jahresendgedöns

eigentlich schreibe ich meinen jahresabschluss ja immer vor weihnachten. da das aber meine regel ist, darf ich sie auch brechen.

dieses jahr war…lang und unglaublich kurz, hart und unglaublich weich, traurig und unglaublich glücklich. es war voller ereignisse, obwohl es gefühlt so vor sich hinplätscherte. es war voller menschen, auch wenn ich mich oft allein fühlte. es war voller tränen, tränen der rührung, der trauer, der verbitterung. es war voller liebe, liebe zu menschen, die mir ans herz gewachsen sind und auch zu menschen, die ich schon ewig kenne und trotzdem jetzt erst besser kennenlernte.

neue menschen kamen, alte gingen. freunde kamen und gingen, viele blieben, manche wurden herzfamilie. zu diesen menschen gehören ganz sicher @nsimn, @herrvanbohm und @onrie, aber auch @bittersuesss und @littlejamie. noch immer bin ich wieder und wieder überrascht und überwältigt von „meinen“ menschen bei twitter, von euch allen, ihr herzchen.

ein grund, warum ich dieses jahr nicht vor weihnachten auf das jahr zurückblickte, war das jahr selbst. und mein verhältnis zu weihnachten. als mein großvater noch zu weihnachten zuhause weilte, war weihnachten die hölle. die aussicht auf drei tage voller kommunikativer tretminen, unausgesprochener vorwürfe und verbitterung ließ mich schon im vorfeld rheuma bekommen. ich habe den advent immer geliebt, aber weihnachten gehasst. den höhepunkt dieses hasses zeichnet das jahr 2005, als ich pünktlich um 20.15 wieder in meiner wohnung war und den grinch guckte. passender ging es nicht. allerdings war das auch das jahr, als eine damalige gute freundin mich um 22.00 aus meinem elend in meine stammkneipe zerrte und ich feststellte: nach dem offiziellen programm gibts hier echte besinnlichkeit und ja…auch alkohol. (ich bin in einem haushalt aufgewachsen, in dem ich noch heute, mit 35 jahren, schief angeguckt werde, wenn ich nur über alkohol rede.)

in den letzten beiden jahren waren omma und ich allein. was bedeutete: ich konnte in die kirche gehen, ohne den großvater, der die zeiten der fahrten hin und zurück immer nutzte, um stimmung gegen seine frau zu machen. was drei jahre in folge dazu führte, dass ich den gottesdienst „verschlief“ und nicht hinfuhr, weil ich keine lust darauf hatte. in diesen letzten beiden jahren habe ich meinen frieden gemacht mit diesem familienfest. und in diesem jahr habe ich mich sogar darauf gefreut. denn der großvater ist nicht mehr und mit ihm sind die ewigen unausgesprochenen fragen und verletzungen gegangen, kein damoklesschwert schwebte mehr im wohnzimmer. im letzten jahr hatte omma beschlossen, dass ein weihnachtsbaum für die paar tage albern ist, dieses jahr bestand ich darauf und sie freute sich über meine freude daran und stellte fest: „es ist wirklich gemütlicher mit baum.“ überhaupt hat dieses jahr uns beide wieder ganz eng zusammengeschweißt. es gab ein paar streits, es gab aber auch meinen zusammenbruch im oktober, als ich zum ersten mal seit meinem auszug das bedürfnis hatte, nach hause zu fahren, um dort ruhe zu finden. und omma hat mir grießpudding gekocht. wie damals als kind, wenn ich traurig war. oder als teenie, wenn ich liebeskummer hatte.

und überhaupt: es war mein weihnachten. ruhig (okay, etwas sehr ruhig 😉 ), mit baum, gottesdienst und schweizer käseauflauf (traditionell seit meiner kindheit, war mal ein rezept in einer birkelpackung, die im westpaket mitkam). mein pfarrer, andreas schorlemmer, der bruder vom leipziger schorlemmer der die wende anstieß, schaute mich bei der predigt immer wieder an und vielleicht hat er mir auch zugezwinkert. in der predigt ging es um familie, irgendwie trifft er immer genau das thema, das mich gerade umtreibt. nach dem gottesdienst nahm er mich in den arm und sagte „ach, meine liebe rachel, es ist so schön, dass du da bist!“. und zack: weihnachten! :) nach der bescherung und dem essen ab in die stadt, endlich (gedrosseltes, aber im gegensatz zu edge superschnelles) internet und alkohol genießen. wenn man am 25.12. keinen kater hat, wars genauso wenig weihnachten als wenn die hose nicht kneift nach den feiertagen. und als ich am 26.12. nach hause fuhr, in meine höhle mit wlan und meiner mieze, wollte ein teil von mir noch gar nicht weg. hätte ich auch nie gedacht.

und nun? was kommt jetzt?

erstmal silvester.

und am 6.1.2014 hat mein freiberuflerdasein endlich ein ende. ich fange einen spießigen job im öffentlichen dienst an. und ich freu mich drauf, endlich mal wieder was über die nächsten 3 tage hinaus planen zu können.

 

ich hoffe, ihr flauschnasen hattet ein tolles weihnachtsfest und ich wünsche euch ein großartiges, wundervolles, träume erfüllendes jahr 2014.

„und wenn auch mal eine träne rinnt – mach, dass es freudentränen sind!“ (muppets weihnachtsgeschichte)

ich drück euch!

Geschützt: huren und heilige.

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gehört der islam zu deutschland? ist der islam eine bedrohung für das abendland? droht uns allen der terror? heute ist mal wieder deutsche islamkonferenz. oder auch integrationsgipfel. oder auch einfach mal wieder eine gelegenheit, prima aneinander vorbei zu reden.

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ostergedanken

am sonntag ist ostern, der tag, an dem jesus wieder auferstanden sein soll, nachdem er am karfreitag gekreuzigt worden war. und es gibt wohl kaum einen besseren zeitpunkt, sich über seinen glauben und die institution kirche gedanken zu machen, als das höchste fest der christenheit.

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der „skandal“ obama

ein aufschrei geht durch die welt. der messias will krieg. huch? barack obama, für viele vor nicht einmal einem jahr als messias der neuen weltordnung gewählt, heiland und retter aus der krise, bricht seine versprechen. tut er das? nein. er tut genau das, was er angekündigt hat. nur haben viele damals vor lauter stoßseufzern und händeklatschen und den sprechchören mit „yes we can“ wohl nicht genau zugehört.

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der teufel scheißt immer auf den größten haufen

solche leute kennt ihr auch, ganz sicher. sie sehen blendend aus, nehmen nie zu, können anziehen was sie wollen, bekommen jeden job, selbst den, für den sie nicht qualifiziert sind und kommen immer mit einem lächeln durchs leben. worte wie „angst“ oder gar „existenzangst“ kennen sie nicht, weil sie ihr leben lang immer glück haben. Read the rest of this entry »

unser papa ratzi auf nahost-tournee

benny 16 alias papst benedikt XVI alias josef ratzinger alias wir sind papst ist auf tour im nahen osten. gestern war er in israel. man hatte viel von ihm erwartet, doch er konnte an die erfolge seines vorgängers nicht anknüpfen. tja warum nur? Read the rest of this entry »