oder einem knäckebrotsandwich. besonders die (vermutlich) junge türkin mit ihren übermalten lippen und dem ewig genervten zug um selbige fällt mir auf. lächeln? näh.

ankunft in wien. dank handgepäck direkt raus. ätsch! denke ich, als ich an den seufzend wartenden vorbei gehe. wieder fragt mich niemand nach einem ausweis. hmm. egal. ab zur bahn. tür auf und: schockschwerenot! ich hätte dem piloten glauben sollen, als er ansagte, in wien wäre ein schöner spätsommertag. da stehe ich mit meinem mantel überm arm, die kuscheljacke in den rucksack gestopft und schwitze in meinem longsleeve vor mich hin. ab in die stadt, vorher noch schnell das ticketautomatensystem nicht verstehen. tatsächlich kontrolle in der bahn. zwei äußerst nette schaffner fragen höflich und geben bereitwillig auskunft wo man welches ticket bekommt. nicht wie in berlin, wo sie als alltagsmenschen verkleidet zu zweit in die u-bahn schleichen, um dann hinterfotzig ihre ausweise zu zücken und immer (wirklich immer!) jemanden an der nächsten station aussteigen lassen.

umsteigen in die u-bahn. leise lache ich in mich hinein ob der österreichischen gigantomanie in den bahnhöfen. beeindruckende auf und abgänge sind hier jederzeit möglich. dann endlich: angekommen. jetzt die gastgeberin finden. ach da ist sie ja. wir begrüßen uns und gehen erstmal auf ein getränk ins café. und beschnuppern uns. twitter ist das eine, die reale welt das andere. ist man sich wirklich so sympathisch wie im leben 2.0? es läuft gut, die sympathie besteht den ersten realitätscheck. in der realität gibt es auch termine (sie hat einen solchen), also gehen wir nach hause, also zu ihr, denn das wird auch meines sein in den kommenden 48 stunden wien.

weiter gehts im nächsten beitrag.

4 Responses

  1. Uwe Says:

    das mit dem duty free… da hättest du dich an der kasse blamiert – so wie ich auch mal. da kann man nämlich nur kaufen, wenn man die eu verlässt. deshalb sind die läden auch immer so leer, denn wer verlässt schon gern die eu…

    und die „flugbegleiterinnen“: ich bin zur zeit wirklich viel und oft mit dem flieger unterwegs. und mir ist noch nicht ein einziges mal eine dame über den weg gelaufen, nicht nicht nichtbaren spass an ihrer arbeit hatte. wirklich nette, meist auch äusserst hübsch anzuschauende mädels. ich kann das klischee also in keinster weise bestätigen.

  2. rachel Says:

    @uwe: ich war auch erstaunt über die. kannte ich so noch nicht, normalerweise wirken die eher wie auf koks, so gut sind sie drauf. beim rückflug haben sie während der sicherheitshinweise auch schön rumgekichert. 😀
    und im duty free war ich dann aufm rückweg einkaufen. weil ich die zigaretten nicht vorher durch ganz wien tragen wollte.

  3. martini_ganz Says:

    *raunz*
    und wann kommt die fortsetzung?
    *ungeduldig trippel trappel*

    GLG, Martin

  4. rachel geht auf reisen II | Rachel Lindenbaum Says:

    […] nix gutes, manche höflich gebeten, hier also die fortsetzung meiner reisegeschichte. wo waren wir stehen geblieben? achja, richtig. meine gastgeberin hatte einen termin und ich saß nun also allein in ihrer […]

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