no. me no luvs autumn.

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

 

mal davon abgesehen, dass der sommer alles andere als groß war und auch die herbstsonne nur marginal darüber hinweghilft, ist der herbst für mich die furchtbarste jahreszeit. herbst ist der tod hinter einer bunten maske, die fröhlichkeit vorgaukelt. die bunten blätter übermalen sich wie aufgetakelte diven, die ihr alter nicht wahrhaben wollen, nur um dann in scharen von den bäumen zu stürzen und im regen zu einer graubraunen glitschigen masse zu werden. die gesamte natur dreht noch einmal auf wie ein todgeweihter, der allein das geheimnis seines ablebens kennt und seine umgebung täuscht, indem er besonders lebendig wird. die rufe der zugvögel, die im frühling neubeginn verheißen und mein herzchen hüpfen lassen, sind nun abschiedsrufe. selbst sie verschwinden an einen besseren ort. täglich wird es dunkler um dann im november alles in eine düstere, graue landschaft zu verwandeln, aus der kahle bäume wie mahnende zeigefinger hervorragen.

herbst ist die zeit, in der ich die zugvögel beneide, mit ihnen ziehen möchte. in den süden, ins warme. dorthin, wo nicht alles tot und grau ist. dorthin, wo nicht der einzige lichtblick die aussicht auf die heimelige weihnachtszeit mit den lichtern ist. dorthin, wo die sonne nicht eine blasse ahnung am regenhimmel ist, sondern leben spendet. dorthin, wo nicht heißgetränke der einzige wärmespender gegen nasskalte herbststürme sind. dorthin wo nicht berlin ist. diese stadt, die im herbst und winter ihr hässlichstes gesicht zeigt, mit aller unbarmherzigkeit und kälte, zu der sie fähig ist.

no. me no luvs autumn. (gnarf.)

du musst nur…

es gibt eine phrase, die bei mir zuverlässig zum abschalten der synapsen führt, die fürs zuhören und ernstnehmen zuständig sind:

„du musst nur…“

das hat in mathe, physik und chemie in der schule schon funktioniert. „das ist ganz einfach. du musst nur a mit b…“ und ich setzte mein „erzähl mal, ich träum solange von einhörnern“-lächeln auf. irgendwann kam immer die frage: „und? einfach, oder?“ „jaja, genau.“.

das funktioniert ebenso bei einträgen in foren, in denen es um bestimmte *hust* sexuelle dinge geht. „du musst dich nur entspannen.“.

und das funktioniert bei kommentaren anderer zur eigenen diät. „du musst nur lernen, deinen körper zu akzeptieren.“ Read the rest of this entry »

heller. weißer. lichter.

es begab sich im märz, dass ich ein angebot von einer großen e-commerce-plattform erhielt. es war eins dieser angebote, die man nicht ausschlagen kann, wenn man nicht völlig bescheuert ist. also trat ich es an. und siehe da, nicht nur der job war spannend, sondern auch die bezahlung nicht so schlecht.

nun stellte sich nach abschluss des projektes die frage, was ich mit der vielen freien zeit und dem verdienst anstellen sollte. schon im winter hatte sich in mir der wunsch manifestiert, meine herzheimat kuba noch einmal zu besuchen. diesmal für drei wochen und mit rundreise. das wäre eine möglichkeit gewesen. andererseits war es auch an der zeit für ein paar investitionen in mein heimbüro. ein neuer schreibtisch und ein neuer stuhl mussten dringend her. nach vier monaten an einem auf mich eingestellten arbeitsplatz waren die defizite am heimischen platz umso offensichtlicher.

also stattete ich diesem internet einen besuch ab. tolle sache übrigens, dieses internet. solltet ihr auch mal hingehen. das setzt sich durch, glaub ich. dort suchte ich nach den neuen büromöbeln. nunja. in deutschland sind die großen möbelhäuser mit preisen sehr geizig. natürlich wollen sie einen in den laden bekommen und einem dort dinge aufschwatzen. nur der große schwede bietet die möglichkeit, seine produkte nicht nur zu sehen, sondern ganze räume zu planen.

anderthalb stunden später hatte ich spaßeshalber mal die gesamte wohnung eingerichtet. also virtuell. und dann dachte ich: warum eigentlich nicht? die alten möbel meines vormieters und das ganze zusammengeklaubte und geschenkte zeug, das man als junger mensch noch aus der ersten wg und kindertagen hat, nervte mich schon geraume zeit. nichts passt so richtig zusammen. es erfüllt seinen zweck, aber sieht nicht schön aus, irgendwie alles zusammengewürfelt.

was mich auch schon seit langem nervte waren die alteleutetapeten an meinen wänden. denen konnte eigentlich nur meine katze etwas abgewinnen, was dazu führte, dass ich jede stelle, an die sie ungehindert kommen konnte, irgendwie sichern musste. denn selbst olle tapete sieht ja mit katzenkrallstellen drin noch oller aus. also runter mit dem zeug und farbe dran, ohne tapete.

flugs stellte ich bei myhammer zwei aufträge ein:

1. die alten möbel sollten abgeholt und entsorgt werden. die neuen beim schweden abgeholt und bei mir aufgebaut werden.

2. die tapeten sollten ab und farbe ran.

für den ersten auftrag bekam ich schon fast unverschämt teure angebote. (einer wollte 700 euro haben. die bsr holt das zeug für lau ab…) also planänderung. möbel spenden. ha! da könnte ich noch was gutes tun mit dem alten zeuch. also mal die liste abtelefoniert. erster anbieter, sitz in lichtenberg, also nicht soo weit weg von mir: „wo wohnen Sie denn? ach neukölln. nee, soweit fahren wir nicht. wir haben nur einen grünen schein bis mitte.“ (hä? wtf?) zweiter anbieter, in neukölln im kindl-boulevard: „machense mal bilder von den möbeln und schickense dit per mail. denn rufen wa Sie morjen an.“ ahja. auf bildern sieht man ja den zustand und die größe so gut… weiter. der nächste anbieter machte einen termin mit mir aus für eine besichtigung. \o/

aber wenn rachel was will, dann will sie es sofort. also frug ich nochmal bei einem trödler bei mir um die ecke. und siehe da: er kam direkt mit und schaute sich das elend an. sein angebot: ich hol das alles raus und für ein paar kröten den kram beim schweden ab und trags dir in die wohnung. deal!

zum zweiten gesuch meldete sich eine firma und schickte jemanden vorbei, der sich das anschaute. der meinte dann: „1300 euro wird das wohl kosten. plus material.“ und da fiel mir ein, dass ich ja handwerklich nicht ganz unbegabt bin. okay, ich kann das auch allein. auf in den baumarkt, grundausstattung geholt. am gleichen tag, an dem die möbel geholt wurden, wurde der baumarktkram geliefert. (was natürlich nicht alles war. laut 4sq muss ich nur noch 2mal beim baumarkt einchecken, um dort mayor zu werden.)

was mich schon immer gewurmt hatte an meiner wohnung: der architekt hat den schnitt komplett auf licht ausgelegt. große fenster und viele davon. alles ist auf hell programmiert. meine vormieter fanden licht offenbar nicht so sexy und haben alles daran gesetzt, die wohnung möglichst dunkel zu machen. direkt hinter der eingangstür war eine zwischendecke eingezogen. die schluckte licht ohne ende. im wohnzimmer gab es eine ecke, die mein vormieter sogar dunkelbraun gestrichen hatte, damit die standuhr in dunkeldunkelbraun (stil gelsenkirchener barock, wie der rest der möbel, die er da ließ auch) besser dort hin passte. was ich jetzt sehe, wo schlafzimmer und flur gestrichen sind, ist, wie viel staub sich in so einer strukturtapete sammelt. dadurch wirkt alles heimelig grau. wers mag….

hinter den tapeten zeigt sich das unglaubliche handwerkliche geschick der vormieter. löcher wurden einfach mit klopapier gefüllt. 8er-dübel im 6er-loch sind ebenso häufig wie 6er-dübel im 8er-loch. sämtliche oberen kanten waren mit styroporstuckimitat beklebt und überstrichen . ebenso alle ausgänge für lampen. weil ja stuck(-imitat) in einer 2,50 m hohen neubauwohnung total gut wirkt. so authentisch…

also fing ich am 8.9.2012 mit dem renovieren an. anfangs noch sehr motiviert. und stellte dabei fest: dauert doch länger, als ich gedacht hätte. ich bin ja erstens keine 17 mehr und zweitens rheumatikerin, die am schreibtisch ihre tage verbringt. also immer eins nach dem anderen. irgendwann (nach nur 4 tagen) war das schlafzimmer fertig. beim säubern des bodens (abdecken ist was für pussys) mit nagellackentferner (ich habe heute noch aceton mit mandelduft-aroma im zimmer), stellte ich fest: mein pvc-boden ist nicht nur einfach scheißehässlich. er ist eben auch fast 30 jahre alt. und daher jetzt im schlafzimmer gefleckt. an den stellen, die mit nagellackentferner behandelt wurden, ist er jetzt viel heller. hmmm. auch noch laminat legen? aber allein?

dieses internet hat antworten auf jede frage. darum suchte ich mal nach der gesetzeslage zu dem thema. und siehe da: laut LG münster liegt die zu erwartende lebensdauer von pvc-böden bei 10 jahren. danach muss vom vermieter erneuert oder ersetzt werden. es gab noch einige andere mängel, also schrieb ich dem vermieter. ein paar tage später kam er tatsächlich vorbei. nicht ohne vorher festgestellt zu haben: „frau lindenbaum. Sie sind aber hartnäckig!“ ja, wenn rachel was will, dann will sie es sofort. mal davon abgesehen, dass ein tropfender durchlauferhitzer nicht gerade vertrauenserweckend ist. lange rede, kurzer sinn: nach 15 minuten in meiner wohnung stand fest: ich bekomme einen neuen durchlauferhitzer, ein neues waschbecken – und laminat. außerdem schickt er mir, wenn alles fertig ist, einen elektriker, der mir die lampen an der wie eine freundin es bezeichnete „russian style“-elektrik anbringt. geht doch.

laminat-man meldete sich noch am gleichen tag und machte einen termin aus. für heute vormittag. ich dachte mir so: wenn der montag anfinge, wäre es ja super. er meinte aber heute, er könne schon samstag anfangen und dann erst wieder am donnerstag. irgendwann möchte ich ja auch wieder möbel im wohnzimmer haben. darum soll er im wohnzimmer anfangen. also habe ich gestern (mit tatkräftiger unterstützung vom bohm) fast das gesamte wohnzimmer von seiner tapete befreit. schon im laufe des tages merkte ich, dass mit meinen armen nicht mehr viel zu machen ist. besonders der rechte hing irgendwann wie ein fremdkörper an mir runter. über nacht wurde daraus eine ausgewachsene rheumatische entzündung. jippieh. jetzt sitze ich hier und kann nicht mal mehr den tapetenmüll zusammenräumen. und vor allem nichts mehr an den resten machen. und samstag kommt laminat-man und will im wohnzimmer anfangen. uffz. also dopen und hoffen, dass es zumindest soviel besser wird, dass ich die übrigen reste abkratzen kann und den müll einräumen. und morgen streichen.

vielleicht wäre ich ja doch besser einfach nach kuba gefahren…

sollte also heute und/oder morgen jemand zeit und lust haben, rachel ein bisschen zu helfen, seid ihr herzlich willkommen und mein dank schleicht euch ewig nach. einfach eine mail an rachel@rachellindenbaum.de schreiben. für treibstoff wird gesorgt, versprochen.

 

vorwärts in die vergangenheit?

musik ist toll. am liebsten mag ich musik, deren text über lala blabla liebe strand und los gehts hinausgeht. umso geschockter bin ich, wenn ich von frauen sowas höre:

hey, ich hab dich eben erst getroffen, und das ist verrückt, aber hier ist meine nummer, vielleicht rufst du mich an?“

(vielleicht auch nicht, egal, ich bleib hier sitzen und warte solange, okay? und dreh ein bisschen an meinen blonden zöpfen…)

oder sowas:

komm näher, wenn du mich kennenlernen willst, und sag mir, gefällt dir, was du siehst?

(ja, wenn sie das outfit trägt, das sie im ersten casting trug, ist die frage berechtigt und könnte auf eher negative resonanz stoßen.)

oder auch sowas:

ich folge dir, tiefsee baby, ich folge dir, dunkle räume, honey, ich folge dir.

(den darkroom hab ich mal entschärft, vielleicht sind skandinavierinnen ja so, es gab da ja auch ne kandidatin beim esc mit eindeutigen bdsm-bezügen im video…)

oder sowas:

küss mich fest, bevor du gehst, sommerzeit traurigkeit, ich möchte nur, dass du weißt: baby, du bist der beste.

(wer jetzt? die traurigkeit oder der typ? eine novemberdepression ist in diesem sommer zwar durchaus verständlich, aber muss man da gleich zum weibchen werden?)

oder:

nein, hör nicht auf mit dem was du tust, geh nicht, mit jedem atemzug atme ich dich.

(wow, der typ muss ne granate im bett sein. alles andere wäre…grenzwertig dämlich formuliert.)

oder auch:

wo warst du mein leben lang?

(ja wo laufen sie denn?)

es ginge noch weiter, aber mir bleiben eher textzeilen im kopf als interpreten, daher ist die suche mühsam.

die herren der schöpfung hingegen klingen neuerdings so:

ich war zu tode erschrocken, denn ich bin dir vollkommen verfallen, […] oh ich schwöre dir, ich bin für dich da, das ist kein driveby.

(hat was mit kameras zu tun, glaub ich, vielleicht filmt er sich gern bei seinen one night stands und ist nun überrascht, dass dieses mal die frau verschwunden ist bevor er es konnte.)

ich vermisse dich nur, wenn ich atme.

(dann ist ja gut.)

mein herz hat gerade einen schlag ausgesetzt.“

(bei herzrhythmusstörungen sollte dringend ein arzt aufgesucht werden. extrasystolen können durchaus auf ernste krankheiten hinweisen, wenn sie öfter vorkommen.)

und es fühlt sich so an, als sei ich dir zu nah um dich zu lieben, es gibt nichts, was ich wirklich sagen kann, ich kann nicht mehr lügen, muss ehrlich zu mir selbst sein

(bindungsangst in reinkultur. aber immerhin spricht er es aus.)

 

fazit:

frauen besinnen sich auf die guten alten zeiten, in denen weibchen gesucht, gefunden und geheiratet wurden. männer versuchen das, was sie schon immer taten: sie erzählen was von gefühlen und meinen hormone. und englische texte sollte man vielleicht besser nicht immer übersetzen.

fazit 2: im ernstfall bevorzuge ich trinklieder wie dieses.

frage:

ist das nun neu oder hab ich es nur irgendwie vorher nicht mitbekommen, weil ich frauen wie oma madonna, anastacia, pink, alanis morissette oder beth ditto textmäßig den vorzug gab?

 

und bei euch so?

totally uncool.

achtung, dieser post kann spuren von mimimi enthalten. Read the rest of this entry »

Geschützt: sonntagsexperiment

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tv for the massenfreakshow.

wenn man krank ist, hat man viel zeit. wenn der fieberdrusel abnimmt, bekommt man wieder bewusster mit, was da eigentlich aus der glotze kommt. es ist nachmittags nach 2, es läuft rtl und es läuft irgendwas mit „im leben“. der titel ist egal, selbst der inhalt austauschbar. verschwörungstheoretiker sagen, diese art tv wurde erfunden, um die massen dumm zu machen und stillzuhalten. Read the rest of this entry »

der letzte drache

hinter dem dunklen wald liegt ein felsen. in diesem felsen gibt es eine höhle. in dieser höhle lebt ein drache. er ist riesig, größer als ein hochhaus. und er ist der letzte seiner art. viele geschwister hatte er noch vor einem jahr, doch eine unerschrockene drachentöterin zog durchs land.

den ersten drachen konnte sie noch recht leicht erschlagen. er war so überrascht, dass er sich kaum wehren konnte. doch ein troll erzählte seine geschichte dem wind und dieser den adlern und diese wiederum dem nächsten drachen. zunächst lachte der. eine frau, die drachen erschlägt? lächerlich. schließlich sind frauen doch schwache, verletzliche wesen. sie kreischen, wenn man sie scharf anguckt und zicken rum, wenn man zu spät nach hause kommt. sie wollen immer diskutieren und können einfach nicht verstehen, dass ein drache eben ab und zu in seine höhle gehen muss. und es unglaublich viel spaß macht, aus dieser höhle heraus mit steinen nach ihnen zu werfen oder ein bisschen feuer in ihre richtung zu spucken, damit ihre haare ankokeln. natürlich nur ein bisschen. tihi.

und so ein schwaches wesen voller fehler lief nun also durchs land und hatte sich vorgenommen, innerhalb eines jahres alle drachen aus dem weg zu räumen? lächerlich. so dachte der drache. dann sah er sie. sie sah aus wie eine der normalen prinzessinnen, die er sonst entführte oder fraß. sie lächelte ihn offen an und ihre blauen augen blitzten dabei und strahlten. ein wenig schwummerig wurde dem drachen da und seine schwanzspitze zitterte leicht.

sie setzte sich mit ihm ans feuer, brachte ihm tee und essen, wartete bis er satt war, gab ihm bier und ließ ihn seinen kopf auf ihren schoß legen. zärtlich streichelte sie seine schuppige haut, strich sanft über seine nüstern, die ein wenig verbrannt vom letzten feuerchen waren und wartete, bis er eingeschlafen war. dann zog sie ihr messer und tötete ihn.

so machte sie es mit vielen drachen. als das jahr sich dem ende neigte, war nur noch ein drache übrig. mutig machte sie sich auf zu seiner höhle. sie wusste nur, dass er der größte von allen war, weder, wie er hieß noch wie er wirklich aussah. als sie der höhle näher kam, sah sie rechts und links des weges die knochen und rüstungen seiner früheren opfer und derer, die bereits erfolglos versucht hatten, ihm den garaus zu machen. doch das schüchterte sie nicht ein, sie hatte schließlich ihre strategie.

drachen sind archaisch veranlagt, sie mögen festgefügte konservative strukturen. frauen machen die hausarbeit und schlagen die augen nieder, männer jagen die beute und beschützen das haus. wenn sie dem drachen keinen respekt erweisen, werden sie zuerst geräuchert und dann gefressen. vorher spielt der drache mit ihnen wie die katze mit der maus. kurz: ihr respekt vor weiblichen wesen beschränkte sich auf jungfrauen, allerdings nur so lange, wie sie den haushalt ordentlich führten und keine widerworte gaben.

das alles wusste die drachentöterin natürlich und war gut vorbereitet. in ihrem bündel trug sie die zutaten für ein leckeres abendmahl. außerdem hatte sie haselnusswaffelröllchen dabei. aus irgendeinem grund mochten drachen diese dinger unglaublich gern. und zu guter letzt hatte sie besten schwarzen tee besorgt. für sich selbst hatte sie kräutertee dabei. drachen lebten noch immer in dem glauben, dass frauen, die süße früchtetees tranken, schwanger werden wollten. und sie wollte kein aufsehen erregen.

wie es der zufall wollte, wartete der drache auf eine jungfrau aus der stadt, die er tags zuvor eingefordert hatte. als er unsere mutige drachentöterin sah, hielt er sie für das unglückliche mädchen, das er abends fressen wollte und war sehr zufrieden, dass sie so überpünktlich war. aber der drache wohnte seit mehr als 10 jahren in deutschen landen, da wusste er inzwischen, dass pünktlichkeit hier groß geschrieben wurde.

„du kommst früh!“, rief er ihr entgegen. „danke, meister“, antwortete sie (drachen lieben es, mit meister angesprochen zu werden). zufrieden schnaubte er und fragte: „was hast du denn in dem bündel?“ „abendessen, mein held“, sagte sie, denn auch damit konnte sie einem drachen bekanntermaßen schmeicheln. „ooouuuh, wie schön. dann fresse ich heute abend das und morgen dich.“ sie strahlte ihn mit ihren blauen augen an und ging selbstbewusst an ihm vorbei. „hmmm?“, fragte er in die leere luft vor ihm. das war ihm noch nie passiert, dass eine frau so ohne angst an ihm vorbeigegangen war. er drehte sich um, was eine weile dauerte bei seiner größe. drinnen stand die junge frau mit den fäusten in die hüften geballt: „na hier siehts ja aus wie wei drachens zuhause! du räumst jetzt erstmal auf, ich mache das essen.“ zuerst wollte der drache sich wehren und sie an ort und stelle fressen für ihre respektlosigkeit. aber irgendwie gefiel es ihm auch und ganz unrecht hatte sie ja nicht, es sah wirklich schlimm aus in der höhle.

so räumte der drache seinen kram von rechts nach links und zurück, fegte ein wenig lustlos die knochen zusammen und schaute ab und zu verstohlen zu seinem gast. dieser war beschäftigt damit, eine von drachens leibspeisen zu bereiten: hackfleischsuppe. während die suppe köchelte, fragte sie nach dem teekessel. „ich möchte dir einen schönen, heißen tee zubereiten nach dem essen.“ „und was trinkst du?“ fragte der drache argwöhnisch. „kräutertee. was denn sonst? will ich etwa schwanger werden?“ der drache zog anerkennend die augenbrauen hoch und setzte den teekessel für sie auf. „du kannst schon mal platz nehmen“, sagte die drachentöterin. das ließ sich der drache nicht zweimal sagen und als er sah, was es zum essen gab, war er schon fast ein bisschen verliebt. mit dem größten vergnügen schlürfte er seine lieblingssuppe und rülpste. ein kleiner rauchkringel stieg daraufhin aus seinem linken nasenloch.

die drachentöterin servierte ihm seinen schwarzen tee und stellte ihre tasse ebenfalls auf den tisch. dann holte sie ihr bündel, in dem ihr letzter trumpf lag: die haselnusswaffelröllchen. der drache hatte herzchen in den augen. sie sagte zu ihm: „entspann dich. komm, leg deinen kopf auf meinen schoß. das magst du, oder?“ und wie alle anderen drachen genoss er ihr streicheln, ihre sanften berührungen und war hypnotisiert von den blauen augen, die er immer sah, wenn er seine kurz öffnete. er schnurrte wie ein kätzchen. langsam entspannten seine muskeln und er schlief ein. nun war es zeit für den letzten akt. die drachentöterin zog den großen dolch. sie wusste genau, wo drachen am verletzlichsten sind. ein stich, der drache riss die augen auf. „du?“ fragte er. sie lächelte ihn kalt an:

„du wirst keiner frau mehr wehtun.“

geburtstagshuddelei für einen der besten

es begab sich im april 2009, dass ich mich bei twitter anmeldete. recht schnell kam ich in persönliche kontakte und recht schnell wurde die erste lesung ausgerufen: „sechs herrengedecke und ein sessel aus plüsch“. dort traf ich zum ersten mal auf ihn. beziehungsweise auf seinen hinterkopf. einige wochen später gab es den ersten jourfitz und dort sollte ich auch den rest kennenlernen. als ich allein die lokalität betrat, wartete er schon auf mich: @wikipeter. Read the rest of this entry »

der tag, der die frauenwelt veränderte

es war der 12.12.2011, der tag, der die welt veränderte. überall herrschte entsetzen in kliniken und praxen, die sich auf schönheitschirurgie spezialisiert hatten. die börsen brachen ein, weil die aktien der kosmetikindustrie sturzartig fielen und alle zulieferer mit sich rissen. junge und ältere frauen in aller welt standen verwirrt vor ihren spiegeln und fragten sich, was sie um himmels willen nun tun sollten. was war geschehen?

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reden ist…

…gold, schweigen ist alufolie.

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lügen essen vertrauen auf.

occupy wird gewaltsam aufgelöst, bundestrojaner werden eingesetzt und in den medien gibts dazu: genau nichts. oder nur sehr wenig. und das dann entweder abwinkend oder polarisierend.

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shit happens. und wer räumt auf?

scheiße passiert, sagt man. dank der schwerkraft liegt sie dann irgendwo rum und dank des zusammenspiels von bakterien und geziefer stinkt sie übel. der mensch ist also bemüht, scheiße loszuwerden.

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neulich abends.

mit dem teller dampfender schmorgurken an pellkartoffeln und buletten á la rachel schlurfe ich ins wohnzimmer. auf dem weg, der erste haps, das ist immer der beste. ich fläze mich auf mein sofa und möchte mich verdummen lassen. es läuft irgendeine soap. und dann: werbepause. nun gut, auch egal, konzentrier ich mich eben derweil auf mein essen. soll man ja eh.

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Geschützt: huren und heilige.

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stark. sein.

„und du denkst, ich bin stark und ich kenn den weg/ und du bildest dir ein, ich weiß wie alles geht.“ (ich+ich)

„was uns nicht umbringt, macht uns hart“, heißt es im volksmund. sind darum so viele der unglaublich starken und schönen menschen um mich herum tief im inneren so traurig, so verbittert? Read the rest of this entry »

ich will dich – und dich und dich und dich…

„das war toll, dieses wochenende. tantra ist ja die beschäftigung mit der heiligen sexualität als therapeutischem ansatz. hach! großartig. und ich hab mich da verliebt. und weißt du was? sie will eine offene beziehung. genau wie ich.“ „ich kann ja mit dem begriff  ‚offene beziehung‘ nicht so wirklich was anfangen. was meinst du denn damit?“ „naja, eben dass man sich nicht gegenseitig einsperrt.“

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let’s dance!

gesellschaftstanz ist ja nicht wirklich hip. angestaubte verhaltensregeln, verkrampfte teenies in der tanzschule und dann dieses zusammengetanze! cool ist anders. Read the rest of this entry »

das ist doch nicht normal!

„du bist doch nicht normal!“ – diesen satz haben wir alle schon mal gesagt oder gehört. dahinter steht eine der ewigen fragen: was ist denn eigentlich normal?

laut duden bedeutet normal: der Norm entsprechend; vorschriftsmäßig; so [beschaffen, geartet], wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche, Richtige vorstellt;(umgangssprachlich) normalerweise; (veraltend) in [geistiger] Entwicklung und Wachstum keine ins Auge fallenden Abweichungen aufweisend.

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wonderwomans sorgen.

der liebe gott ist ein guter. nur manchmal greift er daneben. bei der erschaffung einiger menschen muss er mächtig verkatert gewesen sein oder diese haben es einfach geschafft, unbemerkt den raum zu verlassen, als intelligenz und andere unwichtige dinge verteilt wurden.

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