mutterseelenallein

17. märz, gegen 17 uhr. mein handy klingelt, eine mir unbekannte handynummer. ich melde mich. „guten tag, mein name ist xyz, ich bin rettungssanitäter und wir sind hier bei Ihrer … oma … vermute ich?“ „ja, was ist passiert?“ „sie wurde heute nachmittag von bekannten gefunden und …“ mein herz setzt einen schlag aus. eine faust rammt sich in meinen bauch. „… und sie möchte nicht mit uns mitkommen.“ langsam löst sich der knoten im bauch etwas, ich habe das gefühl, als müsste ich spontan meinen darm entleeren. nach einigen erklärungen des arztes vor ort habe ich omma am telefon. sie klingt sehr mitgenommen, verwaschene sprache, hat offenbar mühe, gedanken und laute zu ordnen. ich sage: „omma, der arzt sagt, du willst nicht mitfahren.“ „nee, hab ich keine lust. ich kann ja hier auch nicht weg. wegen lucy.“ „omma, ich fänds aber gut und wichtig, wenn du mit denen mitfährst, damit die mal nachgucken können, warum du umgekippt bist.“ „ich bin nicht umgekippt!“ „doch, die frau m. hat dich gefunden, haben sie gesagt. du hast vor deinem bett gelegen. und ich fänds gut, wenn du mit denen mitfährst, damit die nachgucken können, was los ist. ich kümmer mich darum, dass das haus und lucy versorgt werden. ja? machst du das?“ „na gut, mein mädchen. dann fahr ich mit denen mit.“ „ich ruf dich später nochmal an, ja?“ „ja. okay.“ ich bespreche mit dem arzt, dass sie unbedingt ihr handy und das ladegerät mitnehmen sollen, sage ihm genau, wo alles steht.

etwa eine stunde später versuche ich, die notaufnahme zu erreichen. nach einiger zeit gelingt mir das auch. ich kann mit dem arzt sprechen. der sagt mir, dass omma bewusstlos vor ihrem bett lag, sich eingekotet hatte und das teerstuhl war. omma hat eine leberzirrhose unbekannten ursprungs, trotz zahlreicher tests und spiegelungen wurde die ursache nie gefunden. von dieser leberzirrhose hat sie ösophagusvarizen, krampfadern in der speiseröhre, die 2014 schon einmal geblutet hatten, weswegen sie damals schon einmal im krankenhaus war. teerstuhl deutet darauf hin, dass sie es nun wieder getan haben. ich werde nach ihren medikamenten gefragt oder einem medikationsplan. die medikamente kann ich mir von ihrer haushälterin durchsagen lassen, einen plan haben wir nicht bzw. wissen wir nicht, wo einer sein könnte und omma kann grad keine fragen beantworten. also müssen die präparate ausreichen. für diesen abend kann ich nichts weiter tun als zu warten. versuche, omma auf dem handy zu erreichen, schlagen fehl.

am samstag rufe ich wieder auf der station an. eine freundliche schwester sagt mir, dass omma gut geschlafen hat und auch wach wäre. ich könne sie ruhig anrufen. das tue ich dann auch. sie hat schlimme schwierigkeiten mit dem sprechen. der notarzt hatte mir abends erklärt, dass sich vermutlich ammoniak im gehirn gesammelt habe, das verursacht diese ausfälle, sei aber komplett reversibel. omma merkt, dass sie nicht sprechen kann und ist verzweifelt, ich kann es hören. ich beruhige sie und erkläre ihr, was der arzt mir gesagt hat. wir verabreden uns, später noch einmal zu telefonieren. nachmittags sieht die welt schon rosiger aus. omma ist besser drauf und kann viel besser sprechen. sie albert sogar rum und will grießpudding. ich denke: „alles wird gut.“ aber ein kleiner skeptischer teufel hat sich eingenistet und nagt an mir.

sonntag telefonieren wir wieder. sie erzählt mir unter tränen, dass ein pfleger oder arzt ihr fiese sprüche gedrückt habe, sie würde natürlich saufen, das stünde ja auch im patientenbrief. ausgerechnet meine arme omma, die in ihrem leben nie wirklich alkohol getrunken hat und da jetzt schwach und wehrlos im bett liegt und dem nichts entgegensetzen kann. sie hat die ganze nacht geweint und nicht geschlafen … mir bricht schier das herz. und dann sagt sie: „kannst du nicht herkommen?“ in diesem moment weiß ich, dass es verdammt ernst ist. und beschließe, am nächsten tag urlaub einzureichen und loszufahren. vorher rufe ich aber nochmal die station an und sage der schwester, sie möge doch bitte mit dem pfleger oder arzt sprechen, der diese sprüche gemacht hat. selbst wenn sie trinken würde, wäre es einfach ein menschliches armutszeugnis, seine launen an kranken menschen auszulassen. meine schwester setzt sich in ihr kleines autochen und kommt zu mir nach berlin.

montag gehe ich ins büro, stelle einen urlaubsantrag, informiere meinen bereich darüber, dass ich den per mail schicke und nicht darauf warten kann, dass er genehmigt wird. ich muss zu omma. ich gehe wieder nach hause, unterwegs überflutet mich die panik. die panik, omma könnte das nicht überleben. diese panik wird von nun an mein begleiter sein. sie ist die große schwester des skeptischen teufels, der an mir nagt. wir packen die katze ein, die zu dieser zeit noch die offene stelle am hinterbein und das hosenbein als leckschutz anhat. da ich nicht weiß, wann ich zurückkomme und keinem sitter zumuten will, sich darum kümmern zu müssen und auch, damit die arme mieze nicht die ganze zeit allein ist, ist das die beste lösung. zum ersten mal in meinem leben muss ich mir den schlüssel für mein elternhaus bei jemandem abholen. zum ersten mal in meinem leben ist niemand in diesem haus, als ich hereinkomme. es fühlt sich falsch an. die panik kriecht wieder hoch. ich rufe auf der station an. omma wurden vormittags die varizen operativ verödet und ich will erstmal nachfragen, wie es ihr geht. ja, sie sei noch benommen, aber wenn wir so gegen 17 uhr kommen, sollte es okay sein. ob wir grießpudding mitbringen dürfen? „na klar!“ sagt schwester annemarie. ich mag annemarie. bis zu diesem zeitpunkt habe ich seit fast 24 stunden nicht gegessen. inzwischen ist der hunger aber ein wenig größer als die abscheu vorm essen. also gehen wir essen, am hafen in wieck, noch einmal boddenluft schnuppern, kraft tanken, bevor wir ins krankenhaus fahren. wir finden die notaufnahme und werden nach kurzem warten in ihr zimmer gebracht. und da liegt sie, meine arme omma. eingefallen, blass, das gesicht ganz spitz, die augen ein bisschen trüb. als sie mich sieht, strahlt sie. ich lege meinen kopf an ihre schulter, damit sie meine tränen nicht sieht. ich muss jetzt stark sein, will sie nicht noch mehr verängstigen. sie sagt immer wieder „mein mädchen! dass du da bist, ist so schön!“. meine schwester wartet an der tür. sie und omma haben sich das letzte mal gesehen, als sie gerade laufen konnte. aber sie unterhalten sich und ich bin dankbar, denn mir fehlen die worte. ich habe angst, die panik ist wieder da, ich fühle mich unwohl. die gerüche, die situation, das gewusel auf dem flur … das ist alles zuviel. als meine schwester kurz mal draußen ist, fängt omma an, ich müsse jetzt geld abholen, falls ihr was passiert und mich um lucy kümmern. sie macht die große abschiedstour. ich lächle das weg und sage ihr immer wieder, dass wir jetzt erstmal gucken, wie es weitergeht, jetzt bin ich ja da. nach knapp drei stunden geballter lindenbaumpower ist omma auch viel optimistischer und besser drauf. einerseits will ich nur noch raus, andererseits will ich sie nicht da allein lassen. schließlich gehen wir aber, weil omma doch zusehends müder wird. es war ja auch ein langer tag. wir verabreden, morgen wiederzukommen.

dienstag fahren meine schwester und ich in die stadt und gehen in den tierpark. ich zeige ihr ommas erdmännchen und den rest des parks. wir lernen helge kennen, den superentspannten tierparkkater und plauschen mit einer pflegerin, während wir helge flauschen. auf dem weg in die stadt hat omma angerufen und mir gesagt, dass sie auf die normale station verlegt wird und wir uns ruhig zeit lassen sollen, das dauert bestimmt ne weile. vom tierpark flaniere ich also mit meiner schwester über den greifswalder wall bis zur mensa und von dort aus durch die fußgängerzone zurück. am markt essen wir mittag und schlendern zurück zum auto, um wieder zum krankenhaus zu fahren. ich rufe nochmal bei der notaufnahme an, um zu fragen, ob omma schon verlegt ist und wo die station ist. der tag ist sonnig und ich bin vorsichtig optimistisch. nach einigem suchen finden wir die station. eine schwester fragt uns, zu wem wir wollen. „ah ja, zimmer 10. da müssen sie sich den kittel und mundschutz und handschuhe anziehen, die hatn keim.“ rumms, hallo panik. ihre zimmernachbarin in der notaufnahme hatte wohl diesen keim und eventuell hat omma den jetzt auch und liegt darum allein im isolierzimmer. die gesamte station inklusive personal versprüht den charme der späten 80er. wir verhüllen uns also etwas ratlos und betreten das zimmer. nach der totalüberwachung auf der notaufnahme ist das ein schock. keinerlei überwachungsgeräte, flexyle und tröpfe ab. die flexyle sei rausgerutscht und soll neu gelegt werden. die luft ist furchtbar trocken. omma weiß gar nichts von dem keim und fällt aus allen wolken. sie sagt: „jetzt hab ich alles überstanden und nu sterb ich an so nem keim.“ wir lächeln das weg. meine schwester macht sich „sehr beliebt“, weil sie im 30-minuten-takt die schwestern aufsucht, wann denn nun die flexyle neu gelegt wird, ob der blutdruck und das fieber gemessen werden, ob man mit einem arzt sprechen kann etc. in den fast fünf stunden unserer anwesenheit kommt gerade mal ein schlecht gelaunter junger arzt ins zimmer geschlurft, der missmutig die flexyle legt. die tröpfe schließt er aber nicht an, das ist schwesternarbeit. omma hat einen blasenkatheter, das gefäß dafür ist fast voll, interessiert aber niemanden. als wir gehen, sollen wir unsere nummern dalassen. wir schreiben auf den zettel, dass bitte heute noch fieber, blutdruck, blutzucker und urinbehälter überprüft werden mögen. nach der op hatte omma leichtes fieber gehabt. auf der notaufnahme hat sich die schwester sofort darum gekümmert und einen paracetamoltropf angehängt. hier habe ich das gefühl, omma könnte auch allein in einer leeren seitengasse liegen und wäre besser versorgt.

mittwoch wollen wir zum stationsarzt gehen. gnädigerweise gewährt dieser pro tag eine stunde zeit für angehörige. vorher fahren wir nach wieck, gehen ans wasser und am hafen zurück, nerven einen fischer mit seinem vollen boot und gehen in die pizzeria, in die omma und ich immer gehen. danach noch ein boddenmodder-eis. ohne geht nicht. im krankenhaus erklärt mir der arzt auf dem flur im schönsten publikumsverkehr, was ich eh schon weiß. die varizen haben geblutet, nun muss man sehen. der keim ist nur innerhalb des krankenhauses relevant, solange daraus keine infektion entsteht, ist alles okay. dabei ist er immerzu damit beschäftigt, sich im spiegel hinter mir selbst zu bewundern. donnerstag oder freitag will er sie entlassen. „wie bitte? in dem zustand? sie kann ja nicht mal aufstehen?“ naja, man wird sehen. wir gehen zu omma und erzählen ihr das. omma setzt das gesicht auf, das ich nie vergessen werde: ängstliches kaninchen vor der schlange. bis nach hause wird sie es behalten. während der visiten erfahren die patienten gar nichts. der stationsarzt kommt einen schritt ins zimmer und von dort aus erklärt er nach papierlage kurz die lage und geht wieder. als wir mittwoch ins zimmer kommen, steht auf ommas nachttisch eine schale mit zwieback. für eine patientin mit akuten op-narben in der speiseröhre, mit ösophagusvarizen und erhöhter blutungsneigung wegen der leberzirrhose. keine weiteren fragen, euer ehren. wir bekommen aber immerhin einen testrollator ins zimmer, weil sogar omma inzwischen dämmert, dass es vorerst auch zuhause nicht ohne gehen wird.

donnerstag will meine schwester wieder nach hause fahren. dem wochenendverkehr entgehen. ich habe unser autohaus angerufen, beim letzten versuch, das auto aus der garage zu fahren, hat omma den spiegel abgefahren. donnerstag kann das repariert werden und gleich die reifen gewechselt. wir fahren also mit zwei autos vormittags ins krankenhaus. gegen mittag fahre ich zum autohaus und lasse alles reparieren. auf dem rückweg fahre ich zu einem sanitätshaus und lasse mir mal rollatoren zeigen. ich suche natürlich das porschemodell für omma aus. ein kleiner, wendiger alurolli mit tasche vorn dran und so leicht, dass er beim ziehen der lasche zum zusammenklappen mit hochkommt. mit den katalogen und infos bewaffnet schneie ich nochmal bei omme rein. da sie nicht mit mir gerechnet hat, freut sie sich wie bolle. ich erkläre ihr alles, auch, wie das mit der zuzahlung läuft. inzwischen isst sie seit zwei tagen brav dreimal am tag, also mache ich ihr abends immer reiterchen (also stulle schmieren und in happen schneiden), so wie sie es für mich immer gemacht hat. am freitag wollen wir zusammen „let’s dance“ gucken. dafür brauchen wir boxen mit klinkenstecker und ich verbünde mich mit der schwester, die dann nachtschicht hat und verspricht, mich nicht rauszuwerfen. als ich abends endlich nach hause komme, fällt mir ein, dass ich die stelle vom tier seit zwei tagen nicht verarztet habe und schaue nach. ich muss zum tierarzt.

freitag beginnt also mit dem obligatorischen telefonat mit omma und dann folgt der tierarztbesuch. ich sage, dass ich die stelle jetzt zugemacht haben will, sie mögen es nähen. die tierärztin nimmt abstriche. das ergebnis ist semigut: es gibt veränderte zellen. das kann von der dauerentzündung sein, aber auch tumor kann man nicht ausschließen. wir machen einen op-termin für kommenden mittwoch mit der option, dass ich montag anrufen kann, ob eine lücke  für eine frühere op ist. abends fahre ich zu omma, mache ihr reiterchen zum abendbrot, richte die boxen ein und wir gucken „let’s dance“. ein surreal schöner abend. ich bin gegen 0:30 wieder im haus und falle ins bett.

samstag wache ich morgens auf und stelle fest, dass das tier sich über nacht das hosenbein ausgezogen hat. ich bekomme es auch nicht wieder an. also wieder zum tierarzt, plastikkragen holen. was bedeutet: ab jetzt ist sie völlig auf mich angewiesen. mit dem kragen kann sie weder fressen noch trinken. endlich eine sorge mehr. nachmittags fahre ich auf dem weg zu omma bei der örtlichen mall vorbei. ich kaufe blumen für omma und drei shirts und einen pulli und ballerinas für mich. in greifswald ist frühling und ich hatte nur klamotten für eine woche dabei. ein shirt, den pulli und die schuhe behalte ich an, den rest nehme ich mit und zeige ihn ihr. sie findet das alles super. nach dem abendessen mit reiterchen mache ich mich auf den heimweg. inzwischen bekomme ich beim anblick der krankenhaustür schon einen trockenen mund wegen der schlechten luft dort. außerdem sehe ich, dass es omma zwar körperlich täglich besser geht, aber psychisch die kurve nach unten zeigt. sie liegt immer noch allein dort, mag nicht fernsehen und lesen auch nicht und starrt die wanduhr an.

sonntag bittet sie mich, die wanduhr auf sommerzeit zu stellen. mach ich natürlich. wir haben einen schönen nachmittag und abends gucken wir lindenstraße, hand in hand. bis die schwestern reinstürmen, um endlich mal das bettzeug mit den blutflecken von dienstag zu wechseln. omma geht inzwischen nicht mehr auf den toilettenstuhl, sondern allein aufs klo, kann sich morgens selbst waschen und zähneputzen. inzwischen ist montag angesetzt für die entlassung. problematisch ist, dass sich nun wasser im bauch sammelt. das drückt auf den magen und auf die lungen, was wiederum luftnot und appetitlosigkeit verursacht. sie bekommt tabletten zum entwässern.

montag rufe ich morgens wie immer an. sie sagt, sie hat fast die ganze nacht am bettrand gesessen und gelesen, weil sie wegen des wassers nicht einschlafen konnte. ich sage, ich komme so, dass ich mit dem arzt sprechen kann. bis zu diesem zeitpunkt hat keiner mit ihr oder mir über den zustand oder eine prognose gesprochen. die sozialarbeiterin war da, um die betreuung durch einen pflegedienst anzukurbeln und hat den rolli verschrieben. ich warte mit einer anderen angehörigen auf dem flur, sie bestätigt meine erfahrungen, auch sie erfährt nichts, wenn sie nicht informationen einfordert. nach 20 minuten erklärt mir der arzt wiederum auf dem flur, aber diesmal mit dem rücken zum spiegel, dass sie nicht mehr nach hause kann. sie muss ins heim, direkt. die prognose ist sehr schlecht, es könne wunder geben und sie könne sich noch einmal rappeln, aber es kann auch morgen vorbei sein. wer denn ihr vormund ist? sie habe keine vormund, sage ich, warum auch, sie ist ja fit im kopf und hat bis hierhin auch selbstbestimmt allein gelebt. na, dann müsse man mal mit ihr sprechen, und stürmt in ihr zimmer. von schutzkleidung ist inzwischen kaum noch eine rede, niemand überprüft das und nur die hälfte hält sich dran. in ihrem zimmer stehen drei menschen, die sie gerade befragen wollen, weil sie sich zur teilnahme an einer studie zur leberzirrhose hat breitschlagen lassen. auf die frage, ob sie gehen sollen, sagt der arzt nur, das sei nicht nötig, das dauere nicht lange. und setzt sofort an: „frau w., Sie können nicht mehr nach hause, Sie müssen ins heim.“ omma bricht auf dem punkt zusammen und weint. ich setze mich zu ihr aufs bett und nehme sie in den arm. die drei glotzen. ich schicke sie raus. der arzt sagt, er müsse seine diagnose von letzter woche revidieren und das täte ihm leid. ich atme durch und sage, dass ich die sozialarbeiterin sprechen möchte. zwischen „aus dem krankenhaus ins doppelzimmer im heim“ und „allein zuhause“ müsse es facetten geben. er sagt zu, sie anzurufen. knapp 30 minuten später, in denen ich meine verzweiflung kaschiere und omma mut zuspreche, kommt die sozialarbeiterin. und sagt: „ich sehe das anders. ich hab mit dem doktor jetzt auch geschimpft, das geht so nicht. ich habe ihre entlassung morgen befürwortet und der pflegedienst meldet sich bei Ihnen wegen der absprachen.“ die könnten bis viermal am tag kommen. omma hat wieder ihr kaninchengesicht. sie hat angst vor zuhause und angst vorm heim und angst vor allem und ich bin ihr halt. ich sage ihr „na siehste, dann kommste morgen erstmal nach hause und dann gucken wir weiter. bis sonntag bin ich auf jeden fall noch da und die osterwoche ist kurz, das sind nur vier tage. wir gucken jetzt erstmal.“ als ich nach hause kam, hab ich mich betrunken und geheult. die panik war wieder da, sie war vormittags schon da und sagte mir, dass omma nie wieder nach hause kommt. ich wusste, omma muss hier raus. hier drin stirbt sie scheibchenweise und allein.

dienstag bin ich mit organisieren beschäftigt. den rollator und den toilettenstuhl für zuhause, der pflegedienst, ihren transport. hätte ich nicht zweimal nach information gefragt, hätte man mich an diesem tag angerufen und mir gesagt, sie wird entlassen und ob sie gebracht werden soll. nachdem die station angerufen hat, rufe ich omma an. die weiß noch gar nichts von ihrer entlassung. ich fahre zum sanitätshaus und holle rolli und toilettenstuhl. fahre ins krankenhaus und packe ihre sachen. warte mit ihr auf den entlassungsbrief. gehe mit dem entlassungsbrief nochmal zum arzt, weil das wieder was von „leberzirrhose wegen alkohol plausibel“ drinsteht. er streicht alles raus, ist sehr demütig und kooperativ. dann warten wir auf den transport. der kommt, die leute reden nur mit mir. ich sage ihnen, sie können auch mit ihr reden, sie ist klar im kopf, nur schwach auffe beine. endlich sind wir zuhause. omma sagt, sie will auf keinen fall ins bett. und den toilettenstuhl braucht sie auch nicht, der kann hoch ins alte schlafzimmer. wir essen abendbrot, reiterchen mit käse und joghurt. irgendwann bringe ich sie ins bett, helfe ihr beim aus- und umziehen und gebe ihr einen gute-nacht-kuss.

mittwoch früh um 7:30 kommt die tante vom pflegedienst, um die details zu besprechen. wir sagen, dass wir viermal täglich jemanden brauchen, damit möglichst wenig zeit allein ist, in der niemand guckt. in der zeit, die omma im krankenhaus war, habe ich das schloss auswechseln lassen, sodass man auch aufschließen kann, wenn von innen ein schlüssel steckt. die schlüssel zum schloss habe ich übers dorf verteilt. die tante vom pflegedienst sagt, sie könne erstmal nur die morgendliche pflege abdecken, die leiterin sei im urlaub und sie würden sich montag melden, wie sie das organisieren können. ich bringe das tier zum tierarzt wegen seiner op. mittags essen wir auf ommas wunsch kartoffelsuppe und nachmittags lege ich mich eine stunde hin. fünf nächte mit einem kragenlöwen, der unbedingt mit unter die decke will auf einem 80cm-bett haben ihre spuren hinterlassen. gegen 16 uhr fahre ich zum sanitätshaus, einen duschhocker holen und hole dann das tier ab. von jetzt ab habe ich ein schlechtes gewissen, wenn ich omma unten und das tier oben allein lasse.

donnerstag komme ich früh um kurz nach sechs nach unten. omma liegt im bett mit kaninchengesicht und jammert. sie hat nicht schlafen können wegen des wassers im bauch und ist mürbe und will nicht mehr. „lass mich gehen, mein mädchen.“ die panik greift wieder zu. ich kämpfe sie nieder und versuche, sachlich zu bleiben. „was möchtest du? heim? krankenhaus? hospiz?“ allein könne sie nicht hierbleiben, sie wolle ins heim. ich sage ihr, dass im heim die wahrscheinlichkeit, dass bei einem zwischenfall der notarzt gerufen wird und sie ins krankenhaus kommt, groß ist, weil die das müssen. das wolle sie nicht. also hospiz? ja. ich durchwühle eins der telefonbücher nach „hospiz“ und finde „hospiz-dienst“. dort rufe ich an. eine freundliche, hilfsbereite stimme erklärt mir, dass das die nummer des hospiz-dienstes sei und dieser mit mehr als 60 ehrenamtlichen schwerkranke und sterbende zuhause begleite und auch für die angehörigen da sei. ob es hilfreich wäre, wenn jemand am nachmittag vorbeikäme? oh ja! außerdem versuche ich, einen notar zu finden. omma hat weder vorsorgevollmacht noch patientenverfügung. das will ich versuchen zu regeln. weiterhin rufe ich ihre hausärztin an, ob sie oder der kollege vorbeikommen könnten wegen der beschwerden. der pflegedienst kommt zur morgentoiletten, danach frühstückt omma und ich muss mit dem tier nochmal zum tierarzt zur nachkontrolle. der vorteil an den alten netzwerken ist, dass ich bei „unserer“ tierärztin bin, die eine gute freundin von omma ist und die mich auch schon ewig kennt. bei ihr bekomme ich einen zusammenbruch, was okay ist, weil sie es ist. ich bin panisch, ängstlich, ratlos. noch ist der tod das worst case scenario. sie fängt mich auf, versichert mir, dass sie ommas lucy nehmen wird. wir plaudern noch eine ganze weile und sie sagt, dass sie vorbeikommen will, um omma das noch persönlich zu versichern. währenddessen ruft eine weitere mitarbeiterin des hospizdienstes an und kündigt sich für den nachmittag an. full house ist ab diesem tag fast alltag. sie erklärt uns, dass zum hospizdienst noch ein spezialisiertes ambulantes palliativteam gehört, dessen ansatz eben nicht kurativ ist, sondern die verbleibende zeit so angenehm wie möglich zu machen. wir vereinbaren einen termin für den nächsten tag.

freitag gehe ich mit angst nach unten, aber omma ist schon wach und hat auch ein bisschen geschlafen. die welt ist etwas rosiger. mit dem pflegedienst geht sie sogar duschen, das war ihr größter wunsch nach dem krankenhaus. dann frühstück und mittags essen wir nudeln ganz weichgekocht mit trüffelpesto. das sap-team kommt mit einem arzt vorbei. sie sagt klar und deutlich, was sie nicht mehr will: notarzt, notaufnahme, krankenhaus, lebensverlängernde maßnahmen. ich schlucke. sie lassen notfallmedikamente da in eskalationsstufen: zum einnehmen, tropfen, zum spritzen. abends gucken wir „let’s dance“ und ein paar mal nickt omma weg, aber das ist okay. ich stelle das kopfteil ihres lattenrostes hoch und baue ihr eine kissenburg, damit sie ungefähr 45 grad höhe hat. nach „let’s dance“ helfe ich ihr ins bett und gehe schlafen.

samstag komme ich gegen acht nach unten und omma liegt friedlich eingerollt im betti und schläft. also lass ich sie, mache mir leise einen kaffee und gehe nach drüben in mein altes zimmer. als ich zurückkomme, ist sie wach im bad und strahlt mich an: „stell dir mal vor, ich hab richtig gut geschlafen!“ ich bin selig. vielleicht wird ja doch alles gut? aber seit freitag stockt die verdauung. da kommt einfach nix, trotz anreger. das skeptische teufelchen aktiviert seine große schwester und lässt mich ahnen, dass das folgen haben wird.

sonntag komme ich runter und omma sitzt am wohnzimmertisch und sagt: „ich bin gewaschen und geputzt, ich möchte gern eine pflaumenmusstulle.“ bekommt sie. an diesem tag gehen wir wie samstag schon eine hofrunde mit dem rolli. sie bekommt hühnersuppe von samstag, weil die dann so schön durchgezogen ist. und joghurt „russischer zupfkuchen“, der sie umhaut. nachmittags treffe ich mich mit einer freundin, vier stunden raus aus dem haus, zuhause wieder lindenstraße und reiterchen mit stinkerkäse. alles ist super, dafür, dass sie gerade raus aus dem krankenhaus ist. ich bringe sie ins bett, gute nacht, ich hab dich lieb. und gehe zum kragenlöwen. nehme den kragen ab und lassen dem tier ein bisschen freiheit. plötzlich rummst es unten fürchterlich. ich rufe runter: „omma?“ „ich bin gefallen!“ ich stürze runter und bin froh, dass man durch zwei türen ins zimmer kommt. denn vor einer hockt sie. sie wollte aufs klo, weil es endlich ging und dann wurde ihr schwindelig und sie ist gefallen. ich helfe ihr auf, frage, ob sie noch aufs klo will ich helfe ihr aufs klo, wische sie hinterher ab und … blut. ich sage: „du blutest. was soll ich jetzt machen? notarzt?“ nein, das team. okay, die sagen mir, das könne man nur abwarten und morgen den hausarzt anrufen. also hole ich das bettzeug runter und klappe das sofa im wohnzimmer nebenan aus, das nicht zum draufschlafen gemacht ist.

montag früh rufe ich das team nochmal an. man versichert mir, dass sowohl die schwester als auch die ärztin auf dem weg zu uns seien. der pflegedienst kann omma nur im bett waschen. ich habe nachts den toilettenstuhl von oben heruntergeholt. was ich aus dem eimer entsorge, ist eher stuhl im blut als umgekehrt. die ärztin spritzt was gegen die übelkeit, die omma hat. nachmittags kommt die mitarbeiterin des hospizdienstes. mit ihr sitze ich lange draußen und weine, weil ich gerade alles verliere. meine omma, mama, beste freundin, meinen anker und auch den ort, an den ich mich immer zurückziehen konnte, wenn alles scheiße ist. sie sorgt dafür, dass eine ehrenamtliche vorbeikommt.  das verschafft mir ein bisschen luft, mich um das tier zu kümmern. außerdem hat sie eine superidee: ein babyphone mit antwortfunktion! omma und ich reden viel an dem abend. plötzlich ist ihr tod nicht mehr das worst case scenario, sondern das unausweichliche ziel des weges. wir sind beide sehr ruhig, sehr traurig, weinen beide, lachen zusammen. sagen uns, wie lieb wir uns haben. ich schlafe wieder im wohnzimmer.

dienstag sagt sie mittags zu mir, sie möchte so gern grießbrei mit apfelmus. also koche ich greißbrei und wir essen zusammen. mir wird jeder happen im mund immer mehr, weil ich spüre, dass es unsere letzte gemeinsame mahlzeit ist. aber ich esse auf und sie will sogar nachschlag. ich gehe nach oben, das tier füttern und mich umziehen, weil ich, wenn die ehrenamtliche kommt, einkaufen will. das babyphone kaufen und alle joghurts „russischer zupfkuchen“, die im kühlregal von real,- stehen. ich komme wieder runter und omma sagt: „ich hab dich so gerufen! ich musste aufs klo!“ oje, ich entschuldige mich und wir gehen auf den toilettenstuhl neben dem bett und plötzlich starrt sie an die decke und reagiert nicht mehr. ich schnipse und klopfe sanft auf ihre wange und sie sagt „ich bin ja hier“ und ich hieve sie ins bett und das ist extrem anstrengend für uns beide. ich rufe das team an und die kommen auch schnell und ziehen ihr eine windel an. zum ersten mal seit callys tod machen sich die inkontinenzunterlagen bezahlt, die wir nun omma unter den hintern schieben. ich bin an dem punkt, an dem ich denke, dass ich das nicht allein gebacken bekomme. nebenbei habe ich mit dem pflegedienst telefoniert, der mich montag schon anrufen wollte und dann um 15:10 uhr schon im feierabend war. die wurden auch noch pampig und ich sagte nur, dass sich die situation seit mittwoch dramatisch verschlechtert hat und ich eine verlässliche aussage brauche, weil ich es allein nicht schaffe. die schwester vom palliativteam konnte ein bett in einer palliativ-wg anbieten, aber omma wollte zuhause bleiben und sie ist die chefin. also bleibt sie zuhause. abends saßen wir wieder lange zusammen, ich fragte sie, ob ich jemanden anrufen solle und sie sagte „e. wenn alles vorbei ist.“ sie sagte noch „jetzt bring ich dein ganzes leben durcheinander, mein mädchen …“ und ich sagte ihr, dass das okay ist, weil ich ihres ja auch ganz schön aufgemischt habe. irgendwann ging ich nach oben, nun aber mit babyphone. sie rief mich etwa 30 minuten später und ich ging wieder runter. ihr sei so schlecht. ob ich ihr was spritzen soll gegen die übelkeit? oder morphintropfen geben? nein, will sie nicht. irgendwann sagte sie: „geh ins bett, mädchen.“ und das tat ich. was sollte ich auch sonst tun?

mittwoch früh gegen halb fünf höre ich omma übers babyphone husten wie jemanden, der spucken muss. also gehe ich runter. spreche sie an. „ich muss raus, mir ist schlecht!“ „omma, du kannst nicht aufstehen, ich hab hier einen eimer, wenn dir schlecht ist.“ sie liegt immer noch im 45-grad-winkel und rutscht immer weiter richtung bettkante. alle paar minuten versucht sie, aufzustehen. meine panik ist wieder da. dieses mal allerdings ist es die panik, dass sie aus dem bett fällt und ich sie nicht wieder reinbekomme. ich versuche im 30 minuten-rhythmus das team anzurufen, aber keine antwort. irgendwann gegen 7 erreiche ich auf der bereitschaftsnummer des neuen pflegedienstes jemanden. die kommt auch recht schnell, hilft mir, das kopfteil wieder runterzustellen, omma weiter nach hinten im bett zu lagern. danach hat omma zwar immer noch anwandlungen aufzustehen, aber die lagerposition lässt es nicht zu. gegen mittag kommt eine weitere pflegerin, die sie ganz lieb in ein neues höschen bringt, aber die dreherei verursacht, dass omma das blut ausspuckt, das im magen ist. also neues nachthemd und neues kissen. abends kommen zwei gute freundinnen von omma, inzwischen reagiert sie nicht mehr bewusst auf ansprache. die pflegerin mittags hatte mir den rat gegeben, omma für eine weile allein zu lassen, manchmal bräuchten sie das, um gehen zu können. als die beiden weg waren, ging ich nach oben zum tier. bald hörte ich aber übers babyphone, dass die schnappatmung intensiver wurde und dachte mir: „so kannst du sie nicht allein lassen.“ also suchte ich mir alle decken zusammen, die wir haben und legte mich vor ihr bett. und schlief ein.

donnerstag gegen 4 wache ich auf und das zimmer ist ganz still. ich öffne das fenster und wünsche ihr eine gute reise.

ich bin jetzt

 

mutterseelenallein.

p.s.: das, was dem tier rausgeschnitten wurde, war ein bösartiger hauttumor.

lobhuddelei auf die beste omma/mama der welt

heute wird es persönlich. aus gründen. dies ist eine lobhuddelei auf meine omma, die gleichzeitig auch meine mama ist. und das hat nichts mit inzucht zu tun.

family selfie

meine omma ist 1936 geboren, mitten in die kriegsvorbereitungen. ihr vater ist früh eingezogen worden und leider schnell gefallen. trotzdem weiß omma noch gaaaaanz viele witze und gassenhauer von ihm zu erzählen. ihre mutter ist mit ihr und ihrem jüngeren bruder im krieg nach liebenwalde in brandenburg gegangen, weil dort die versorgung mit lebensmitteln besser war. trotzdem haben omma und ihr bruder als kinder beim schweinebauern aus dem kartoffelkocher geklaut, weil sie hunger hatten und die frischen pellkartoffeln zu verlockend waren. nach dem krieg sind sie in berlin aufgewachsen, omma hat nach der 8-klassenschule eine lehre zur krankenschwester angefangen. damals muss sie ein echt heißer feger gewesen sein, denn bei den monatlichen tanzveranstaltungen standen die herren bei ihr schlange. 😉

sie verliebte sich irgendwann und weil auch in den 50ern die leidenschaft manchmal größer war als die liebe, wurde sie schwanger. damals „heiratete man“ eben, wenn sie schwanger wurde. ihr gatte war erbe eines lebensmittelladens. meine mutter wurde geboren und war der sonnenschein des hauses und der straße. meine tante kam einige jahre später dazu. meine omma ließ sich irgendwann scheiden und pflegte mit ihrer nachfolgerin bis zu deren tod eine innige freundschaft. geht also auch.

ich lernte meinen leiblichen großvater noch kennen, ich erinnere mich aber kaum an ihn. er war „opa mit dem bart“ und hatte einen dalmatiner, der so groß war wie ich. außerdem hat er mich öfter mit dem motorrad vom kindergarten abgeholt, was ich voll doof fand, weil ich dann immer einen schutztrichter aus folie aufsetzen musste, der von innen beschlug und es war warm darunter und überhaupt eben voll doof.

auf die probleme mit meiner mutter möchte ich hier nicht näher eingehen, long story short: sie bekam mich sehr früh, meinen bruder so schnell danach, wie man halt nach einer geburt schwanger werden kann und war überfordert. eines tages offenbarte sie meiner omma den satz, der mein leben verändert hat: „entweder du nimmst sie oder ich geb sie ins heim.“ da war ich 3,5 jahre alt und hatte schon einiges hinter mir. trotzdem fragte mich omma, als hätte ich eine wahl, ob ich lieber bei ihr bleiben möchte oder bei meiner mutter. zu dieser zeit hatte ich schon immer wieder und auch länger bei ihr gelebt und meine entscheidung war eindeutig: „bei dir!“

omma war zu dieser zeit 46 und oberschwester in der sanistation im ostbahnhof. sie hat für mich ihr gesamtes leben umgekrempelt. mich morgens zur tagesmutter gebracht und nach dem dienst noch eingekauft und mich abgeholt. auch zu ddr-zeiten ging das nur mit einer tagesmutter, weil die krippen nicht lange genug offen waren. sie lernte den mann kennen, der dann mein „echter“ großvater wurde, sich aber nie in mein herz kämpfen konnte. auch, wenn ich heute zugeben muss, dass er es auf seine art wohl wirklich versucht hat. sie zogen gemeinsam nach guest, ein winziges dörfchen nahe greifswald (das aber älter ist als greifswald!). und ich wurde mitgenommen. meine worte, als ich in das auto stieg, das mich von meiner mutter (und meinem bruder weg) nach guest brachte, waren: „und ich muss nie wieder hierher zurück?“

ich erlebte eine kindheit auf dem dorf, wie sie schöner nicht hätte sein können. um mich herum waren immer tiere, natur und meine omma. sie hatte mit ihrer zweiten heirat 1984 entgegen allen ddr-maximen das hausfrauendasein gewählt, ich ging aber trotzdem in den kindergarten. das war gut, denn wenn ich nach hause kam, nach einem langen tag, war da omma und hat mir mein lieblingsessen gemacht und mich in den schlaf gesungen. in der ersten zeit im haus auf dem land schliefen meine eltern (ja, ich nenne sie so) unten, mein zimmer war oben. damit ich mich nicht fürchte und nicht nachts im dunklen runtermusste, hatte ich ein angstlicht und einen pullereimer. klingt albern, aber ich war ein 4jähriges mädchen mit großen trennungstraumata.

als ich ungefähr 8 war, kam die jugendhilfe (jugendamt der ddr) zu mir und teilte mir mit, dass meine mutter heiraten würde und mich zurückhaben wollte. ich müsste mich nicht sofort entscheiden, sondern könnte darüber nachdenken in aller ruhe. ich entschied mich gegen sie, musste aber, da sie der adoption durch meine großeltern noch immer nicht zustimmte, ihren neuen namen auch annehmen. meine eltern haben mich damals in keinster weise beeinflusst. sie haben mir die entscheidung allein überlassen. gerade und besonders meine omma wusste, dass ich eine kluge entscheidung treffen würde. soviel vertrauen hatte sie in mich.

1989 stimmte meine mutter der adoption endlich zu. für mich wurde damals nur amtlich gemacht, was für mich fakt war. omma aber weinte die gesamte zeremonie durch und erst heute verstehe ich, warum.

meine omma hat mich immer unterstützt, wo es nur möglich war. sie hat „meine männer“ vielleicht nicht immer gut gefunden, aber nie über sie gelästert. sie hat mich sein lassen, was ich wollte. nach dem abitur habe ich eine lehre angefangen. ich weiß, dass sie enttäuscht war, weil ich ja abi hatte, aber sie stand hinter mir. als ich diese lehre kündigte und zur uni ging, war sie ganz aus dem häuschen. als ich meinen magisterabschluss hatte, hat sie bei der ostsee-zeitung den halben nachmittag angerufen, um die kinotickets zu gewinnen, die am nächsten tag in der zeitung mit namen und gruß veröffentlicht wurden.

meine einzige maxime im leben war „werde nicht wie deine mutter“. nicht, dass meine omma mir das eingebläut hätte. das habe ich selbst entschieden. und ich bin ihr genaues gegenteil.

und ich bin die einzige aus der familie, die mit ihr den 80. geburtstag gefeiert hat. es war ein großes jubiläum und ich habe lange überlegt, womit ich ihr einen unvergesslichen tag machen kann. omma steht auf erdmännchen, ist patin eines erdmännchens im greifswalder tierpark. also habe ich dort angerufen und mal gefragt, ob was geht und wenn ja, was? und bekam die reviertierpflegerin ans telefon, die mir zusagte, dass wir an ommas geburtstag gern kommen können und sie würde sich zeit für uns nehmen.

also zerrte ich omma an ihrem 80. ins auto, fuhr mit ihr in den tierpark und wir standen bei den erdmännchen … und die tierpflegerin war nicht da. außerdem gab es noch einen verletzten schwan und ich wusste, dass bärbel (die tierpflegerin) allein war und sah meine geburtstagsfelle davonschwimmen … aber ich rief nochmal an der kasse an und omma und ich waren mit bärbel IM erdmännchengehege. das war toll! die sind so neugierig und so kommunikativ! omma hatte 1000 fragen und bärbel hat sie alle beantwortet. anfassen durften wir leider nicht, weil die schnell beißen, aber bärbel meinte „fasst sich an wie katze!“.

liebe omma, ich danke dir für alles, was du mir gegeben hast und wünsche dir nur das allerbeste. ganz viel gesundheit und noch ganz viele jahre. zu deinem 90. geburtstag plane ich schon mal eine „dinner for one“-version mit dir und für dich. ich kann meine liebe zu dir nur selten in worte fassen, weil wir keine gefühlsduselige familie sind. aber ich liebe dich unbeschreibbar und möchte dich noch so lange in meinem leben haben, wie du magst. ich liebe dich einfach.

dein mädchen.

das sonntagsphänomen

kennen Sie das sonntagsphänomen?

es äußert sich folgendermaßen: egal, ob Sie am samstag abend unterwegs waren oder nicht, ob Sie den sonntag mit aktivität verbracht haben oder nur rumgesumpft: Sie sind total erschlagen. sonntage sind sumpftage (Sie haben vermutlich keine kinder). und Sie sumpfen und sumpfen…bis ungefähr eine stunde vor dem zeitpunkt, an dem Sie ins bett gehen sollten. und dann setzt der „hammy auf energydrink-effekt“ ein.

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Sie sind also wach wie ein eichhörnchen auf energy drink. selbst wenn Sie es im noch akzeptablen zeitfenster ins bett und in den schlaf schaffen, wachen Sie zwischen 23 und 1 uhr  auf und sind… WACH!

ich kenne dieses phänomen schon sehr lange. es hat nichts mit meinem job zu tun, denn ich hatte das auch zu zeiten,  wo der montag ereignislos werden würde. ich mag meinen job sehr und finde ins büro gehen alles andere als widerlich. und trotzdem schlafe ich von sonntag auf montag immer (!!!) schlecht.

kennen Sie das auch? können Sie das erklären? dann jetzt bitte!

blogstöckchen…

da passt man einmal nicht auf und schwupps, kriegt man von hinten einen mitm blogstöckchen übergezogen.

ich beantworte das dieses mal wirklich nur, um damit folgende bitte zu verbinden:

tut mir das nicht an. als teenie habe ich begeistert in jedes steckbriefbuch geschrieben und alle fragen beantwortet, hatte selbst eins (handgeschrieben, also alle formulare manuell vorgetragen!). aber die teeniezeit ist lange vorbei.

mir an den kopf geworfen hat das ding der peter g. spandl. und noch was: ich werfe keine stöckchen weiter. call me partypuper.

 

1. Nach welchen Kriterien suchst du morgens dein Outfit aus?

nach lust, laune und etwaigen anlässen.

2. Was ist Deine Lieblingsspeise?

pasta in allen variationen.

3. Welche “erste” Schallplatte, Kassette oder CD hast Du Dir von Deinem Taschengeld gekauft?

new kids on the block, vermute ich mal.

4. Hast du Angst, du könntest eines Tages wegen irgendwas abgemahnt werden, was du in deinem Blog tust oder unterlässt?

nö. die bilder sind meine, ich verlinke selten und ich werbe nicht.

5. Woher kamst du, als du das letzte Mal aus einem Flugzeug geklettert bist?

london, business trip.

6. Welche Musik hörst Du, wenn Du an Deinem Blog schreibst? Oder hörst Du gar keine?

ich höre selten musik zuhause. noch seltener, wenn ich allein bin.

7. Welches Produkt steht schon am längsten in Deinem Kühlschrank? Und wie lange wird es noch dort stehen?

ein geschlossenes glas tahimi. bisher störts da niemanden.

8. Was war für Dich “das” Buch in den letzten 12 Monaten?

„die mondspielerin“ von nina george

9. Fotografiere Deine Socken, die Du JETZT trägst und füge das Bild zu den anderen Antworten.

20140225_200609[1]

10. Was ist der höchste Betrag (für eine Person), den Du jemals für ein Menü im Restaurant ausgegeben hast – und war es das wert?

für ein gemeinsames essen um die 50 euro und ja, es war ein schöner weiberabend.

schlaf, kindchen schaf

ja. richtig. schaf. offenbar halten „uns hier unten“ immer mehr von „denen da oben“ für schafe.

fall edathy:

da wird jemand verdächtigt, sich im grenzbereich zur kinderpornografie angesiedelte fotos/videos gekauft zu haben. der innenminister bekommt das mit und weil gerade koalitionsverhandlungen sind und es einen politiker aus den reihen des anderen koalitionärs betrifft, wird dessen chef benachrichtigt. nicht, dass der nachher einen posten bekommt, von dem er wegen dieser fotos runterfliegt. nicht auszudenken, dieser imageschaden! doch damit nicht genug. diese info wird innerhalb der partei weitergereicht, bis schließlich einer mal beim bka anruft, ob das denn auch so stimme? im dezember verfasst der eventuell zu beschuldigende einen seltsamen beitrag in einer regionalzeitung, dass er sich ändern müsse, weil es äußere zwänge gebe, er das aber gar nicht wolle. anfang januar meldet sich eben dieser krank. kurz, bevor die presse wind von der sache bekommt, legt er sein mandat nieder.

und ich als bürger darf mir nun das possentheater angucken, wie erst der ehemalige innenminister gehen muss, der parteichef aber sofort lospoltert, dass es in SEINER partei aber sicher keine personellen konsequenzen geben werde, nur um dann einen tag später zu verkünden, dass nun der mutmaßlich eventuell zu beschuldigende vermutlich mit einem parteiausschlussverfahren rechnen müsse. während natürlich er, der chef und andere beteiligte in der posse sich menschlich und politisch vertretbar verhalten hätten. währenddessen wiederum ist die erste äußerung des mutmaßlich vielleicht zu beschuldigenden zum fall selbst, dass er sich strafrechtlich korrekt verhalten habe. wenn sich tatsächlich noch bilder/videos finden sollten, dann vermutlich solche, die minderjährige zwar nackt zeigen, aber nicht in sexuell motivierten posen. und egal, wie diese bilder auch immer zustande gekommen sein mögen (heimlich, unter zwang etc.), stellen sie eine rechtliche grauzone dar, die strafrechtlich nicht abgedeckt ist.

wie krank ist eine welt, in der man fotos und videos von fremden, nackten kindern kaufen kann? in der ich mir als elternteil am strand gedanken machen muss, dass eventuell jemand mein nacktes kind fotografiert oder filmt und diese bilder meistbietend im internet an leute verhökert, die sich in dieser grauzone darauf einen abrubbeln?

aber die posse geht ja weiter. ich soll nun also nicht nur brav mit ansehen, wie ein kopf nach dem anderen rollt. nein, ich soll auch glauben, dass das geschwätz drumherum wahr ist. ich soll glauben, dass innerhalb der partei niemand außer den bisher bekannten davon gewusst haben soll. ich soll glauben, dass niemand dem betroffenen etwas gesteckt haben soll. ich soll glauben, dass jemand, der im verdacht steht, sich solche bilder gekauft zu haben, nicht vier monate vorlaufzeit genutzt haben soll, um etwaige härtere bilder von seinen festplatten zu tilgen. und vor allem soll ich glauben, dass all das nichts, aber auch gar nichts mit reinem machterhaltungswillen zu tun hat, mit pöstchenkungelei, mit politischem kalkül. weil: ich bin ja ein dummes schaf, mir kann man ja viel erzählen.

 

fall limburg:

da hat also ein hochwürden massiv gelder veruntreut, um sich sein leben als würdenträger massiv angenehmer zu machen. da wurden millionen verschleudert, die unter anderem auch aus meinem portemonnaie stammen, weil auch meine kirchensteuer als evangelische christin in den topf für die diözese limburg fließt. da gibt es kirchengemeinden beider christlicher ansichten, denen der schimmel die wände wegfrisst oder die soziale angebote einstellen müssen, weil das geld fehlt und hochwürden macht sich nen dicken lenz. und weil das noch nicht genug geld war, hat er sich aus stiftungstöpfen bedient. an geld, dass für bedürftige, kinderreiche familien gesammelt wurde. alles nur für die eigene eitelkeit. macht aber nix. is nicht schlimm. der wird ne weile weggelobt, bis sich die schafe beruhigt haben und dann kehrt er reumütig zurück. entschuldigt sich vielleicht auch und dann sind alle wieder gut miteinander.

was haben sie den neuen papst gefeiert. so bescheiden sei er, so volksnah, fährt sogar bus! hier nun könnte er auf den tisch hauen und seine bescheidenheit von oben nach unten verordnen. aber dafür ist schon jede menge zeit vergangen. er wird es aussitzen. vielleicht kehrt der hochwürden auch nicht zurück nach limburg, vielleicht wird er – natürlich unter beibehalt von gehalt und amtstracht – irgendwo anders eingesetzt.

 

was beiden fällen gemeinsam ist? die unverfrorenheit und selbstverständlichkeit, wie hier mit ämtern umgegangen wird. mit vertrauen. mit geld. und wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass wir das alles hinnehmen und schlucken. weil wir es eh nicht ändern können. und das wissen die verursacher. und können entspannt alles aussitzen, sich neu ordnen und weitermachen.

wie an es mich kotzt…

belly off 3 – woche 11

…mit einem zu erwartenden kleinen einbruch nach den österlichen sündereien.

eine kleine aufzählung meiner sünden (als evangelin komm ich ja sonst nicht zum beichten…):

freitag:

käse-schinken-croissant, burger, pommes, steak mit backkartoffel und sourcream und aioli, käsekuchen, alkohol in nicht näher zu beziffernder menge

samstag:

steak mit wedges und aioli und rahmchampis, 2-3 toffifee

sonntag:

kuchen zum kaffee, 2 toffifee, 1 schokoei

montag:

schoki und insgesamt zu viel, wenn auch „gutes“ zeug wie reis

wäre gestern wiegetag gewesen, hätte ich eine party gegeben. ommas waage zeigte runde 75 kg an, was genau 600 gramm weniger als in der vorwoche gewesen wären. zuhause die waage zeigte nachmittags mit klamotten und essen im bauch 77,5 an, was den 75 auch in etwa recht gegeben hätte.

heute morgen zeigte das kleine arschloch aber dann 76,1 kg an. was aber zur vorwoche immerhin nur 400 gramm mehr sind. was bei der liste oben wieder in ordnung ist. zumal mir dieses schlemmerwochenende echt gut tat.

aber jetzt ist endspurt. das heißt:

SPORT!!! keine ausreißersünden mehr. damit das ergebnis am ende dann vielleicht sogar 6 kg beträgt, was für 12 wochen echt okay wäre. immerhin habe ich im vergangenen sommer noch 84 kg gewogen, jetzt sind es 8 kg weniger.

auffi gehts!!

p.s.: ich „musste“ mir letzte woche neue jeans kaufen. weil die alten nicht mehr passen. geht doch!

auch im endspurt:

MC Winkel | Natascha | Marco | Hauptstadtkind | Antje | Anni | Dirk |

Mathis | Dirk |Ilovechaos |Starkilla | Lomomo | Stefan | Mary |

Rap’n’Blues | Kaal | Zeitzeugin |Sabbelkasten | Tyler | Katsuya-Fairy |

Matzel | Flyerzwomille | Dr. Sheldon Harper |Redhead | Rebecca |

Lieblingsmensch | ShadowNille | Steffi | San | Michelle |

ChliiTierChnübler | hyperrus | Björn | LennyUndKarl | Uli |

Buckelhart | Sabrina |Hucki | Gelrueb | Frau K | Jan

belly off 3 – woche 5

… und die bittere erkenntnis:

von nüscht kommt nüscht.

trotz zusammenriss beim essen und insgesamt mehr bewegung als vor boff3, dafür aber ohne richtigen sport und am wochenende mit alkohol fällt das ergebnis heute sehr ernüchternd aus:

 

76,8 kg

damit sind es jetzt 4,3 kg weniger als am anfang, aber auch die geringste abnahme der gesamten zeit.

trotzdem konnte weight watchers dem etwas abgewinnen und schenkte mir ein 5%-banner: seit beginn habe ich mein gewicht um 5% verringert.

immerhin: ich musste mir neue pyjamahosen kaufen, weil die alten mir nach ein paar schritten hipsterlike unterm hintern hängen. der rock, den ich zwischen den jahren zu groß kaufte und enger machen ließ, könnte fast eine weitere sitzung bei der schneiderin vertragen. die jeans, die mir im sommer nach einem tag bläuliche striemen an der hüfte verursachten, rutschen ebenfalls gewaltig. auch meine silhouette hat sich deutlich verschlankt.

trotz allem bin ich mit dem heutigen ergebnis nicht zufrieden. und war erstmal schwimmen. auch hier zeigt sich langsam der erfolg: war ich beim ersten mal noch sehr schnell außer atem und hinterher zu nix mehr zu gebrauchen, halte ich jetzt doch wesentlich länger durch.

wenn es doch nur endlich mal wieder hell würde… dann würde mein jieper auf schoki zur serotoninzufuhr sicher nachlassen…

weiter gehts!

noch dabei:

MC Winkel | Natascha | Marco | Hauptstadtkind | Antje | Anni | Dirk |

Mathis | Dirk |Ilovechaos |Starkilla | Lomomo | Stefan | Mary |

Rap’n’Blues | Kaal | Zeitzeugin |Sabbelkasten | Tyler | Katsuya-Fairy |

Matzel | Flyerzwomille | Dr. Sheldon Harper |Redhead | Rebecca |

Lieblingsmensch | ShadowNille | Steffi | San | Michelle |

ChliiTierChnübler | hyperrus | Björn | LennyUndKarl | Uli |

Buckelhart | Sabrina |Hucki | Gelrueb | Frau K | Jan |

belly off 3 – woche 3

…oder: mühsam ernährt sich das eichhörnchen von den früchten des waldes.

status nach drei wochen: ich wäre gern mal wieder so richtig vollgefressen. einmal nur.

die rezepte von weight watchers sind wirklich lecker, aber die portionsgrößen sind eher für supermodels im sommer als für normalmenschen im winter. beispiel gefällig? kartoffelsuppe, soll vier portionen ergeben. kartoffeln für den ganzen topf: 500 g. hmpf.

aber es gibt ja den sattmachertag. an dem man bestimmte, gekennzeichnete lebensmittel bis zum umfallen fressen darf. und den mach ich heute. und haue mir vollkornbrot mit magerquark und salat bis zum abwinken rein. und was es da sonst noch so gibt. ich finde was. nomnomnom.

immerhin bringt die plackerei was:

aktuelles gewicht

78 kg

also: 3 wochen, 3 kilos.

das mit dem sport ist bisher immer noch unbefriedigend. wegen workload kam ich in der letzten woche wieder nicht dazu, mir die geplante 25er-karte fürs schwimmbad zu holen und endlich anzufangen. dafür hab ich meine wii, die seit jahren ungenutzt rumlag und immer nur von a nach b geräumt wurde, erstmals angeschlossen und gleich mal knapp zwei stunden lang alles ausprobiert. tischtennis, tennis, schwertkampf, frisbee, bowling… muskelkater.

damit das gleich in die richtigen bahnen kommt, hab ich mir wii fit plus und zumba bestellt. tschakka. wenn rachel nicht zum sport kommt, muss der sport eben zu rachel kommen.

und bei euch so?

 

weiterhin dabei:

MC Winkel | Natascha | Marco | Hauptstadtkind | Antje | Anni | Dirk |

Mathis | Dirk |Ilovechaos |Starkilla | Lomomo | Stefan | Mary |

Rap’n’Blues | Kaal | Zeitzeugin |Sabbelkasten | Tyler | Katsuya-Fairy |

Matzel | Flyerzwomille | Dr. Sheldon Harper |Redhead | Rebecca |

Lieblingsmensch | ShadowNille | Steffi | San | Michelle |

ChliiTierChnübler | hyperrus | Björn | LennyUndKarl | Uli |

Buckelhart | Sabrina |Hucki | Gelrueb | Frau K | Jan |

belly off 3 – woche 2

…und die erkenntnis, dass auch, wenn die sünden innerhalb des weight watchers punktekontingents liegen, man für sie büßen muss.

aktueller stand heute abend:

78,5 kg.

immerhin 500 g weniger. trotz schokolade, eis und wein. und bisher keinerlei sport.

läuft.

außer mir sind noch dabei:

MC Winkel | Natascha | Marco | Hauptstadtkind | Antje | Anni | Dirk |

Mathis | Dirk |Ilovechaos |Starkilla | Lomomo | Stefan | Mary |

Rap’n’Blues | Kaal | Zeitzeugin |Sabbelkasten | Tyler | Katsuya-Fairy |

Matzel | Flyerzwomille | Dr. Sheldon Harper |Redhead | Rebecca |

Lieblingsmensch | ShadowNille | Steffi | San | Michelle |

ChliiTierChnübler | hyperrus | Björn | LennyUndKarl | Uli |

Buckelhart | Sabrina |Hucki | Gelrueb | Frau K | Jan |

belly off 3 – ich bin dabei

eigentlich bin ich ja nicht so der typ für solche aktionen.

aber der mc winkel hat einen fast unwiderstehlichen charme und hey,

wer weiß, vielleicht bekommen wir ja tatsächlich einen sommer.

hinzu kam, dass ein sonderangebot der weight watchers

(online programm 3 monate zum preis von einem) sowas von passend

in meinem email-fach landete, dass ich an schicksal glaubte. immerhin

haben sich menschen in meinem umfeld mit diesem verein nahezu halbiert.

also bin ich dabei beim belly off 3.

ich starte heute, am 15. januar 2013 mit einem kampfgewicht von

81 wundervollen kilos verteilt auf 165 cm. gemessen abends und

in klamotten. ein traum in walweiß.

auf gehts!

etappenziel:

in diese hose wieder reinpassen:

belly off 3 start

der letzte drache

hinter dem dunklen wald liegt ein felsen. in diesem felsen gibt es eine höhle. in dieser höhle lebt ein drache. er ist riesig, größer als ein hochhaus. und er ist der letzte seiner art. viele geschwister hatte er noch vor einem jahr, doch eine unerschrockene drachentöterin zog durchs land.

den ersten drachen konnte sie noch recht leicht erschlagen. er war so überrascht, dass er sich kaum wehren konnte. doch ein troll erzählte seine geschichte dem wind und dieser den adlern und diese wiederum dem nächsten drachen. zunächst lachte der. eine frau, die drachen erschlägt? lächerlich. schließlich sind frauen doch schwache, verletzliche wesen. sie kreischen, wenn man sie scharf anguckt und zicken rum, wenn man zu spät nach hause kommt. sie wollen immer diskutieren und können einfach nicht verstehen, dass ein drache eben ab und zu in seine höhle gehen muss. und es unglaublich viel spaß macht, aus dieser höhle heraus mit steinen nach ihnen zu werfen oder ein bisschen feuer in ihre richtung zu spucken, damit ihre haare ankokeln. natürlich nur ein bisschen. tihi.

und so ein schwaches wesen voller fehler lief nun also durchs land und hatte sich vorgenommen, innerhalb eines jahres alle drachen aus dem weg zu räumen? lächerlich. so dachte der drache. dann sah er sie. sie sah aus wie eine der normalen prinzessinnen, die er sonst entführte oder fraß. sie lächelte ihn offen an und ihre blauen augen blitzten dabei und strahlten. ein wenig schwummerig wurde dem drachen da und seine schwanzspitze zitterte leicht.

sie setzte sich mit ihm ans feuer, brachte ihm tee und essen, wartete bis er satt war, gab ihm bier und ließ ihn seinen kopf auf ihren schoß legen. zärtlich streichelte sie seine schuppige haut, strich sanft über seine nüstern, die ein wenig verbrannt vom letzten feuerchen waren und wartete, bis er eingeschlafen war. dann zog sie ihr messer und tötete ihn.

so machte sie es mit vielen drachen. als das jahr sich dem ende neigte, war nur noch ein drache übrig. mutig machte sie sich auf zu seiner höhle. sie wusste nur, dass er der größte von allen war, weder, wie er hieß noch wie er wirklich aussah. als sie der höhle näher kam, sah sie rechts und links des weges die knochen und rüstungen seiner früheren opfer und derer, die bereits erfolglos versucht hatten, ihm den garaus zu machen. doch das schüchterte sie nicht ein, sie hatte schließlich ihre strategie.

drachen sind archaisch veranlagt, sie mögen festgefügte konservative strukturen. frauen machen die hausarbeit und schlagen die augen nieder, männer jagen die beute und beschützen das haus. wenn sie dem drachen keinen respekt erweisen, werden sie zuerst geräuchert und dann gefressen. vorher spielt der drache mit ihnen wie die katze mit der maus. kurz: ihr respekt vor weiblichen wesen beschränkte sich auf jungfrauen, allerdings nur so lange, wie sie den haushalt ordentlich führten und keine widerworte gaben.

das alles wusste die drachentöterin natürlich und war gut vorbereitet. in ihrem bündel trug sie die zutaten für ein leckeres abendmahl. außerdem hatte sie haselnusswaffelröllchen dabei. aus irgendeinem grund mochten drachen diese dinger unglaublich gern. und zu guter letzt hatte sie besten schwarzen tee besorgt. für sich selbst hatte sie kräutertee dabei. drachen lebten noch immer in dem glauben, dass frauen, die süße früchtetees tranken, schwanger werden wollten. und sie wollte kein aufsehen erregen.

wie es der zufall wollte, wartete der drache auf eine jungfrau aus der stadt, die er tags zuvor eingefordert hatte. als er unsere mutige drachentöterin sah, hielt er sie für das unglückliche mädchen, das er abends fressen wollte und war sehr zufrieden, dass sie so überpünktlich war. aber der drache wohnte seit mehr als 10 jahren in deutschen landen, da wusste er inzwischen, dass pünktlichkeit hier groß geschrieben wurde.

„du kommst früh!“, rief er ihr entgegen. „danke, meister“, antwortete sie (drachen lieben es, mit meister angesprochen zu werden). zufrieden schnaubte er und fragte: „was hast du denn in dem bündel?“ „abendessen, mein held“, sagte sie, denn auch damit konnte sie einem drachen bekanntermaßen schmeicheln. „ooouuuh, wie schön. dann fresse ich heute abend das und morgen dich.“ sie strahlte ihn mit ihren blauen augen an und ging selbstbewusst an ihm vorbei. „hmmm?“, fragte er in die leere luft vor ihm. das war ihm noch nie passiert, dass eine frau so ohne angst an ihm vorbeigegangen war. er drehte sich um, was eine weile dauerte bei seiner größe. drinnen stand die junge frau mit den fäusten in die hüften geballt: „na hier siehts ja aus wie wei drachens zuhause! du räumst jetzt erstmal auf, ich mache das essen.“ zuerst wollte der drache sich wehren und sie an ort und stelle fressen für ihre respektlosigkeit. aber irgendwie gefiel es ihm auch und ganz unrecht hatte sie ja nicht, es sah wirklich schlimm aus in der höhle.

so räumte der drache seinen kram von rechts nach links und zurück, fegte ein wenig lustlos die knochen zusammen und schaute ab und zu verstohlen zu seinem gast. dieser war beschäftigt damit, eine von drachens leibspeisen zu bereiten: hackfleischsuppe. während die suppe köchelte, fragte sie nach dem teekessel. „ich möchte dir einen schönen, heißen tee zubereiten nach dem essen.“ „und was trinkst du?“ fragte der drache argwöhnisch. „kräutertee. was denn sonst? will ich etwa schwanger werden?“ der drache zog anerkennend die augenbrauen hoch und setzte den teekessel für sie auf. „du kannst schon mal platz nehmen“, sagte die drachentöterin. das ließ sich der drache nicht zweimal sagen und als er sah, was es zum essen gab, war er schon fast ein bisschen verliebt. mit dem größten vergnügen schlürfte er seine lieblingssuppe und rülpste. ein kleiner rauchkringel stieg daraufhin aus seinem linken nasenloch.

die drachentöterin servierte ihm seinen schwarzen tee und stellte ihre tasse ebenfalls auf den tisch. dann holte sie ihr bündel, in dem ihr letzter trumpf lag: die haselnusswaffelröllchen. der drache hatte herzchen in den augen. sie sagte zu ihm: „entspann dich. komm, leg deinen kopf auf meinen schoß. das magst du, oder?“ und wie alle anderen drachen genoss er ihr streicheln, ihre sanften berührungen und war hypnotisiert von den blauen augen, die er immer sah, wenn er seine kurz öffnete. er schnurrte wie ein kätzchen. langsam entspannten seine muskeln und er schlief ein. nun war es zeit für den letzten akt. die drachentöterin zog den großen dolch. sie wusste genau, wo drachen am verletzlichsten sind. ein stich, der drache riss die augen auf. „du?“ fragte er. sie lächelte ihn kalt an:

„du wirst keiner frau mehr wehtun.“

der tag, der die frauenwelt veränderte

es war der 12.12.2011, der tag, der die welt veränderte. überall herrschte entsetzen in kliniken und praxen, die sich auf schönheitschirurgie spezialisiert hatten. die börsen brachen ein, weil die aktien der kosmetikindustrie sturzartig fielen und alle zulieferer mit sich rissen. junge und ältere frauen in aller welt standen verwirrt vor ihren spiegeln und fragten sich, was sie um himmels willen nun tun sollten. was war geschehen?

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lügen essen vertrauen auf.

occupy wird gewaltsam aufgelöst, bundestrojaner werden eingesetzt und in den medien gibts dazu: genau nichts. oder nur sehr wenig. und das dann entweder abwinkend oder polarisierend.

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wohnen neben rachel

am dienstag erreichte mich eine äußerst erfreuliche botschaft: die räumungsklage gegen meine „heiß geliebten nachbarn“ läuft und die herrschaften haben wohl sogar schon begonnen, die höhle zu räumen.

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ip-fang von scientology? netter versuch. empfehle trotzdem!

das war ja mal ein netter versuch und hätt ich eben nicht mal zufällig auf die seite geschaut, auf die der zu benutzende tag verweist, hätte ich den artikel wohl nie geändert. trotz allem ist es schade um die idee. Read the rest of this entry »

tweschichte: ein erotikthriller

kinder, kinder. die erste tweschichte außer der reihe, mein privatsekretär @himbeergelb nicht verfügbar, also gilt der dank fürs schnelle protokoll mir allein. so. ätsch. und dazu noch der oscar für die beste regie. und der für die besten twauspieler in diesem heißen erotikthriller:

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twinteraktive tweschichte: wird himbeergelb je aus dem knast kommen?

liebe mitmacher: ein fest, wieder einmal. vielen vielen dank dafür. es gab ein wenig ärger im nachhinein, von einer meiner followerinnen. sie war der meinung, die tweschichte sollte unter extraaccounts stattfinden, damit sie nicht eine stunde lang mitlesen muss. auch wenn es sehr schade ist, dass ich sie verloren habe dadurch, denn ich mag sie sehr, so finde ich den aufwand für eine person nicht gerechtfertigt. Read the rest of this entry »

leises lied für eine boxerin

Mein liebes liebes Callynsche, nun ist es drei Jahre her, dass wir dich gehen ließen. Das genaue Datum habe ich verdrängt, es war Christi Himmelfahrt, so wie heute.Meine Schnuppe

Und noch immer denke ich, wenn ich auf den Hof fahre und der Dicke mir entgegen kommt: „Wo ist denn Cally?“ Dabei bist du in meinen Armen eingeschlafen, für immer und ich war es, die dein Grab zugeschaufelt hat. Read the rest of this entry »

gedanken zum sonntag

wenn man abends unterwegs war und es mehr blau als schwarz draußen war, als man ins bett ging, man dann vielleicht noch einen drink zuviel hatte – dann ist der sonntag im a…rgen. zumindest bei mir. andererseits befinde ich mich an solchen tagen in einer art meditativem dämmerzustand, in dem mir viele gedanken durch den kopf gehen, rennen, kriechen – je nachdem.

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wenn im april schon die sommerpause ausgerufen wird

….dann treibt das im deutschen fernsehen mitunter seltsame blüten. denn mit der sommerpause beginnt ja dann automatisch auch das sommerloch. also erwarten uns vermutlich in den nächsten monaten noch mehr wiederholungen und noch mehr schlechte themen?

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