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abschied und beweihräucherung

twitter kann wunderbar sein. twitter kann grausam sein. twitter kann überfordern. aber vor allem kann twitter eines: süchtig machen. wenn man nun bemerkt, dass man sich abhängig macht von diesem internet-dings – was dann?

die logische konsequenz wäre: reduzieren. nur ist das bei twitter ab einem bestimmten punkt nicht mehr so einfach möglich. denn je mehr follower man hat, umso mehr antworten bekommt man, nachfragen, grüße und so weiter. also hilft dann nur noch ein kompletter cut.

viele haben diesen cut schon versucht. ich spreche von großen namen, @AllesRoger, @PeterBreuer und nun auch die @Poetin. und ganz ehrlich? reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten. ich folgte der poetin etwa zwei wochen, weil sie von allen seiten gehacht wurde, was das zeug hielt. ich aber fand ihre tweets größtenteils nichtssagend, verstörend und zum teil vulgär. auch einer der gründe, warum ich @elsebuschheuer nach kurzer zeit entfolgte oder auch @SybilleBerg. mir ist es wurscht, ob die berühmt sind. ich kann zudem mit leuten, die zuliebe eines timeline-ideals auf replies verzichten,  nichts anfangen. das ist allein meine meinung, der man natürlich nicht folgen muss.

bei @AllesRoger konnte ich die gründe nachvollziehen und ich bin ehrlich froh, dass er wieder da ist. denn er hat seinen abschied leise und ohne viel aufhebens durchgezogen und fast genauso leise hat er sich wieder zurück geschlichen. peter breuer hat seinen abschied inszeniert, großartig seine gründe ausgeführt und nach nicht mal ganz zwei wochen war er zurück, unter neuem namen. nun also die poetin und auch sie inszeniert ihren abschied. sie schreibt davon, dass sie ein problem mit menschenaufläufen habe und dass die gruppenbildung bei twitter ihr zuwider sei. dass sie nicht das gefunden habe, was sie anfangs zu finden glaubte. ich kann sie aufgrund ihrer tweets kaum beurteilen. aber ich finde die aussage tiefgreifend. sie sagt auch, dass kritiker am system twitter wie sie niedergemetzelt würden, da die anhänger keine kritik zulassen wollten. nun, besser als @Frau_Elise könnte ich es nicht ausdrücken. nur mit dem nachsatz: ob die poetin oder irgendein anderer geht, weil ihm twitter dann letztlich doch zu menschlich ist, ist mir herzlich egal. auch, ob sie wiederkommt, unter eigenem namen oder nicht, ist mir egal.

denn es ist doch so: wer mit menschen nicht umgehen kann, also sozialphobien hat, für den kann twitter ein außenkontakt sein. wer solche phobien UND künstlerische tendenzen hat, für den kann twitter ein sprungbrett sein. twitter kann aber auch der untergang sein. spätestens dann, wenn bekennende sozialphobiker wie eine gewisse gräfin alexandra in den himmel gejauchzt werden und sich auf einmal einer menschenmenge gegenüber sehen, die sie verehrt – nun, wo soll das hinführen? ist sie der nächste öffentlich auf der timeline beweinte twittertod? mir wäre es egal. ich folge ihr nicht, sie ist mir zu abgedreht. es ist aber auch immer eine frage, wie man twitter nutzt. nutze ich es zur selbstdarstellung und antworte nie, dann wird sich mir das kommunikationsmittel twitter nie erschließen und derjenige einfach den unantastbaren gusto behalten. allerdings bleibt er auch einsam. denn er verpasst die chance, nein er vergibt sich die chance, die menschen hinter den avataren zu finden.

und ist es nicht genau das, was twitter menschlicher und echter macht? die menschen hinter den avataren?

und bei euch so?

9 Responses

  1. Viamatia Says:

    Du sprichst mir mal wieder total aus der Seele! Schreib weiter. Dein Blog wird der erste sein, den ich jetzt abonniere.

  2. Markus Says:

    Hallo Rachel
    Schöner Blog. Findet meine Zustimmung! Insbesondere was das Thema beweihräucherung angeht. Ich denke auch, dass es Menschen gibt, für Twitter & Co gefährlich sind,weil sie sich in dieser Scheinwelt verlieren und sie für real halten und darüber die reale Welt verlieren.
    Aber viele von den Aussteigerbegründungen, die ich so gelesen habe, zielten doch eigentlich auf was anderes ab: Bin ich hipp genug, als dass man mich anflehen wird zurückzukommen? Meiner Meinung nach.
    Ich würde Dir zustimmen und @allesroger hier ausnehmen. Und auch ein paar andere.
    Aber ich denke auch, dass dieses Phänomen anhalten wird, solange man nur glaubt 1000 Follower oder mehr würden einen zu was Besonderem machen.(was im Einzelfall durchaus so sein mag!)
    lg Markus

  3. rachel Says:

    @viamatia: danke. ich fühle mich geschmeichelt.

    @der-sprachlose: für mich persönlich ist die tatsache, dass fast 900 menschen jeden tag lesen, was ich schreibe, schon etwas besonderes. trotzdem sehe ich darin keinen grund, abzudrehen und viellecht jetzt ein elitäres verhalten an den tag zu legen, wie es so mancher tut. wer mir ein reply schreibt, wird auch weiterhin eine antwort bekommen. ich werde auch weiterhin hin und wieder das medium als chat missbrauchen. weil es geht und weil es mir egal ist, ob ich twitteridealen entspreche. ich bin eben mensch und meine follower keine zahlen, sondern auch menschen. zauberhafte menschen sogar.

  4. Tweets die abschied und beweihräucherung | Rachel Lindenbaum erwähnt -- Topsy.com Says:

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von rachel lindenbaum, rachel lindenbaum und Daniela Dreuth, Markus erwähnt. Markus sagte: Schöner Blog zum Thema Twitterabschiede und Twitterwiederkehrer von @rachelzwitscher http://bit.ly/67WOgc […]

  5. xbg Says:

    @rachel: Also da muss ich Dir widersprechen. Wenn Du mit mehr Followern auf immer mehr Replies antwortest und viele Follower hast – gerade dann ist es doch elitär von Deiner Seite, wenn alle lesen müssen, was Du eigentlich nur einem mitteilen möchtest. Meiner Meinung nach bringst Du damit der Aufmerksamkeit Deiner Follower keinen Respekt entgegen. Für solche Sachen gibts ja auch immer noch DMs.

    Das ist nur eine allgemeine Überlegung, ich weiss nicht, ob es bei Dir so zutrifft. Habe Deine Tweets nicht verfolgt.

  6. rachel Says:

    @xbg: von der seite hab ich das noch nie betrachtet, andererseits ist für mich bspw. auch ein folgekriterium, ob in der timeline des anderen replies sind. und wer mich liest, kann das ruhig sehen. ich lösche die meisten wieder am nächsten tag, es sei denn, sie sind teil einer witzigen unterhaltung gewesen.
    was ich mit elitär aber auch meine ist, wenn jemand auf wiederholte replies überhaupt nicht reagiert. und wenn ich jemandem, dem ich nicht folge, eine DM schreibe – was hat der dann davon? antworten kann er mir nicht. ich persönlich käme mir da vera***t vor.

  7. xbg Says:

    @rachel: Ja, da hast Du recht, alle Kommunikationsstrategien haben irgendwie Nachteile.
    Nun, mich wird man dann wohl als den grummeligen alten Einsiedler in Erinnerung behalten, der nie geantwortet hat. 🙁

  8. rachel Says:

    @xbg: es ist nie zu spät, seinen weg zu ändern. 😀

  9. Twitter – Ein Kommen und Gehen « offensichtlich Says:

    […] Rachel Lindenbaum, 13.1.2010: Abschied und Beweihräucherung […]

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