das sonntagsphänomen

kennen Sie das sonntagsphänomen?

es äußert sich folgendermaßen: egal, ob Sie am samstag abend unterwegs waren oder nicht, ob Sie den sonntag mit aktivität verbracht haben oder nur rumgesumpft: Sie sind total erschlagen. sonntage sind sumpftage (Sie haben vermutlich keine kinder). und Sie sumpfen und sumpfen…bis ungefähr eine stunde vor dem zeitpunkt, an dem Sie ins bett gehen sollten. und dann setzt der „hammy auf energydrink-effekt“ ein.

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Sie sind also wach wie ein eichhörnchen auf energy drink. selbst wenn Sie es im noch akzeptablen zeitfenster ins bett und in den schlaf schaffen, wachen Sie zwischen 23 und 1 uhr  auf und sind… WACH!

ich kenne dieses phänomen schon sehr lange. es hat nichts mit meinem job zu tun, denn ich hatte das auch zu zeiten,  wo der montag ereignislos werden würde. ich mag meinen job sehr und finde ins büro gehen alles andere als widerlich. und trotzdem schlafe ich von sonntag auf montag immer (!!!) schlecht.

kennen Sie das auch? können Sie das erklären? dann jetzt bitte!

das feld der herzen

es gibt einen ort, den wir menschen niemals sehen werden. eine große, grüne lichtung an einem großen, dunklen wald. hier scheint jeden tag die sonne und auf der wiese blühen bunte blumen. das ist das feld der herzen. die herzen aller menschen dieser welt leben hier. sie spielen miteinander, toben, tanzen oder sitzen zusammen und reden. sie sprechen alle eine sprache und wenn streit aufkommt, gehen sie sich einfach aus dem weg.

am rande des waldes leben auch herzen. sie wohnen in dunklen höhlen, mit gittern davor. es hat sie niemand dort eingesperrt, sie haben sich selbst gefangen genommen. manchmal kommen sie heraus, immer nachts. wenn der mond hell genug scheint, kann man sie sehen. manche von ihnen haben tiefe narben. manchen fehlen ganze stücke. manche haben blutende wunden, manche liegen in ketten. aber eines haben sie alle gemeinsam: sie weinen.

wenn zwei verletzte herzen aufeinander treffen, reden sie nicht miteinander. zu groß ist der schmerz, zu groß die angst, weitere verletzungen davon zu tragen. sie gehen aneinander vorbei und im morgengrauen ziehen sich alle in ihre vergitterten höhlen zurück. nur dort fühlen sie sich sicher.

ganz selten passiert es, dass eines dieser verletzten herzen am tag aus seiner höhle kommt. wenn die wunden vernarbt sind und nicht mehr so weh tun. dann steht es schüchtern im schatten am rande der lichtung und schaut den anderen herzen zu, wie sie spielen und herumtollen, leicht und unbeschwert. die tränen, die vor ihm auf die wiese fallen, leuchten wie kleine regenbögen auf den grashalmen. die sehnsucht danach, auch wieder mit den anderen spielen zu können und unbeschwert zu sein, ist übergroß. wenn dann eines der anderen herzen auf das weinende herz aufmerksam wird und zu ihm kommt, um es ins licht zu holen, seine hand nimmt und sanft zieht, reißt sich das weinende herz meist wütend los und läuft zurück in seine höhle.

noch seltener gelingt es einem der sonnenherzen, ein weinendes herz in die runde zu holen. die tränen versiegen irgendwann und das weinende herz fasst vertrauen, spielt sogar mit den anderen. fühlt sich wohl und geliebt. die wunden verheilen und wenn es genauer hinsieht, kann es auch bei den sonnenherzen hier und da kleine kratzer erkennen. die sonnenherzen wissen, dass diese herzen besonders viel aufmerksamkeit und geborgenheit brauchen. darum nehmen sie das weinende herz oft in den arm und halten es ganz fest. nachts, wenn alle schlafen gehen, ist es nie allein, immer ist jemand in seiner nähe und hält es. die angst bleibt, aber sie wird kleiner.

die weinenden herzen, die nachts allein über die lichtung wandern, sehen all das. sie würden sich gern dazu legen. sie wünschen sich nichts mehr, als gehalten zu werden. doch die angst ist größer als die sehnsucht.

 

schweigen.

da liegt sie. mit geschlossenen augen. auf dem rücken. jeder, der sie so sehen würde, würde denken, sie schläft ganz ruhig. doch halt. war da nicht eben ein zucken um die augen? ein flattern der lider? und wenn man ganz genau hinsieht, kann man dann nicht sehen, wie ihr herz gegen die rippen springt, als wollte es den körper verlassen?

in ihrem kopf drehen sich die gedanken. immer schneller. immer weiter. rauf und runter. hin und her. um ihn herum. karussell. achterbahn. ach was, space shuttle.

sie denkt nach. über sein schweigen. über seine abweisung. über seine schönen augen. über seine weichen lippen. sie riecht ihn. spürt ihn. und doch wieder nicht. das schweigen hängt dumpf im raum und lässt alles andere klein und zwergenhaft erscheinen. das schweigen bringt sie um.

langsam wird ihr herz zu einem pulsierenden wesen, das in einem käfig wohnt. die gitter schneiden schon in die haut dieses wesens, weil es immer schlagen will. immer mehr. weil es sich aufplustert. sichtbar sein will. weil es sich dem schweigen entgegensetzen will.

das schweigen jedoch interessiert sich nicht für das herz. das schweigen interessiert sich nur für sich selbst. es sieht nicht den schaden, den es anrichtet, wenn es immer größer wird und durch die zimmer rollt. es sieht nicht, was es alles unter sich begräbt, denn es ist das schweigen.

sie weiß, dass man ein schweigen brechen kann, aber sie hat vergessen, wie das geht.

geträumt…

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erotik. subtil.

ohne zu wissen, wie sie hierher gekommen war, schmiegte sie sich in die arme dieses mannes. dieses mannes, den sie noch nie vorher gesehen hatte. er gefiel ihr, mit seinem dunklen haar und den nahezu schwarzen augen mit den sehr langen und dichten wimpern. sie hatte das gefühl, in den kleinen lichtflecken seiner augen zu ertrinken.

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