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memories

6.4. bis 6.6.

zwei monate und sechs tage ist es her, dass du mir gesagt hast, dass ich dich gehen lassen soll. zwei monate und sechs tage ist es her, dass ich dir gesagt habe, dass es okay ist, wenn du gehen willst, aber ich nicht möchte, dass dir jemand steine in den weg legt. zwei monate und sechs tage ist es her, dass ich dafür gesorgt habe, dass du bis zum schluss zuhause bleiben konntest.

zwei monate und fünf tage ist es her, dass du mit fester stimme und festem willen dem palliativ-team gesagt hast, dass du lieber sterben möchtest, als nochmal ins krankenhaus zu gehen.

zwei monate und dreieinhalb tage ist es her, dass du diese entscheidung bekräftigt und dich auf den weg gemacht hast.

zwei monate und zwei tage ist es her, dass wir zum letzten mal miteinander gesprochen haben. als du mir gesagt hast, wie tapfer ich bin und wir uns immer wieder gesagt haben, dass wir uns liebhaben.

zwei monate und einen tag ist es her, dass ich nachts davon aufgewacht bin, dass du gehustet hast und aufstehen wolltest. dass ich die halbe nacht und den halben tag an deinem bett saß und dich davon abhalten musste, nicht aus dem bett zu fallen. dass ich den halben tag an deinem bett saß und deine hand hielt, die andere zeit in anderen räumen verbrachte, immer mit dem babyphone im anschlag, falls etwas sein sollte, weil die schwester mittags zu mir gesagt hatte, dass sich sterbende manchmal schwertun mit dem gehen, wenn ein lieber mensch in der nähe ist.

zwei monate ist es her, dass ich um halb eins hörte, wie deine atmung immer flacher und schwerer wurde. dass ich alle decken im haus zusammenraffte und mich neben dein bett auf den boden legte. dass ich dein nachttischlicht ausgemacht habe, als symbolischen akt. dass ich dir gesagt habe, dass alles gut ist, ich bei dir bin aber jetzt dringend schlafen muss und dass ich dir eine gute nacht wünsche.

zwei monate ist es her, dass ich um kurz vor vier neben dir auf dem boden aufwachte und dein körper endlich aufgehört hatte zu kämpfen. dass du den frieden gefunden hast, von dem mir gar nicht so bewusst war, wie sehr du ihn herbeigesehnt hast. den du vielleicht mir zuliebe rausgeschoben hast.

zwei monate ist es her, dass ich funktionierte und mir immer nur kurze einbrüche erlaubte. weil ich völlig unter schock stand. dass ich mechanisch alles tat, was getan werden muss, wenn ein mensch gestorben ist. und zwischendurch immer wieder zu dir ging, dich anfasste, streichelte, küsste, mit dir sprach.

zwei monate ist es her, dass sie dich abends aus dem haus getragen haben. dass ich die tür hinter ihnen schloss und hinter der tür schreiend und schluchzend zusammengebrochen bin. weil nichts mehr von dir im haus war. ich dich nicht mehr anfassen konnte, nicht mehr sehen.


seit zwei monaten lebe ich ohne dich. versuche, auszugleichen, was du mit deinem absoluten unwillen, deinen nachlass zu regeln, hinterlassen hast. mache ämtergänge, darf mir vom mann bei der sparda, bei der du schon ein konto hattest, als sie noch die reichsbahnbank war, sagen lassen, wir hätten doch jahrzehnte zeit gehabt für eine vollmacht. mache babyschritte. bestattung, testament, finanzamt, erbe, auto ummelden, auto kaputt, autos stellplatz organisieren. versuche, wieder zu arbeiten, unter menschen zu sein.

seit zwei monaten gibt es gute, okaye und schlechte tage. zwischen all dem orga-kram immer wieder der emo-kram. heulkrämpfe. mal kurz, mal stundenlang. immer dann, wenn die erkenntnis kurz ernst wird, dass du wirklich wirklich nicht mehr da bist. nicht mehr greifbar, nicht mehr kontaktierbar. dass ich außer dir alles andere verloren habe, was mein leben ausmacht. dein herz und deine seele, deinen humor, deine klugheit, deine albernheit, dein wissen, mein elternhaus, meinen rückzugsort, der immer alles wieder ein bisschen besser gemacht hat. all das und noch so viel mehr: dich.


„erinnerungen sind ein fenster, durch das ich dich immer sehen kann“ stand in meiner traueranzeige für dich. erinnerungen sollen trösten heißt es. die frau vom diakonie-dienst hat vor zwei monaten und sechs tagen gesagt, dass diese begleitung ein großer schritt ist. dass mir niemand die erinnerung daran nehmen kann. dass es mich verändern wird, aber auch stärker machen. sie hatte recht. und ich würde mir wünschen, jemand nähme mir diese erinnerungen.

wenn ich an dein gesicht denke, sehe ich keine lachende omma, die mich im arm hält, keine verschmitzte omma, die albern ist. ich sehe dein eingefallenes spitzes gesicht im krankenhaus, dein kaninchengesicht, dein gesicht am letzten tag, als dein körper gegen deinen willen ankämpfte und dein gesicht mit dem offenen mund, als alles vorbei war. ich sehe die farce deines gesichts bei der aufbahrung.

wenn ich versuche, deine stimme zu hören, höre ich nicht, wie du mich als kind liebevoll „mein katzenöhrchen“ oder „mein hasenschwänzchen“ genannt hast oder wie du für mich gesungen hast. ich höre deine brüchige stimme, die mich am letzten abend ruft, ich höre „ich muss raus, mir ist schlecht“, ich höre dein allerletztes klares wort: „kkkkaaaaahalt“.

wenn ich versuche, dich zu riechen, rieche ich nicht dein oil of olaz, das du zeitlebens benutzt hast, kein parfum, keinen weichspüler und nicht mal die nivea-waschcreme und körpercreme, nach der du immer geduftet hast, wenn der pflegedienst dich gewaschen hatte. ich rieche den harten eisengeruch des blutigen konglomerats in deinem toiletteneimer.

vor meinen inneren augen, ohren und meiner inneren nase stirbst du immer und immer wieder. das sind die erinnerungen, die mich heimsuchen, wenn ich im bett die augen zumache. die mich das bett inzwischen fürchten lassen.


zwei monate und sechs tage ist es her, dass ich dir gesagt habe, dass es okay ist, wenn du gehen willst, dass ich schon groß bin und dass ich irgendwie klarkomme, auch wenn ich noch nicht weiß wie. das war gelogen und wir beide wussten das.

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wer schön sein will muss leiden?

so etwa einmal im jahr überkomt mich die idee, ich müsste mich doch mal weiblicher geben. nicht, dass ich rumlaufen würde wie ein bauarbeiter, aber ich bin halt eher so der praktische typ.

ich habe ziemlich lange haare. das wissen die meisten nicht, weil ich sie fast ausschließlich zusammengerödelt am hinterkopf trage. ich schminke mich kaum bis nie. ich bevorzuge flache, bequeme schuhe und hosen.

aber ab und zu gibt es diesen stachel, der mir sagt: komm rachel, machen wir uns richtig schick und verkleiden uns mal als mädchen. das geht dann so:

ich lasse mir die fingernägel wachsen. und lackiere sie. ich lackiere meine fußnägel. ich rasiere mir die beine frisch. ich lege make-up auf. ich ziehe mir hübsche wäsche und ein kleidchen an. ich lasse meine wallemähne wallen. ich ziehe hochhackige schuhe an. und verlasse das haus.

nehmen wir an, draußen ist ein lauschiger, warmer sommerabend. ein brise weht angenehm durch die berliner straßen.

frisch geschminkt mit make-up, puder, lidschatten und nur drei versuchen, die mascara wangenfleckfrei auf die wimpern zu zaubern, verlässt eine wohlduftende rachel im kleidchen mit hohen pumps und mit wallender haarpracht das haus. ca 100 meter hinter der haustür weht ihr der wind ins haar und selbiges ins gesicht. alle versuche, die mähne mittels hintersohrschieben und ähnlichem zu bändigen, scheitern. erste striemen ziehen sich durchs frische make-up. die schwüle luft lässt sie unter dem make-up zerfließen. selbiges glänzt innerhalb weniger minuten trotz puder wie eine frische speckschwarte.

die wärme erzeugt unter dem kleid innerhalb kürzester zeit ein tropisches klima, das seinesgleichen sucht. ungefähr 300 meter hinter ihrer haustür wünscht sich rachel dringend eine thigh gap. der string klemmt in der kimme, als wollte er dort ein weltimperium eröffnen und nie wieder weggehen. beim ersten hastigen umsteigen in u- oder s-bahn bemerkt rachel, dass (mindestens) einer der pumps scheuert oder schubbert oder drückt. sie weiß auch, welche fußwege heute noch vor ihr liegen. und selbst wenn diese eher kurz sein sollten, wird es mindestens für eine blase wenn nicht sogar für eine aufgescheuerte blase reichen.

während der fahrt fällt rachel auf, dass beim beinerasieren wieder haare stehengeblieben sind. das kleid rutscht ständig und der bh kneift. immerhin bekommen die inneren obeschenkel während der fahrt im sitzen pause, wobei das klima unterm kleid nicht besser wird, weil man als frau ja eher selten drei sitzplätze beansprucht, weil man die beine weit spreizt, wie es manche männlichen exemplare gern tun. dank der langen krallen tippt sie mehrfach die falsche app auf dem smartphone an und kann kaum texten.

unter den offenen haaren schwitzt rachel wie ein wombat bei der liebesjagd und verflucht sich für die hammeridee, sie doch heute mal offen zu tragen und extra kein haargummi mitzunehmen, um nicht in versuchung zu geraten, sie beim ersten schweißausbruch wieder zusammenzubinden. am treffpunkt angekommen sieht rachel etwas derangiert aus und verabschiedet sich direkt nach einer kurzen begrüßung auf die toilette.

im spiegel sieht sie ein glänzendes gesicht mit pandaaugen von der verschmierten mascara, deutlich sichtbare krähenfüße dank verkrustetem make-up. der nacken fühlt sich an, als würde dort eine feuerameisenkolonie eine wilde party feiern. am rechten fuß ist eine blase aufgegangen und wird den rest des abends die hölle auf erden sein, denn als nichttussi hat rachel natürlich kein erste-hilfe-kit in ihrer riesenhandtasche, weil rachel als nichttussi auch keine riesenhandtasche sondern nur eine tasche für handy, zigaretten, portemonnaie und fahrschein hat. mit toilettenpapier werden kleinere restaurationsarbeiten im gesicht vorgenommen, denn notfall-make-up passt auch nicht in die kleine, praktische tasche. dann geht rachel an die bar und bestellt cuba libre.

irgendwann kommt sie nach hause. mit viel cuba libre im blut und müde fällt sie in ihr bett. am nächsten morgen kommt sie ins bad und fragt sich beiläufig, wer der panda in ihrem spiegel ist.

jaja, eine frau sein ist super. wozu das ganze gerödel?

und bei euch so?

eure rachel (die sich jetzt erstmal die krallen schneidet und den nagellack entfernt.)

 

das sonntagsphänomen

kennen Sie das sonntagsphänomen?

es äußert sich folgendermaßen: egal, ob Sie am samstag abend unterwegs waren oder nicht, ob Sie den sonntag mit aktivität verbracht haben oder nur rumgesumpft: Sie sind total erschlagen. sonntage sind sumpftage (Sie haben vermutlich keine kinder). und Sie sumpfen und sumpfen…bis ungefähr eine stunde vor dem zeitpunkt, an dem Sie ins bett gehen sollten. und dann setzt der „hammy auf energydrink-effekt“ ein.

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Sie sind also wach wie ein eichhörnchen auf energy drink. selbst wenn Sie es im noch akzeptablen zeitfenster ins bett und in den schlaf schaffen, wachen Sie zwischen 23 und 1 uhr  auf und sind… WACH!

ich kenne dieses phänomen schon sehr lange. es hat nichts mit meinem job zu tun, denn ich hatte das auch zu zeiten,  wo der montag ereignislos werden würde. ich mag meinen job sehr und finde ins büro gehen alles andere als widerlich. und trotzdem schlafe ich von sonntag auf montag immer (!!!) schlecht.

kennen Sie das auch? können Sie das erklären? dann jetzt bitte!

liebe mütterfreundinnen

… ihr nervt.

ich warte kurz, bis sich das geschrei gelegt hat.

moment.

gleich.

so. jetzt.

wisst ihr noch damals? da waren wir unterwegs. da haben wir nächte durchgequatscht. wir konnten uns gegenseitig jederzeit anrufen. wir haben uns gegenseitig taschentücher und alkohol gereicht, wenn das herz gebrochen war. wir haben alles zusammen durchgemacht: studium, abschluss, erste holprige schritte auf dem karriereweg, wenig geld, gar kein geld, arbeitslosigkeit, frust, freude. konnten über alles reden. eltern, geschwister, sorgen, nöte, vom liebeskummer bis zur abtreibung. haben uns aufgebaut, miteinander gelacht und konnten uns aufeinander verlassen. wir hatten unsere gemeinsamen tage mit ihren ritualen. männer kamen und gingen, das „wir“ blieb immer. nichts hätte dazwischen platz gehabt. wir hätten uns füreinander in kugelhagel gestürzt, um die andere zu retten.

dann, eines tages kam ein „ich hab jemanden kennengelernt“. ich lernte den auch kennen und erkannte: ohoh, das ist kein strohfeuer, det wird ernst. auf einmal war das „wir“ ein „wir zu dritt“. auf einmal waren unsere tage nicht mehr unsere tage, sondern es hieß „also wir planen…“ und „komm doch dazu.“ plötzlich war ich das anhängsel, das dritte rad am moped.

dann kam ein „ich bin schwanger“. und ich dachte „jo, passiert“. und damit ging es los. essen gehen spontan ging nicht mehr, weil man ja als schwangere heutzutage offenbar weniger lebensmittel schadlos essen darf als jemand mit gluten-, laktose- und 43 anderen lebensmittelunverträglichkeiten zusammen. was trinken gehen ging nur noch so semi, weil alkohol und schwangerschaft…naja…heikel und dann vielleicht noch in einer bar, in der geraucht wird…ganz schwierig…“aber komm doch zu uns. paar xy kommt auch“. (auch so ein phänomen: paare ziehen andere paare magisch an.)

so eine schwangerschaft ist ja auch irgendwann vorbei und dann wird sich das schon regeln, dachte ich in meiner grenzenlosen naivität. aber nein. natürlich nicht. kind, haushalt, alles zusammen und alles neu, das geld knapp, der druck groß…natürlich hat man da als freundin verständnis und wartet also weitere monate ab, bis das kind abgestillt ist. sein sollte. also theoretisch auch ist. zumindest…naja…nicht so einfach. also wartet man noch ein paar wochen verständnisvoll. (dieses verständnis setzt ihr übrigens ganz selbstverständlich voraus. und seid vermutlich noch neidisch auf uns, die wir nun vermeintlich ohne euch eine party nach der anderen rocken.) mittlerweile ist es einfacher, eine spontane privataudienz beim papst oder ein interview mit madonna zu bekommen als euch ans telefon. das ist immer auf vibro gestellt, falls das kind schlafen sollte, damit es nicht aufwacht.

dann endlich: der erste abend nach anderthalb jahren, der das „wir“-revival bringen soll. natürlich nach dem rhythmus des kindes getimet. auch ganz selbstverständlich von euch vorausgesetzt. aber nach anderthalb jahren bin ich kompromissbereit. wir treffen uns also. gehen in den club. wie früher. das wird so toll! der abend ist überfrachtet mit erwartungen, die sich alle erfüllen, bis… nach einer stunde das telefon klingelt. das kind würde nicht einschlafen und bräuchte mama. natürlich geht ihr nach hause. natürlich setzt ihr verständnis dafür voraus und erwartet es auch. natürlich bringe ich es euch entgegen. auch wenn in mir gerade welten zerbrechen, weil mir klar wird, dass es nie wieder ein „wir“ geben wird. zumindest nicht so, wie ich es kenne.

aber die hoffnung bleibt. so ein kind wächst ja unweigerlich. wird selbstständiger. wer denkt, dass es nun einfacher wird: weit gefehlt. um das zweite lebensjahr herum setzt ein interessanter mechanismus ein: vor anderen eltern ist das eigene kind das klügste, am weitesten entwickelte und großartigste überhaupt. nimmt man es aber mit zu nicht-eltern und es benimmt sich dort einfach wie eine bockige, unerzogene kackbratze, ist es plötzlich in seiner entwicklung um monate zurück, weil. die gründe sind so mannigfaltig wie an den haaren herbeigezogen. fakt ist: wenn das kind dabei ist, muss ich es nicht sein, weil ich eh nicht existiere.

unnötig zu erwähnen, dass „unsere“ ritual-tage inzwischen familientage sind, die mit anderen paaren, vorzugsweise eltern verbracht werden. in der planung der freizeit rücke ich immer weiter nach hinten. getroffene vereinbarungen können von euch jederzeit wegen des kindes umgeworfen werden oder nur mit kind stattfinden. spontan ist ein wort aus der vergangenheit, entweder ist das kind krank oder muss aus der kita abgeholt werden oder ins bett gehen oder ihr selbst jetzt ins bett gehen. in die kategorie „spontan“ fällt inzwischen: „du, das kind schläft schon, komm doch zu uns, paar xy kommt auch, wir können doch auch hier wm gucken“ (auf einem laptop, mit wackligem stream, zu fünft plus kreischendem kleinkind.)

und immer noch und immer mehr und immer wieder erwartet ihr selbstverständlich, dass wir zurückstecken, verständnis haben, runterschlucken. schließlich habt ihr ja kinder. ihr habt zukunft produziert, während wir hedonistisch single und kinderlos von party zu party ziehen und die nächte durchmachen.

 

 

und was wäre, wenn ich einfach zuhause sitze, allein, jeden abend, weil ihr fehlt? wenn ich mich am wochenende frage, was ich mache und mich gar nicht mehr bemühe, euch anzurufen, weil ihr eh keine zeit haben werdet? was wäre, wenn mich eure dreisamkeit einfach einsam gemacht hat? habt ihr dann auch verständnis und lasst alles stehen und liegen, wenn ihr das wisst? so wie ich, wenn ihr eine (für euch vage, für mich verbindliche!) vereinbarung trefft (und wegen des kindes wieder absagt)?

was, wenn ich traurig bin und genau euch brauche? weil nur ihr mich so gut kennt wie keine andere. was dann?

ich sags euch: dann bin ich allein. und ihr zu dritt.

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das kind in meinem kopf

in meinem kopf wohnt ein kleines mädchen. es ist ungefähr drei jahre alt. es hat große, blaue augen und blonde löckchen. ein kleiner engel. dieses mädchen ist traurig. es hat in seinem leben sehr früh eine botschaft bekommen: „du bist es nicht wert.“ trotzdem hat es nie aufgegeben. es hat sich angepasst, zurückgenommen und unauffällig überlebt. bei all dem ist sein mantra „du bist es nicht wert!“ zur selbsterfüllenden prophezeiung geworden. scheitern und schlechtfühlen sind sein antrieb. weil das alles ist, was es kennt. jeder erfolg wurde ihm kleingeredet, relativiert, als selbstverständlichkeit hingestellt, nichts besonderes. „glaub bloß nicht, dass du wichtig bist. du bist es nicht wert.“

pony

und während ich heranwuchs, älter wurde und irgendwann auch erwachsen, blieb dieses kleine mädchen in meinem kopf und forderte sein scheitern, sein schlechtfühlen ein. jeder rückschlag war nicht nur bestätigung, sondern auch befriedigung. es redete alles klein und wertlos, bis ich es glaubte und es auch so kam. seit drei jahrzehnten nun sitzt dieser kleine blonde engel in meinem kopf. mit den jahren ist aus der kleinen süßen ein echter racheengel geworden. sie bockt und zickt, wenn sie nicht bekommt, was sie will: scheitern und schlechtfühlen. sie versucht, mir sämtliche positiven gefühle auszutreiben und zu relativieren. wie ein schlecht erzogenes dreijähriges mädchen in der quengelzone an der kasse wirft sie sich brüllend auf den boden, weil sie mit der momentanen situation nicht klarkommt: zum ersten mal in meinem leben gibt es da die ahnung von sicherheit, von zukunft.

und genauso schwer, wie es vermutlich einer mutter fällt, ihr kind zu lieben, wenn es im supermarkt die große schrei-arie anstimmt, so schwer fällt es mir zurzeit, die kleine auf den arm zu nehmen, ihr den rücken zu streicheln und ihr zu sagen, dass es okay ist. dass wir es verdient haben. und dass es zeit für sie ist, erwachsen zu werden. so schwer fällt es mir, ihr die wütenden krokodilstränen aus den traurigen blauen augen zu tupfen. ihr zu vermitteln, dass das, was gerade passiert, etwas gutes ist, das uns weiterbringt. ein großer weg aus kleinen schritten. ich weiß, dass sie sich nicht mit einem plüschtier besänftigen lässt, oder mit süßigkeiten. das einzige, was sie beruhigen würde, wäre ein erneutes scheitern. und während ich das schreibe und sie bemerkt, dass ich mich mit ihr beschäftige, sät die kleine kröte auch schon wieder zweifel: „du wirst die probezeit niemals überstehen. du bist es nicht wert.“ und ich möchte ihr eine runterhauen oder sie wegsperren. aber das macht man mit kindern nicht. man muss sich mit ihnen auseinandersetzen, ihnen erklären, zeigen und beweisen, dass es anders ist und das auch gut so ist. und so muss ich nun als erwachsene das versuchen zu vermitteln, was die ersten erwachsenen diesem traurig-wütenden kleinen mädchen ausgetrieben haben: urvertrauen. selbstvertrauen. selbstwertgefühl. das bewusstsein, dass das leben nicht nur aus schlechten dingen besteht und auch nicht bestehen kann und auch nicht sollte. das bewusstsein stärken, dass gute gefühle viel schöner sind als negative, wenn man sie zulässt und nicht kleinredet.

ich muss mit diesem kind in meinem kopf leben. denn diese kleine rachel gehört zur großen rachel dazu.

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homophopbie? dafuq?

in den letzten wochen ist das thema (homo)sexualität wieder sehr hochgekocht. zum einen durch herrn hitzlsperger, zum anderen durch ein konzeptpapier, das andere lebensentwürfe als mutter, vater, kind an schüler in bawü bringen will. von „schwuler umerziehung“ ist die rede, gar davon, dass es ja kein wunder sei, dass deutschland bei pisa so schlecht abschneide, wenn sich unsere schüler nur noch mit alternativ zum klassischen hetero-lebensentwurf existierenden beschäftigen müssen etc. ich verzichte bewusst auf verlinkungen, die grässlichen fratzen der borniertheit und homophobie zeigen sich selten in artikeln sondern eher in den kommentaren.

ich persönlich finde es müßig, die leier des „homosexualität existiert nun mal, lebt damit“ oder „wann genau hast du dir deine heterosexualität als lebensentwurf ausgesucht?“ noch spielen zu müssen.

aber ich fände es großartig, wenn in lesebüchern der ersten klasse einfach ganz unkommentiert ein homosexuelles paar vorkäme. (adam und andi sind im haus.) wenn in sachaufgaben einfach mal ein bild eines schwarz/weißen paares zu sehen wäre. wenn dort auch rollstuhlfahrer vorkämen oder andere „behinderungen“ thematisiert würden („das ist susi. susi kann nicht sehen. darum hat susi einen hund. der hund heißt bello und sagt ihr, wo sie an der straße stehenbleiben muss.“).

ein kommentar, den ich las, meinte sinngemäß: natürlich besteht homosexualität nicht nur aus sexualität. aber sie terminiert sich darüber. ein vater, der seinen sohn/neffen/bruder/vater liebt, sei ja nicht homosexuell, weil er den liebe. erst, wenn es um geschlechtsverkehr ginge, wäre die „definition komplett“. und ein vater, der seine tochter/nichte/schwester/mutter liebt ist dann was? pädophil? inzestiös? ödipal? die vielfalt der ausreden, warum es „unnormal“ ist, jemanden vom eigenen geschlecht zu lieben und warum wir also deshalb unsere kinder vor diesem wissen beschützen müssen, um sie nicht zu beeinflussen, fasziniert mich auf perfide weise. wie die aale winden sich die homophoben, um ihre „argumente“ auf vermeintlich feste beine zu stellen und können doch jederzeit von der wissenschaft mit einem kleinen windhauch einfach umgepustet werden. ein paar fragen reichen völlig aus. zuvorderst: „wann hast du aktiv entschieden, heterosexuell sein zu wollen?“

und doch, und doch löst auch 2014 das wort „homosexualität“ in verbindung mit „schule“ sofort abwehrreaktionen aus: „aber man muss doch kinder nicht übersexualisieren!“ nö, aber in unserer trotz allem offener werdenden gesellschaft werden die kinder sowieso mit gleichgeschlechtlichen paaren oder transgendern oder anderem konfrontiert. und sie fragen nach: „warum hat der onkel bill den gleichen nachnamen wie der onkel martin? sind die verwandt?“ damit warten kinder nicht bis zur pubertät – aber wenn sie eine antwort bekommen („martin und bill sind verheiratet, auch männer können einander heiraten, wenn sie das möchten“) ist es ja in der regel gegessen. diese ewig gestrige vorstellung, dass kindern nun in der schule sämtliche homosexuellen sexualpraktiken „beigebracht“ werden ist natürlich quatsch. sie bekommen ja auch nicht die bandbreite heterosexueller sexualpraktiken beigebracht. „warum heißt onkel martin jetzt martina und hat lange haare?“ „Weil er so jetzt glücklicher ist.“ zack bumm. kind zufrieden.

was das schlimmste an der sache ist, ist, dass der (homosexuelle/transsexuelle/…) mensch völlig unwichtig wird. er/sie wird auf seine absolute privatzone reduziert: sexualität. aber genauso wenig, wie mich die genauen vorlieben meiner nachbarn interessieren, interessieren sie mich bei meinen homosexuellen/transsexuellen freunden. das sind menschen, die ihren platz in meinem herzen verdient haben, weil ich sie lieb habe. und das hat mit ganz vielem zu tun, aber sexualität gehört nicht dazu. sie sind mir wertvolle menschen. punkt. kein heterosexueller würde es ohne weiteres akzeptieren, dass man ihn auf seine schlafzimmeraktivitäten reduziert. warum tun wir (heteros) es dann ganz selbstverständlich bei anderen?

kinder sind von natur aus neugierig und kennen keine grenzen. ich finde es unfair, ihnen welche zu setzen, weil man nicht über den eigenen tellerrand hinaussehen mag, weil man dann akzeptieren müsste, dass die welt keine scheibe ist. kinder sehen sehr lange einfach nur den menschen ohne gesellschaftliche konventionen. ob er nett ist, coole spiele kennt oder mit kindern nichts anfangen kann. wenn etwas von ihrer gewohnten sichtweise abweicht, fragen sie nach. mit einer einfachen antwort ist das „problem“ aus der welt und der mensch rückt wieder zurück in den mittelpunkt. warum soll das in der schule aufhören? kein kind geht daran kaputt, wenn es von vornherein erfährt, dass auch zwei männer/frauen zusammen sein können und einfach glücklich sind, dass auch zwei männer/frauen ein kind haben können oder dass es menschen gibt, die körperliche beeinträchtigungen haben. diese menschen sind da draußen! irgendwann werden auch eure kinder sie sehen, egal, wie sehr ihr sie davor beschützen wollt! aber sie werden sehr viel unbefangener und viel selbstverständlicher damit umgehen, je früher sie davon erfahren. ganz ohne erwähnung von sexualpraktiken oder sowas.

homophobie, angst vor inklusion oder vor allen lebensentwürfen, die der „norm“ widersprechen, ist sooo 50er jahre…aber heilbar.

p.s.: ich setze keineswegs körperliche beeinträchtigungen mit homo/transsexualität gleich. ich finde nur, beide gruppen sind in unserer heterosexuellen, körperlich gesunden (achtung, sarkasmus!) welt unterrepräsentiert.

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neulich in kopenhagen

szene:

eine kopenhagener familie sitzt am frühstückstisch. nehmen wir der einfachheit halber an: mutter, vater, kind. es ist sonntag morgen und der vater liest die sonntagszeitung.

vater: „du schatz?“

mutter: „ja?“

vater: „klingelt bei dir was, wenn ich den namen ‚marius‘ erwähne?“

mutter: „ich dachte, das hätten wir geklärt?!“

vater: „??? hä?“

mutter: „ach, du meinst also nicht meinen ex?“

vater: „achso. nein. ich sage mal ‚marius‘ und ‚zoo‘.“

kind: „auja, der marius! der is voll süß!“

mutter: „was ist denn jetzt mit ‚marius‘ und ‚zoo‘?“

vater: „naja, der zoo lädt ein. marius gehört in ein zuchtprogramm und ist genetisch uninteressant und soll heute nachmittag…äh…eingeschläfert werden.“

mutter: „was???“

vater: „hier steht, dass alle interessenten herzlich willkommen sind. um 14 uhr gehts los.“

mutter: „das einschläfern?“

vater: „äh…ja. so steht das hier.“

kind: „wie schläfert man denn eine giraffe ein?“

vater: „keine ahnung.“

mutter: „du willst doch da nicht ernsthaft hingehen?“

kind: „hmmm…weiß nicht…“

vater: „ach komm, das wird lustig! wir machen einen ausflug in den zoo!“

mutter: „!!!!“

kind: „???“

vater: „nicht? also kind, du musst schon auch mal lernen, wie das ist mit dem leben und dem tod. und außerdem hast du selbst gesagt, du weißt nicht, wie eine giraffe eingeschläfert wird. da kannst dus lernen.“

kind: „???“

opa schlurft rein: „ich hab das schon mal gesehen. die legen das lieblingsessen der giraffe auf den boden und wenn der kopf unten ist, kommen sie mit nem bolzenschussge…“

mutter: „papa!! ich bitte dich!“

kind: „coool!!! so mit blut und so?“

opa: „äh…ja…sicher.“

kind: „geiel! da gehen wir hin.“

opa: „ich vermute, die werden das tier hinterher an die andern viecher verfüttern. also außer blut gibts auch noch kettensägenmassaker…“

mutter: „PAPA!!!!“

vater und kind im chor: „coooooool!“

 

p.s.: ich verstehe es vollkommen, dass im zuchtprogramm unerwünschte tiere ausgesondert werden. mir ist bewusst, dass raubkatzen kein tofu essen. und ich finde es logisch, wenn ein ausgesondertes tier weiterverwendet wird.

ABER: ich finde es befremdlich, dies öffentlich zu inszenieren. ich finde es befremdlich, dies als bildungsveranstaltung zu deklarieren. und ich finde es äußerst befremdlich, dass es eltern gibt, die meinen, ihre kinder MÜSSEN das mal gesehen haben. meine meinung.

und bei euch so?

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die dritte generation

wie ich gestern bei #zdflogin erfuhr, gehöre ich zur dritten generation. das sind die, die zwischen 1975 und 1985 in der ddr geboren wurden.

abgesehen von dieser information bot mir diese sendung zahlreiche argumente dafür, doch endlich mit der glorifizierung der ddr aufzuhören, die uns menschen der dritten generation angeblich innewohnt. schließlich sei die ddr ein unerträglicher unrechtsstaat gewesen, in dem alle menschen in graue lumpen gekleidet sich angstvoll umschauend durch die gegend schlichen.

nun…nein.

nein, ich glorifiziere nichts. auch ich habe schon in der grundschule zu spüren bekommen, was es bedeutet, bei eltern aufzuwachsen, die nicht nur nicht in der SED sind, sondern sogar offen bekennende CDU-mitglieder und dazu auch noch laut systemkritisch. was es bedeutet, sich als kind freiwillig in die christenlehre zu begeben. es bedeutete unter anderem, dass ich als klassenbeste eben keine auszeichnung bekam, sondern die zweitbeste ausgezeichnet wurde, deren eltern systemtreue rotsocken waren. mir ist bewusst, dass ich mit derlei eltern niemals hätte studieren dürfen. oder dass ungefähr in der 10. klasse ein unauffälliger mensch oder gar ein vermeintlicher freund gefragt hätte, ob ich denn nicht für ein studium bereit wäre, gewisse informationen an gewisse leute über gewisse leute weiterzugeben. und mir bei ablehnung gewisse wie auch immer geartete konsequenzen in aussicht gestellt hätte. mir ist bewusst, dass, hätte die ddr die angeblich vorhandenen pläne für lager für dissidenten umgesetzt, meine omma als eine der ersten auf einem transporter gesessen hätte.

all das ist mir bewusst. auch, wenn wir in einer gegend wohnten, in der wir außer dem staatseigenen fernsehen bestenfalls an sonnigen tagen auch mal körniges polnisches tv empfingen, niemals aber westfernsehen.

ich bin in einem system aufgewachsen, das mich von frühester jugend darauf vorbereitet hat, dass ich später meinen beitrag zu ihm würde leisten müssen, wollte ich nicht der allgemeinen ächtung als „asoziale“ anheimfallen. (ja so hieß das wirklich.) nun tut die kinder- und jugendbildung ja heute im grunde nicht viel anderes als genau das: leiste deinen beitrag, dein land braucht dich. nur heißt das system inzwischen anders. hmm. hmmm. wenn ich heute interviews mit gymnasiasten sehe, erschrecke ich mich oft, wie sehr die schon auf kapitalismus-spur sind mit ihren vielleicht 15 oder 16 jahren. ob das nun erstrebenswerter ist, als stramm auf sozialismus-spur zu sein, überlasse ich jedem selbst.

ein weiteres thema war nun in dieser tollen sendung das frauenbild in der ddr. laut den einspielern haben 1989 rund 90% der frauen in der ddr gearbeitet. das war problemlos möglich, weil für (laut zdf) rund 80% der kinder krippenplätze vorhanden waren. krippe, also für säuglinge und kleinstkinder unter 3 jahren. von 6 bis 18 uhr. wenn eine mutter zuhause bleiben wollte, ging das auch. von flächendeckender betreuung in kindergärten (u.a. auch in den betrieben selbst) ganz zu schweigen. abtreibungen waren ohne große schikane möglich. scheidungen waren schnell und preisgünstig vollzogen. frauen waren vollwertige mitglieder der gesellschaft, die schon von kindesbeinen an dazu erzogen wurden, eines tages auf eigenen beinen stehen zu können und von niemandem abhängig zu sein.

natürlich kann man spekulieren, dass die kinderbetreuung in diesem umfang die voraussetzung dafür war, alle arbeitsfähigen menschen ins system und den aufbau des staates zu zwingen. ein gern gewähltes argument gegen diese praxis. und sicher sind kinder in diesem system oft auch die verlierer gewesen. wenn sie nach hause kamen und keiner da war, weil beide eltern arbeiteten. wobei: die meisten schulen hatten auch einen hort, in dem man hausaufgaben erledigen konnte und eben nicht allein war. angeblich gab es signifikant viele bettnässer in der ddr. was dann als zeichen für diese unmenschliche praxis angesehen wird, die armen kinder von der mutterbrust direkt in fremdbetreuung zu übergeben. natürlich ist eine nanny oder ein au pair etwas gaaaanz anderes.

fakt ist: als ich zum ersten mal davon hörte, dass die frauen auf der anderen seite der mauer oft lieber zuhause blieben, um sich der kinderaufzucht und der pflege ihres mannes und des haushaltes zu widmen, war ich fassungslos. mein erster gedanke war: wird denen das nicht langweilig? (wir erinnern uns: 1990 gabs nicht viele tv-sender zur allgemeinen zerstreuung.) als ich anfang der 2000er von meiner damaligen besten freundin, die in tübingen studierte, stories von ihren kommilitonen hörte, die im grunde nur studierten, um eine gute partie abzugreifen und dann nie arbeiten zu müssen, war ich ein weiteres mal fassungslos.

und doch hat sich dieses weltbild über die ehemalige ddr gestülpt. kindergärten wurden geschlossen – was auch daran lag, dass kaum noch kinder geboren wurden, weil die situation so instabil war. der abtreibungsparagraf der ddr wurde zusammen mit ihren restlichen gesetzen in die ewigen jagdgründe geschickt. scheidungen sind heute langwierig und teuer, auch, weil es hier um unterhaltsansprüche geht, was in der ddr aufgrund der beschäftigung nahezu aller frauen wegfiel. andrea kiewel sagte gestern in einem einspieler sinngemäß, dass die ddr mit ihrem frauenbild dem rest der welt um etwa 10 jahre voraus war. mit der wende mussten diese frauen (und auch die gerade heranwachsenden) sich plötzlich mit problemen beschäftigen, die tief in ihre persönlichen entscheidungen eingreifen (s. abtreibungen). entscheidungen, die sie immer allein treffen konnten und auch mussten. plötzlich gab es leute, die da mitreden wollten und noch mehr: ihnen sagten, was sie zu tun haben, was sie dürfen und was nicht.

es kamen menschen, die uns im osten erklärten, was für bedauernswerte würstchen wir doch seien nach 40 jahren knechtschaft.

wir? bedauernswert? wann genau hat ein anderes volk dieser welt sein regime gestürzt, ohne dass es zu blutigen aufständen kam? ohne, dass schüsse gefallen sind? einfach dadurch, dass es sich wieder und wieder und in immer größerer zahl versammelte? sind wir, die wir diese „knechtschaft“ beendeten, nun die opfer? offenbar ja. im osten ist die arbeitslosigkeit höher und die löhne auch 25 jahre nach der wende noch niedriger. (kommt mir jetzt nicht mit dem soli, den zahlen wir auch.)

achja, dem ganzen die krone aufgesetzt hat eigentlich die forderung, die symbole der ddr, die heute als souvenirs verkauft werden, sollten wie die nazi-symbole verboten werden. nun, es gibt einen entscheidenden unterschied zwischen der nazi-diktatur und der ddr-diktatur: erstere wurde nach 6 jahren blutigem krieg von den alliierten zerschlagen, letztere vom volk selbst. die symbole der nazis stehen für millionenfachen mord an unschuldigen, die symbole der ddr stehen für ein system, das durch sein eigenes volk ad absurdum geführt und abgesetzt wurde. wenn ein speckiges t-shirt und ein hipsterbart ironisch sind, ist es ein honecker-bild heute allemal.

wie auch immer es andere sehen mögen: ich bin dankbar für meine behütete kindheit in der ddr. dass ich erst mit 13 erfuhr, dass man vom küssen nicht schwanger wird und mir auch erst da langsam der tatsache meines weiblichen körpers bewusst wurde, hat mir nicht geschadet. ich bin aber auch dankbar dafür, dass ich wegen der wende gar nicht an den punkt kam, mich eingesperrt zu fühlen. in einem alter, wo man neugierig auf die welt wird, konnte ich es sein und ausleben, die welt entdecken und reisen, wohin ich wollte. ich bin dankbar dafür, dass ich wegen der wende studieren konnte und als melkerin in der lpg arbeiten muss. ich bin dankbar für beide seiten, weil beide seiten ihr gutes haben.

wie sehr ihr das? wie habt ihr es erlebt?

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jahresendgedöns

eigentlich schreibe ich meinen jahresabschluss ja immer vor weihnachten. da das aber meine regel ist, darf ich sie auch brechen.

dieses jahr war…lang und unglaublich kurz, hart und unglaublich weich, traurig und unglaublich glücklich. es war voller ereignisse, obwohl es gefühlt so vor sich hinplätscherte. es war voller menschen, auch wenn ich mich oft allein fühlte. es war voller tränen, tränen der rührung, der trauer, der verbitterung. es war voller liebe, liebe zu menschen, die mir ans herz gewachsen sind und auch zu menschen, die ich schon ewig kenne und trotzdem jetzt erst besser kennenlernte.

neue menschen kamen, alte gingen. freunde kamen und gingen, viele blieben, manche wurden herzfamilie. zu diesen menschen gehören ganz sicher @nsimn, @herrvanbohm und @onrie, aber auch @bittersuesss und @littlejamie. noch immer bin ich wieder und wieder überrascht und überwältigt von „meinen“ menschen bei twitter, von euch allen, ihr herzchen.

ein grund, warum ich dieses jahr nicht vor weihnachten auf das jahr zurückblickte, war das jahr selbst. und mein verhältnis zu weihnachten. als mein großvater noch zu weihnachten zuhause weilte, war weihnachten die hölle. die aussicht auf drei tage voller kommunikativer tretminen, unausgesprochener vorwürfe und verbitterung ließ mich schon im vorfeld rheuma bekommen. ich habe den advent immer geliebt, aber weihnachten gehasst. den höhepunkt dieses hasses zeichnet das jahr 2005, als ich pünktlich um 20.15 wieder in meiner wohnung war und den grinch guckte. passender ging es nicht. allerdings war das auch das jahr, als eine damalige gute freundin mich um 22.00 aus meinem elend in meine stammkneipe zerrte und ich feststellte: nach dem offiziellen programm gibts hier echte besinnlichkeit und ja…auch alkohol. (ich bin in einem haushalt aufgewachsen, in dem ich noch heute, mit 35 jahren, schief angeguckt werde, wenn ich nur über alkohol rede.)

in den letzten beiden jahren waren omma und ich allein. was bedeutete: ich konnte in die kirche gehen, ohne den großvater, der die zeiten der fahrten hin und zurück immer nutzte, um stimmung gegen seine frau zu machen. was drei jahre in folge dazu führte, dass ich den gottesdienst „verschlief“ und nicht hinfuhr, weil ich keine lust darauf hatte. in diesen letzten beiden jahren habe ich meinen frieden gemacht mit diesem familienfest. und in diesem jahr habe ich mich sogar darauf gefreut. denn der großvater ist nicht mehr und mit ihm sind die ewigen unausgesprochenen fragen und verletzungen gegangen, kein damoklesschwert schwebte mehr im wohnzimmer. im letzten jahr hatte omma beschlossen, dass ein weihnachtsbaum für die paar tage albern ist, dieses jahr bestand ich darauf und sie freute sich über meine freude daran und stellte fest: „es ist wirklich gemütlicher mit baum.“ überhaupt hat dieses jahr uns beide wieder ganz eng zusammengeschweißt. es gab ein paar streits, es gab aber auch meinen zusammenbruch im oktober, als ich zum ersten mal seit meinem auszug das bedürfnis hatte, nach hause zu fahren, um dort ruhe zu finden. und omma hat mir grießpudding gekocht. wie damals als kind, wenn ich traurig war. oder als teenie, wenn ich liebeskummer hatte.

und überhaupt: es war mein weihnachten. ruhig (okay, etwas sehr ruhig 😉 ), mit baum, gottesdienst und schweizer käseauflauf (traditionell seit meiner kindheit, war mal ein rezept in einer birkelpackung, die im westpaket mitkam). mein pfarrer, andreas schorlemmer, der bruder vom leipziger schorlemmer der die wende anstieß, schaute mich bei der predigt immer wieder an und vielleicht hat er mir auch zugezwinkert. in der predigt ging es um familie, irgendwie trifft er immer genau das thema, das mich gerade umtreibt. nach dem gottesdienst nahm er mich in den arm und sagte „ach, meine liebe rachel, es ist so schön, dass du da bist!“. und zack: weihnachten! 🙂 nach der bescherung und dem essen ab in die stadt, endlich (gedrosseltes, aber im gegensatz zu edge superschnelles) internet und alkohol genießen. wenn man am 25.12. keinen kater hat, wars genauso wenig weihnachten als wenn die hose nicht kneift nach den feiertagen. und als ich am 26.12. nach hause fuhr, in meine höhle mit wlan und meiner mieze, wollte ein teil von mir noch gar nicht weg. hätte ich auch nie gedacht.

und nun? was kommt jetzt?

erstmal silvester.

und am 6.1.2014 hat mein freiberuflerdasein endlich ein ende. ich fange einen spießigen job im öffentlichen dienst an. und ich freu mich drauf, endlich mal wieder was über die nächsten 3 tage hinaus planen zu können.

 

ich hoffe, ihr flauschnasen hattet ein tolles weihnachtsfest und ich wünsche euch ein großartiges, wundervolles, träume erfüllendes jahr 2014.

„und wenn auch mal eine träne rinnt – mach, dass es freudentränen sind!“ (muppets weihnachtsgeschichte)

ich drück euch!

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vertrauter fremder

„ich würde dich so gern noch einmal sehen.“ deine stimme ist schwach, man hört durchs telefon, wie schwer dir das sprechen fällt. ich schlucke und sage „ja.“. keine versprechungen, die ich nicht halten werde. „ich denke an dich und ich liebe dich“, sagst du mit etwas festerer stimme. ich sage „ja“. keine versicherung, dass es bei mir genauso ist. keine lügen. auch einen sterbenden lüge ich nicht an.

du bist auf deinem weg. ich rechne jeden moment mit dem anruf, dass du ihn zu ende gegangen bist und es vorbei ist. und ich horche in mich hinein, was ich dabei fühle. du bist immerhin das, was einer vaterfigur in meinem leben am nächsten kommt. doch sollte ich dir für diese rolle ein zeugnis schreiben, liefe es auf „er hat sich stets bemüht“ hinaus.

ich versuche in mir erinnerungen zu finden, die mich nicht verbittert und enttäuscht zurückblicken lassen. und finde nur sehr wenige, kleine schätze. wie die geschichten, die du mir erzählt hast, als ich noch ganz klein war. vor dem mittagsschlaf oder in der badewanne. oder im thermalbecken in szeged, nachdem mir mit 8 jahren die trommelfelle durchgestochen wurden und ich nicht mehr richtig plantschen durfte. da hast du dich mit mir ins warme becken gesetzt, ich bis zum kinn auf der bank im wasser, du bis zur brust und hast mir wüste mixturen aus sindbad, odysseus und eigenen märchen erzählt. und ich sehe dich bei einem urlaub auf usedom, als wir abends zu dritt spazierengingen. einer der wenigen echten familienmomente. moment…es war kein urlaub, du hast dort 4 wochen als zeltplatzarzt gearbeitet und nur abends hatten wir ein wenig zeit zu dritt und gingen eben ab und zu spazieren. da kam eine blindschleiche über den weg und du hast einen irren hopser gemacht, als wäre es eine giftige viper, wir haben alle gelacht. oder die fahrradtouren, die wir gemacht haben, als ich noch klein war. oder die seltenen spaziergänge mit dem ersten boxer, den wir hatten. und sogar deine feuchten augen, als wir cally beerdigt haben und wir gemeinsam vor dem kofferraum mit dem toten hund darin standen. es sind ganz wenige kleine lichtpunkte in einem meer aus schlechten gefühlen, zurückweisung, enttäuschung, forderungen und verbitterung.

ich würde mir wünschen, dass ich mehr hätte, auf das ich zurückblicken kann, wenn du nicht mehr bist. mehr von diesen kleinoden, die mich als kind sehr glücklich gemacht haben. aber da ist nichts.

ich würde mir wünschen, sagen zu können, dass du mich auf einen guten weg gebracht hast, mich bestärkt und unterstützt hast, wie es ein vater eben tut. aber das hast du nicht.

ich würde mir wünschen, dass es mir leid tut, dich nicht mehr gesehen zu haben vor deinem tod. aber da ist nur ein ganz kleines flackern.

ich würde mir wünschen, mitleid mit dir zu haben, weil du stirbst, ohne deine frau und deine kinder nochmal gesehen zu haben. aber es war deine wahl und darum sind sie nicht da.

ich würde mir wünschen, sagen zu können, dass ich dich liebe und vermissen werde. aber das kann ich nicht.

 

ich wünsche dir eine friedliche und kurze reise ohne viele schmerzen. ich wünsche dir, dass du gut ankommst und es dir dort besser geht. das wünsche ich dir vom ganzen herzen.

deine tochter

Emergency contraception is also referred to as post-coital contraception or the morning after pill. cialis online It provides a safe and effective means of reducing the number of unwanted pregnancies and abortions.

du opfah!

Wer sich zum Honig macht, den benaschen die Fliegen.

(deutsches sprichwort)

 

es ist etwas schwierig, einen anfang zu finden. vor allem ist es schwierig, das, was in meinem kopf rumschwirrt, so zu formulieren, dass sich niemand angegriffen fühlt oder ich den eindruck vermittle, etwas besseres sein zu wollen.

versuchen wir es mal.

aufgrund bestimmter umstände, auf die ich nicht näher eingehe, war es notwendig, dass ich beim hiesigen jobcenter vorsprechen musste. meinem antrag wurde stattgegeben, jedoch nicht komplett. um einen widerspruch formulieren zu können, wühlte ich mich also durchs internetz, denn bekanntlich weiß das ja alles. (und vielleicht lässt mich die nsa auch in ruhe, wenn sie jetzt weiß, dass ich mir gerade weder sprengstoff noch einen schnellkochtopf noch einen rucksack leisten könnte.) gerade, wenn sich fragen zum komplizierten regelwerk des sgbII auftun, finden sich zahllose foren und hilfeseiten. die meisten davon haben eines gemeinsam: alle dort sind opfer. und zwar opfer, die sich komfortabel in ihrer opferhöhle eingerichtet haben und neuen opfern von da aus giftig schnappend zeigen, wie man richtig opfer ist.

der wohl am häufigsten auftretende vorwurf ist der, dass das sgbII nur den sinn habe, menschen kleinzuhalten und so ihren willen zu brechen und sie gefügig für dieses system zu machen. da ich selbst diesen gang zum jc nicht zum ersten mal gemacht habe, kenne ich durchaus die gedankengänge, und auch das unverständnis, die unbeholfenheit und das überfordertsein damit, die eigene missliche situation, das immer knappe geld und die kämpfe gegen windmühlen unter einen hut zu bringen, ohne den mut zu verlieren. und ja, ich weiß, dass langzeitarbeitslosigkeit krank macht. psychisch und auch physisch.

und was ich auch kenne, ist das bedürfnis, für die eigene situation einen schuldigen zu finden. und hier werde ich allgemeiner, weil das für alle misslagen im leben funktioniert. „meine situation wäre ganz anders, wenn…mein ex nicht so ein arsch wäre…meine eltern mich anders erzogen hätten…die gesellschaft anders wäre…der staat hier endlich eingreifen würde…dies und das und jenes nicht passiert wäre.“ in meinem aktuellen fall ist es so: ich würde auch gern einen schuldigen finden. doch daran, dass ich momentan hier sitze und darüber nachdenke, ob ich lieber meine miete oder essen bezahlen soll, weil das jc einen verfahrensfehler gemacht hat, auf dessen berichtigung ich nun hoffe, daran bin ich selbst schuld. ich bin selbst verantwortlich, denn ich allein war es, die es soweit hat kommen lassen. ich war diejenige, die mit offenen augen in diese situation geraten ist, ohne etwas zu ändern.

und nun ist es so. das kind liegt im brunnen und alles, was ich tun kann, ist schadensbegrenzung. darüber hinaus zusehen, dass ich wieder auf die füße komme. ich habe mir ein paar wochen selbstmitleid gegönnt. rückzug. reflexion. geheult. schlecht geschlafen. wollte das ausmaß meines scheiterns nicht akzeptieren. fand schuldige. und landete immer wieder bei mir. ich kann mich mit 35 jahren nicht mehr darauf berufen, dass meine kindheit einige dunkle flecken hat. und ich will es auch nicht. das mag für einige situationen akzeptabel als erklärung sein, aber nicht für das, was ich zugelassen habe. ich habe ein eigenes leben, das schon lange unabhängig von dem meiner kindheit ist. ich war schon sehr erfolgreich in diesem leben und habe verdammt viel erreicht. die erkenntnis, dass meine unsicherheiten, resultierend aus alten mustern, mich hierhin gebracht haben und ich es zugelassen habe, macht mich unsagbar wütend. wütend auf mich selbst. nicht auf den fehler des jc bei der berechnung, denn den antrag hätte es nicht brauchen müssen. nicht auf das system, das mich zwingt, mich komplett nackich zu machen (inklusive einnahmen und ausgaben der letzten 12 monate und auftraggeber und warum die weggefallen sind etc.), denn dieses system rettet mir gerade den arsch und bewahrt mich davor, wieder schulden machen zu müssen. nein, das ist kein lobgesang auf hartz4. aber hartz4 verschafft mir gerade luft zum atmen. luft, die ich brauche, um wieder zu mir finden zu können. macht kapazitäten in meinem hirn frei, die sonst für existenzängste draufgehen würden.

ich finde es okay und legitim, sich eine zeit des suhlens im selbstmitleid zu nehmen, wenn die dinge aus der bahn geraten. ich kenne das gefühl, wenn man aus heiterem himmel plötzlich in situationen gerät, die einen völlig überfordern. ich kenne depressive phasen ebenso wie ausgewachsene depressionen. was ich aber nicht okay finde, ist, sich damit abzufinden, sich zu fügen und den kampf aufzugeben. egal, was im leben passiert: es passiert immer nur soviel, wie man zulässt. man ist immer nur das opfer, das man anderen zugesteht aus einem zu machen. ich finde es okay und legitim, keine kraft mehr zu haben, die schnauze voll zu haben und sich eine kampfpause zu gönnen. ich finde es okay und legitim, sich hilfe zu suchen und den kampf nicht allein auszufechten. aber ich finde es nicht okay, aufzugeben.

ich finde es nicht okay, die schuld für die eigene situation bei den umständen und/oder anderen menschen zu suchen und damit die verantwortung abzugeben. ich finde es nicht okay, sich zurückzulehnen und zu erwarten, dass andere mein problem lösen oder dass es sich ganz einfach in lavendelduft auflöst. auch, wenn ich ohne eigene schuld in einer misslichen situation lande, heißt das nicht, dass ich mich dort auch einrichten muss.

und damit bin ich wieder bei den foren zum oben genannten thema. was ich mir für leute, die neu in dem system landen, wünschen würde, wäre aufklärung, verständliche erklärungen komplizierter regelungen. konkrete hilfe wie links zu beratungsstellen oder einrichtungen wie den mitgehern, die ins jc begleiten. ich würde mir wünschen, dass sich dort mut zugesprochen wird und nicht bitterkeiten und sarkastische kommentare jeden beitrag, jede frage vernichten. ich würde mir wünschen, dass die profiopfer dort, die wissen, wie beschissen es sich anfühlt, sich dem system unterzuordnen, anderen tipps geben, damit ihnen das nicht passiert. ich würde mir wünschen, dass dort konstruktiv geholfen wird in einer weise, die einen fragenden nicht mit einem „aha. wtf? und jetzt?“ zurücklässt, sondern mit einem „ah! danke! jetzt weiß ich, was zu tun ist.“. ich würde mir wünschen, dass diese foren ihren vorwurf, das system wolle menschen brechen und gefügig machen, mit ihrem eigenen verhalten nicht untermauern würden. denn dadurch, dass sie andere lehren, wie man als opfer zu sein hat, schaffen sie neue opfer.

allgemeiner gesprochen: du bist unzufrieden? tu was. ändere deine einstellung, hole dir input, suche dir hilfe. aber: mach was. bleib nicht sitzen und suche nach erklärungen, warum du es nicht ändern kannst und wer schuld ist. suche nach auswegen. es ist dein leben. lass es dir nicht wegnehmen.

It is not intended to diagnose, treat, cure, or prevent any disease and should not be relied upon as a medical advice. cialis Always consult your doctor before using any supplements.

belly off 3 – woche 8

…und ich möchte nicht darüber reden.

und auch keine zahlen nennen. nur soviel: es ist mehr als in der vorwoche.

konsequenz daraus: mehr sport, weniger sünden. der leichte schlendrian der letzten wochen ist vorbei.

ob meine mitstreiter mehr erfolg hatten?

MC Winkel | Natascha | Marco | Hauptstadtkind | Antje | Anni | Dirk |

Mathis | Dirk |Ilovechaos |Starkilla | Lomomo | Stefan | Mary |

Rap’n’Blues | Kaal | Zeitzeugin |Sabbelkasten | Tyler | Katsuya-Fairy |

Matzel | Flyerzwomille | Dr. Sheldon Harper |Redhead | Rebecca |

Lieblingsmensch | ShadowNille | Steffi | San | Michelle |

ChliiTierChnübler | hyperrus | Björn | LennyUndKarl | Uli |

Buckelhart | Sabrina |Hucki | Gelrueb | Frau K | Jan

 

zumindest gibt es immerhin die sichtbaren und festgehaltenen erfolge:

 

levis 529 in größe 28/32. keine ahnung, wann ich die das letzte mal anhatte. bestimmt seit 3 jahren nicht.

levis 529 in größe 28/32. keine ahnung, wann ich die das letzte mal anhatte. bestimmt seit 3 jahren nicht.

belly off 3 – woche 7

… uuuuuuund:

 

etappenziel erreicht!!!!

 

20130305_151633

aktuelles gewicht:

76,5

und damit 4,5 kg weniger als am anfang.

hell yeah!

und bei euch so,

MC Winkel | Natascha | Marco | Hauptstadtkind | Antje | Anni | Dirk |

Mathis | Dirk |Ilovechaos |Starkilla | Lomomo | Stefan | Mary |

Rap’n’Blues | Kaal | Zeitzeugin |Sabbelkasten | Tyler | Katsuya-Fairy |

Matzel | Flyerzwomille | Dr. Sheldon Harper |Redhead | Rebecca |

Lieblingsmensch | ShadowNille | Steffi | San | Michelle |

ChliiTierChnübler | hyperrus | Björn | LennyUndKarl | Uli |

Buckelhart | Sabrina |Hucki | Gelrueb | Frau K | Jan |??

das feld der herzen

es gibt einen ort, den wir menschen niemals sehen werden. eine große, grüne lichtung an einem großen, dunklen wald. hier scheint jeden tag die sonne und auf der wiese blühen bunte blumen. das ist das feld der herzen. die herzen aller menschen dieser welt leben hier. sie spielen miteinander, toben, tanzen oder sitzen zusammen und reden. sie sprechen alle eine sprache und wenn streit aufkommt, gehen sie sich einfach aus dem weg.

am rande des waldes leben auch herzen. sie wohnen in dunklen höhlen, mit gittern davor. es hat sie niemand dort eingesperrt, sie haben sich selbst gefangen genommen. manchmal kommen sie heraus, immer nachts. wenn der mond hell genug scheint, kann man sie sehen. manche von ihnen haben tiefe narben. manchen fehlen ganze stücke. manche haben blutende wunden, manche liegen in ketten. aber eines haben sie alle gemeinsam: sie weinen.

wenn zwei verletzte herzen aufeinander treffen, reden sie nicht miteinander. zu groß ist der schmerz, zu groß die angst, weitere verletzungen davon zu tragen. sie gehen aneinander vorbei und im morgengrauen ziehen sich alle in ihre vergitterten höhlen zurück. nur dort fühlen sie sich sicher.

ganz selten passiert es, dass eines dieser verletzten herzen am tag aus seiner höhle kommt. wenn die wunden vernarbt sind und nicht mehr so weh tun. dann steht es schüchtern im schatten am rande der lichtung und schaut den anderen herzen zu, wie sie spielen und herumtollen, leicht und unbeschwert. die tränen, die vor ihm auf die wiese fallen, leuchten wie kleine regenbögen auf den grashalmen. die sehnsucht danach, auch wieder mit den anderen spielen zu können und unbeschwert zu sein, ist übergroß. wenn dann eines der anderen herzen auf das weinende herz aufmerksam wird und zu ihm kommt, um es ins licht zu holen, seine hand nimmt und sanft zieht, reißt sich das weinende herz meist wütend los und läuft zurück in seine höhle.

noch seltener gelingt es einem der sonnenherzen, ein weinendes herz in die runde zu holen. die tränen versiegen irgendwann und das weinende herz fasst vertrauen, spielt sogar mit den anderen. fühlt sich wohl und geliebt. die wunden verheilen und wenn es genauer hinsieht, kann es auch bei den sonnenherzen hier und da kleine kratzer erkennen. die sonnenherzen wissen, dass diese herzen besonders viel aufmerksamkeit und geborgenheit brauchen. darum nehmen sie das weinende herz oft in den arm und halten es ganz fest. nachts, wenn alle schlafen gehen, ist es nie allein, immer ist jemand in seiner nähe und hält es. die angst bleibt, aber sie wird kleiner.

die weinenden herzen, die nachts allein über die lichtung wandern, sehen all das. sie würden sich gern dazu legen. sie wünschen sich nichts mehr, als gehalten zu werden. doch die angst ist größer als die sehnsucht.

 

belly off 3 – woche 5

… und die bittere erkenntnis:

von nüscht kommt nüscht.

trotz zusammenriss beim essen und insgesamt mehr bewegung als vor boff3, dafür aber ohne richtigen sport und am wochenende mit alkohol fällt das ergebnis heute sehr ernüchternd aus:

 

76,8 kg

damit sind es jetzt 4,3 kg weniger als am anfang, aber auch die geringste abnahme der gesamten zeit.

trotzdem konnte weight watchers dem etwas abgewinnen und schenkte mir ein 5%-banner: seit beginn habe ich mein gewicht um 5% verringert.

immerhin: ich musste mir neue pyjamahosen kaufen, weil die alten mir nach ein paar schritten hipsterlike unterm hintern hängen. der rock, den ich zwischen den jahren zu groß kaufte und enger machen ließ, könnte fast eine weitere sitzung bei der schneiderin vertragen. die jeans, die mir im sommer nach einem tag bläuliche striemen an der hüfte verursachten, rutschen ebenfalls gewaltig. auch meine silhouette hat sich deutlich verschlankt.

trotz allem bin ich mit dem heutigen ergebnis nicht zufrieden. und war erstmal schwimmen. auch hier zeigt sich langsam der erfolg: war ich beim ersten mal noch sehr schnell außer atem und hinterher zu nix mehr zu gebrauchen, halte ich jetzt doch wesentlich länger durch.

wenn es doch nur endlich mal wieder hell würde… dann würde mein jieper auf schoki zur serotoninzufuhr sicher nachlassen…

weiter gehts!

noch dabei:

MC Winkel | Natascha | Marco | Hauptstadtkind | Antje | Anni | Dirk |

Mathis | Dirk |Ilovechaos |Starkilla | Lomomo | Stefan | Mary |

Rap’n’Blues | Kaal | Zeitzeugin |Sabbelkasten | Tyler | Katsuya-Fairy |

Matzel | Flyerzwomille | Dr. Sheldon Harper |Redhead | Rebecca |

Lieblingsmensch | ShadowNille | Steffi | San | Michelle |

ChliiTierChnübler | hyperrus | Björn | LennyUndKarl | Uli |

Buckelhart | Sabrina |Hucki | Gelrueb | Frau K | Jan |

neujahrswunsch.

ich wünsche dir mut.

  • mut zu vergessen, was dir wehgetan hat.
  • mut zu weinen, wenn es sein muss.
  • mut, auf dein herz zu hören, auch wenn der kopf „nein“ sagt.
  • mut, auf deinen bauch zu hören, wenn der verstand aussetzt.
  • mut, eine chance wahrzunehmen, auch wenn du nicht weißt, was danach kommt.

ich wünsche dir kraft.

  • kraft, dich fallenzulassen.
  • kraft, schwach zu sein.
  • kraft, den berg vor dir zum hügel zu machen.
  • kraft, entscheidungen zu treffen, auch wenn sie schmerzhaft sind.
  • kraft, gut von böse zu unterscheiden.

ich wünsche dir gesundheit.

  • gesundheit der seele.
  • gesundheit des herzchens.
  • gesundheit des verstandes.
  • gesundheit der balance.
  • gesundheit des körpers.

ich wünsche dir glück.

  • glück in der liebe.
  • glück in der freundschaft.
  • glück in der familie.
  • glück im unglück.
  • glück in allem, was du tust.

vor allem aber wünsche ich dir liebe, denn du hast sie verdient.

 

einen zauberhaften start ins neue jahr und meine besten wünsche für 2013!

mimimir gehts gut.

vielleicht ist der advent nicht die beste zeit, um das sich dem ende zuneigende jahr zu reflektieren. traditionell bin ich in dieser zeit so nah am wasser gebaut, dass selbst die löwenbabies vor der werbepause bei rtl mir tränen in die augen zwingen. vielleicht sollte man überhaupt das jahr nicht in dieser dunklen, kalten zeit überdenken. diese zeit, in der das grau draußen so viele schöne erinnerungen zu schlucken vermag. diese zeit, in der die kälte soviel wärme aus den erinnerungen zu ziehen in der lage ist.

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no. me no luvs autumn.

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

 

mal davon abgesehen, dass der sommer alles andere als groß war und auch die herbstsonne nur marginal darüber hinweghilft, ist der herbst für mich die furchtbarste jahreszeit. herbst ist der tod hinter einer bunten maske, die fröhlichkeit vorgaukelt. die bunten blätter übermalen sich wie aufgetakelte diven, die ihr alter nicht wahrhaben wollen, nur um dann in scharen von den bäumen zu stürzen und im regen zu einer graubraunen glitschigen masse zu werden. die gesamte natur dreht noch einmal auf wie ein todgeweihter, der allein das geheimnis seines ablebens kennt und seine umgebung täuscht, indem er besonders lebendig wird. die rufe der zugvögel, die im frühling neubeginn verheißen und mein herzchen hüpfen lassen, sind nun abschiedsrufe. selbst sie verschwinden an einen besseren ort. täglich wird es dunkler um dann im november alles in eine düstere, graue landschaft zu verwandeln, aus der kahle bäume wie mahnende zeigefinger hervorragen.

herbst ist die zeit, in der ich die zugvögel beneide, mit ihnen ziehen möchte. in den süden, ins warme. dorthin, wo nicht alles tot und grau ist. dorthin, wo nicht der einzige lichtblick die aussicht auf die heimelige weihnachtszeit mit den lichtern ist. dorthin, wo die sonne nicht eine blasse ahnung am regenhimmel ist, sondern leben spendet. dorthin, wo nicht heißgetränke der einzige wärmespender gegen nasskalte herbststürme sind. dorthin wo nicht berlin ist. diese stadt, die im herbst und winter ihr hässlichstes gesicht zeigt, mit aller unbarmherzigkeit und kälte, zu der sie fähig ist.

no. me no luvs autumn. (gnarf.)

du musst nur…

es gibt eine phrase, die bei mir zuverlässig zum abschalten der synapsen führt, die fürs zuhören und ernstnehmen zuständig sind:

„du musst nur…“

das hat in mathe, physik und chemie in der schule schon funktioniert. „das ist ganz einfach. du musst nur a mit b…“ und ich setzte mein „erzähl mal, ich träum solange von einhörnern“-lächeln auf. irgendwann kam immer die frage: „und? einfach, oder?“ „jaja, genau.“.

das funktioniert ebenso bei einträgen in foren, in denen es um bestimmte *hust* sexuelle dinge geht. „du musst dich nur entspannen.“.

und das funktioniert bei kommentaren anderer zur eigenen diät. „du musst nur lernen, deinen körper zu akzeptieren.“ Read the rest of this entry »

heller. weißer. lichter.

es begab sich im märz, dass ich ein angebot von einer großen e-commerce-plattform erhielt. es war eins dieser angebote, die man nicht ausschlagen kann, wenn man nicht völlig bescheuert ist. also trat ich es an. und siehe da, nicht nur der job war spannend, sondern auch die bezahlung nicht so schlecht.

nun stellte sich nach abschluss des projektes die frage, was ich mit der vielen freien zeit und dem verdienst anstellen sollte. schon im winter hatte sich in mir der wunsch manifestiert, meine herzheimat kuba noch einmal zu besuchen. diesmal für drei wochen und mit rundreise. das wäre eine möglichkeit gewesen. andererseits war es auch an der zeit für ein paar investitionen in mein heimbüro. ein neuer schreibtisch und ein neuer stuhl mussten dringend her. nach vier monaten an einem auf mich eingestellten arbeitsplatz waren die defizite am heimischen platz umso offensichtlicher.

also stattete ich diesem internet einen besuch ab. tolle sache übrigens, dieses internet. solltet ihr auch mal hingehen. das setzt sich durch, glaub ich. dort suchte ich nach den neuen büromöbeln. nunja. in deutschland sind die großen möbelhäuser mit preisen sehr geizig. natürlich wollen sie einen in den laden bekommen und einem dort dinge aufschwatzen. nur der große schwede bietet die möglichkeit, seine produkte nicht nur zu sehen, sondern ganze räume zu planen.

anderthalb stunden später hatte ich spaßeshalber mal die gesamte wohnung eingerichtet. also virtuell. und dann dachte ich: warum eigentlich nicht? die alten möbel meines vormieters und das ganze zusammengeklaubte und geschenkte zeug, das man als junger mensch noch aus der ersten wg und kindertagen hat, nervte mich schon geraume zeit. nichts passt so richtig zusammen. es erfüllt seinen zweck, aber sieht nicht schön aus, irgendwie alles zusammengewürfelt.

was mich auch schon seit langem nervte waren die alteleutetapeten an meinen wänden. denen konnte eigentlich nur meine katze etwas abgewinnen, was dazu führte, dass ich jede stelle, an die sie ungehindert kommen konnte, irgendwie sichern musste. denn selbst olle tapete sieht ja mit katzenkrallstellen drin noch oller aus. also runter mit dem zeug und farbe dran, ohne tapete.

flugs stellte ich bei myhammer zwei aufträge ein:

1. die alten möbel sollten abgeholt und entsorgt werden. die neuen beim schweden abgeholt und bei mir aufgebaut werden.

2. die tapeten sollten ab und farbe ran.

für den ersten auftrag bekam ich schon fast unverschämt teure angebote. (einer wollte 700 euro haben. die bsr holt das zeug für lau ab…) also planänderung. möbel spenden. ha! da könnte ich noch was gutes tun mit dem alten zeuch. also mal die liste abtelefoniert. erster anbieter, sitz in lichtenberg, also nicht soo weit weg von mir: „wo wohnen Sie denn? ach neukölln. nee, soweit fahren wir nicht. wir haben nur einen grünen schein bis mitte.“ (hä? wtf?) zweiter anbieter, in neukölln im kindl-boulevard: „machense mal bilder von den möbeln und schickense dit per mail. denn rufen wa Sie morjen an.“ ahja. auf bildern sieht man ja den zustand und die größe so gut… weiter. der nächste anbieter machte einen termin mit mir aus für eine besichtigung. \o/

aber wenn rachel was will, dann will sie es sofort. also frug ich nochmal bei einem trödler bei mir um die ecke. und siehe da: er kam direkt mit und schaute sich das elend an. sein angebot: ich hol das alles raus und für ein paar kröten den kram beim schweden ab und trags dir in die wohnung. deal!

zum zweiten gesuch meldete sich eine firma und schickte jemanden vorbei, der sich das anschaute. der meinte dann: „1300 euro wird das wohl kosten. plus material.“ und da fiel mir ein, dass ich ja handwerklich nicht ganz unbegabt bin. okay, ich kann das auch allein. auf in den baumarkt, grundausstattung geholt. am gleichen tag, an dem die möbel geholt wurden, wurde der baumarktkram geliefert. (was natürlich nicht alles war. laut 4sq muss ich nur noch 2mal beim baumarkt einchecken, um dort mayor zu werden.)

was mich schon immer gewurmt hatte an meiner wohnung: der architekt hat den schnitt komplett auf licht ausgelegt. große fenster und viele davon. alles ist auf hell programmiert. meine vormieter fanden licht offenbar nicht so sexy und haben alles daran gesetzt, die wohnung möglichst dunkel zu machen. direkt hinter der eingangstür war eine zwischendecke eingezogen. die schluckte licht ohne ende. im wohnzimmer gab es eine ecke, die mein vormieter sogar dunkelbraun gestrichen hatte, damit die standuhr in dunkeldunkelbraun (stil gelsenkirchener barock, wie der rest der möbel, die er da ließ auch) besser dort hin passte. was ich jetzt sehe, wo schlafzimmer und flur gestrichen sind, ist, wie viel staub sich in so einer strukturtapete sammelt. dadurch wirkt alles heimelig grau. wers mag….

hinter den tapeten zeigt sich das unglaubliche handwerkliche geschick der vormieter. löcher wurden einfach mit klopapier gefüllt. 8er-dübel im 6er-loch sind ebenso häufig wie 6er-dübel im 8er-loch. sämtliche oberen kanten waren mit styroporstuckimitat beklebt und überstrichen . ebenso alle ausgänge für lampen. weil ja stuck(-imitat) in einer 2,50 m hohen neubauwohnung total gut wirkt. so authentisch…

also fing ich am 8.9.2012 mit dem renovieren an. anfangs noch sehr motiviert. und stellte dabei fest: dauert doch länger, als ich gedacht hätte. ich bin ja erstens keine 17 mehr und zweitens rheumatikerin, die am schreibtisch ihre tage verbringt. also immer eins nach dem anderen. irgendwann (nach nur 4 tagen) war das schlafzimmer fertig. beim säubern des bodens (abdecken ist was für pussys) mit nagellackentferner (ich habe heute noch aceton mit mandelduft-aroma im zimmer), stellte ich fest: mein pvc-boden ist nicht nur einfach scheißehässlich. er ist eben auch fast 30 jahre alt. und daher jetzt im schlafzimmer gefleckt. an den stellen, die mit nagellackentferner behandelt wurden, ist er jetzt viel heller. hmmm. auch noch laminat legen? aber allein?

dieses internet hat antworten auf jede frage. darum suchte ich mal nach der gesetzeslage zu dem thema. und siehe da: laut LG münster liegt die zu erwartende lebensdauer von pvc-böden bei 10 jahren. danach muss vom vermieter erneuert oder ersetzt werden. es gab noch einige andere mängel, also schrieb ich dem vermieter. ein paar tage später kam er tatsächlich vorbei. nicht ohne vorher festgestellt zu haben: „frau lindenbaum. Sie sind aber hartnäckig!“ ja, wenn rachel was will, dann will sie es sofort. mal davon abgesehen, dass ein tropfender durchlauferhitzer nicht gerade vertrauenserweckend ist. lange rede, kurzer sinn: nach 15 minuten in meiner wohnung stand fest: ich bekomme einen neuen durchlauferhitzer, ein neues waschbecken – und laminat. außerdem schickt er mir, wenn alles fertig ist, einen elektriker, der mir die lampen an der wie eine freundin es bezeichnete „russian style“-elektrik anbringt. geht doch.

laminat-man meldete sich noch am gleichen tag und machte einen termin aus. für heute vormittag. ich dachte mir so: wenn der montag anfinge, wäre es ja super. er meinte aber heute, er könne schon samstag anfangen und dann erst wieder am donnerstag. irgendwann möchte ich ja auch wieder möbel im wohnzimmer haben. darum soll er im wohnzimmer anfangen. also habe ich gestern (mit tatkräftiger unterstützung vom bohm) fast das gesamte wohnzimmer von seiner tapete befreit. schon im laufe des tages merkte ich, dass mit meinen armen nicht mehr viel zu machen ist. besonders der rechte hing irgendwann wie ein fremdkörper an mir runter. über nacht wurde daraus eine ausgewachsene rheumatische entzündung. jippieh. jetzt sitze ich hier und kann nicht mal mehr den tapetenmüll zusammenräumen. und vor allem nichts mehr an den resten machen. und samstag kommt laminat-man und will im wohnzimmer anfangen. uffz. also dopen und hoffen, dass es zumindest soviel besser wird, dass ich die übrigen reste abkratzen kann und den müll einräumen. und morgen streichen.

vielleicht wäre ich ja doch besser einfach nach kuba gefahren…

sollte also heute und/oder morgen jemand zeit und lust haben, rachel ein bisschen zu helfen, seid ihr herzlich willkommen und mein dank schleicht euch ewig nach. einfach eine mail an rachel@rachellindenbaum.de schreiben. für treibstoff wird gesorgt, versprochen.

 

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