missverständnisse

das nur mal voran.

männer und frauen passen nicht zusammen. wusste schon loriot. ergänzend sagte mal jemand: außer in der mitte. aber selbst da ist es nicht immer kompatibel. warum das so ist, haben ebenfalls schon viele menschen beleuchtet. von comedians über literaten bis hin zu philosophen und biologen. letztlich läuft es immer auf diese erklärung hinaus:

das, was frauen an nachdenken und taktieren, strategie und planen zuviel haben, haben männer oft einfach zu wenig. sie meinen in der regel das, was sie sagen und auch so wie sie es sagen. nur selten meinen sie es so, wie wir frauen denken, dass sie es meinen könnten, wenn wir dabei mit in betracht ziehen dass und wir uns daran errinnern wie und und und…

nichtsdestotrotz, auch wenn wir das wissen, machen wir uns das leben als frauen selbst unnötig schwer, wenn wir jede aussage interpretieren und dialektisch beleuchten. was ist das schlimmste, was ein mann zu einer frau sagen kann? also nach „sag mal schatz, kann es sein, dass du am hintern ein bisschen zugenommen hast?“ (worauf in den meisten fällen ein „das gefällt mir gut“ folgen würde, was wir nie zu hören bekommen, weil das geräusch, das unser würgegriff an seinem hals verursacht, zu laut ist oder wir vor lauter grundsatzdiskussion á la „du findest mich also zu dick! dann geh doch zu deiner nachbarin/kollegin/ex/sharon stone [bitte unzutreffendes streichen]“ nicht zum zuhören kommen.)

das schlimmste, was ein mann zu einer frau sagen kann, ist: „das will ich nicht mit dir bereden.“ zack, bumm, rumms. warum ist das schlimm? wir bereden auch nicht alles mit ihm. naja. doch schon. aber nicht ganz alles. nur das meiste. dass uschi grad diese unangenehme scheidenpilzgeschichte…obwohl, das vielleicht auch. egal. das sagt man einfach nicht! das schließt uns aus! wir wollen teil seiner welt sein. immer informiert über alles. und ja: wir SIND neugierig. und wie! schon evolutionstechnisch bedingt müssen wir über alles bescheid wissen. schließlich müssen wir ja wissen, in welcher höhle wir ihn suchen müssen, wenn er mit dem mammut bei sonnenuntergang nicht zurück ist. und obwohl wir WISSEN, dass es dinge gibt, die wir nicht wissen wollen, wollen wir alles wissen. weil ansonsten der kopf karussell fährt. und wir darüber nachdenken, was er uns verheimlicht. was wir nicht wissen sollen. was da hinter unserem rücken geschieht. was da in der anderen höhle, in der die männer zusammen ihre feuersteine anspitzen, geredet wird. obwohl. die reden ja nicht miteinander. die grunzen sich an, beim bier, zwei stunden lang, dann noch’n korn: super abend. prächtig unterhalten.

und vor allem wollen wir ihm natürlich zur seite stehen. mit rat und tat. sein sorgengrames köpfchen auf unseren schoß betten und trost spenden. so wie wir frauen untereinander das eben auch tun. (obwohl wir das auch nur tun, weil wir alles wissen wollen. bis ins kleinste, schmutzige detail. weil uns ansonsten die neugier wie die höllenkatze von stephen king von innen zerwühlt.) dieser kleine satz „ich will das nicht mit dir bereden“ ist wie ein teaser. er sagt uns, dass es da etwas gibt, das ihn beschäftigt, das er aber nicht mit uns teilen will. das macht uns so rasend, dass wir gar nicht mehr auf die idee kommen, darüber nachzudenken, WARUM er das nicht mit uns teilen will. und da sind wir wieder am anfang: zuviel interpretation hat noch nie gut getan. er wird seine gründe haben. und meist sind die sogar nachvollziehbar. nur leider sind viele männer nicht in der lage, das so zu kommunizieren.

und wir nicht in der lage, das in betracht zu ziehen. missverständnisse.

und bei euch so?

7 Responses

  1. anneo77 Says:

    Ähhhhhm, ja. Jetzt wo Du’s sagst *gg* – Nagel auf den Kopf getroffen, würde ich sagen. 😉

  2. hühnerschreck Says:

    erfreulicherweise gibt es ausnahmen. aber die sind eben selten.
    bei mir hat es reichlich 30 jahre gedauert, bis ich ein paar geundlegende kommunikationsstrategien mit männern kapiert hab. „nicht alles hinterfragen“ und „nein heißt nein heißt nein“ waren die beiden grundpfeiler, alles andere baut darauf auf/drumherum.

    übrigens: liebe rachel, danke für deine männer vs. frauen-posts :o) immer erhellend, meist erheiternd – meine pflichtlektüre 😉

    liebe grüße aus der brovinns :o)

  3. rachel Says:

    @hühnerschreck: ich muss mich mit diesen posts selbst immer wieder ermahnen, daran zu denken, dass es so ist. wie schnell wird man doch zur klischeefrau…

  4. Trudeswelt Says:

    Wunderbar auf den Punkt gebracht, höchst amüsant und so wahr.

    Schade, dass mancher Mann in Beziehungsdingen zu unreif ist, sich entsprechend zu artikulieren. Beim Job verhalten sich Männer auch anders.

  5. rachel Says:

    ich weiß nicht, ob es zwingend mit fehlender reife einhergeht. eher mit fehlendem e.q. sie meinen es ja nicht bös. wie war das? männer werden genau 8 jahre alt. danach wachsen sie nur noch… aber stell dir mal vor, männer wären genauso emotional wie wir. drama, baby!

  6. martini_ganz Says:

    genau (anderer e.q. als die frauen)
    Wir sind das alter ego, der notwändige Gegenpol zu dne ewig eloquenten, beredten, insistierend analysierenden Frauen.
    Also Schluss mit dem Gejeier, ihr habt uns verdient!
    Genauso und nicht anders.

  7. bunki (alias bunkinho) Says:

    Ach, und ich dachte, dass wir Männer erst lernen mussten, dass eine Frau die nein sagt, immer auch nein meint.

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